Rheinhessen. Hier wird Frühstück zur Lebensfreude – Gästehaus Janson

Sonnenstrahlen haben sich über das Dach geschoben und erwecken den lauschigen Innenhof im Weingut Janson im Rheinhessischen Vendersheim zum Leben. Die ersten Gäste tummeln sich im Hof, plaudern über die Welt von gestern und über die Veränderungen von morgen und sind doch dann ganz gern intensiv im Hier. Kinder chillen barfüßig mit den Kids von Familie Janson lebensfreudig in einem spontan arrangierten Liegenkreis. Die Erwachsenen machen sich an Holztischen im Hofgarten genüsslich-gemütlich über die kunterbunte Vielfalt von hausgemacht-feinen Speisen in kleinen Einmachgläschen her. Inmitten jedes Tisches thront mächtig eine Etagere mit Käse, Wurst, frischem Joghurt und liebevoll arrangiertem Gemüse. Wow! Was für eine genussreich-kreative Welt inmitten einer irrigen Coronawelt. Das Bett, das Bad und die öffentlichen Bereiche im Gästehaus der kreativ-quirligen Winzerfamilie Janson wie auch die herzliche Art der Gastgeber gepaart mit purer Lebensfreude nehmen gefangen und geben ein fettes Stück Angekommensein wieder.

Mit diesem tollen Frühstück macht Familie Janson ihre kleine Welt zum Wohlfühlort und sanften Auffangbecken mancher Stressbeulen in so manchen Köpfen. Und Probleme…. gibt es woanders…weit weg von hier und jetzt. 

Die Sonne wechselt ihre Position … die Protagonisten bleiben sitzen entspannt und lebensbejahend noch immer hier. Und mal so ganz zwischendurch lassen die Jansons ihre Arbeit einfach mal ruhen und leisten eine ganz angenehme, besondere Gastfreundschaft und gesellen sich zu ihren Gästen.

Seit einigen Wochen reise ich wieder beruflich durch das facettenreich-schöne Deutschland, häufig wecke ich meinen Verstand mit einem Frühstück, welches teilweise in kleine, abgepackte, Einheiten oder hinter Plexiglas präsentiert wird. Hier… bei Jansons… sollten viel Hotelmanager ins Trainingscamp gehen, um zu verstehen… wie Gastfreundschaft funktioniert.

Weingut & Gästehaus Janson / Hauptstraße 7, 55578 Vendersheim / 06732 8771

Liebe Genussreisende!

„Lust auf Weingut“ ist eine spannende Genussreise durch charmante Weinregionen Deutschlands. In den Print-Broschüren Rheinhessen, Pfalz und Heilbronn beschreibe ich Naturlandschaften, kulinarische Entdeckungen, unterschiedliche Weinkreateure, Genussverführer, Quereinsteiger und Querdenker und liebenswerte Gastgeber sowie deren Hotels und Gästehäuser.

Auch hier, in meinem Online-Magazin, beschreibe ich  jene außergewöhnliche Gastgeber, die mich insbesondere durch ihren Charme, Ihre Qualität und ihre Servicefreundlichkeit überzeugt haben. 

„Es ist eine liebenswerte Kunst, den Gast in seiner Gesamtheit zu erfassen und seine Wünsche als gegebene Selbstverständlichkeit    zu würdigen“

 

 

 

Pfalz. Nett’s Landhaus & Arndorff’sche Mühle, Gimmeldingen

Eingebettet in sanft wogende Weinberge, Mandelbäume und die Ausläufer des Pfälzer Waldes, zwischen Neustadt  und Deidesheim, entspricht diese Haardtrandregion allen Klischees, die man mit der Pfälzer Gemütlichkeit verbindet. Ein lebenswerter Bestandteil dieser Idylle ist das historische Landhaus von Familie Nett, welches seine gelebt-lebendige, 135 jährige Tradition in modernem Chic ganz charmant mit einem vorzüglichen Touch Harmonie präsentiert. Die Gastgeber haben Räume und Genusswelten geschaffen, die etwas Positives tun für die Menschen, die sie nutzen, beleben wie auch erleben. Das Landhaus wie auch das Restaurant und die Gartenlandschaft laden ein zum Genusswandeln. 

Wohnen

7 Zimmer und Suiten im historischen Ambiente, alle individuell eingerichtet, bieten eine gelungene Kombination aus moderner Behaglichkeit und stilvoller Tradition. Die charmant-schöne Restaurantterrasse wie auch der Sommergarten mit Blick über die Rheinebene laden dazu ein, bei einem genüsslichen Frühstück oder einem Glas Wein am Abend den Alltag hinter sich zu lassen und sich zu entspannen.  

Die Dependance „Arndorff’sche Mühle“ aus dem Jahre 1812, nur wenige Minuten vom Landhaus entfernt, bietet auf zwei Etagen 8 charmante, geräumige und komfortable Doppelzimmer sowie eine gemütliche Weinlounge. 

Genießen

Gemütlich in herrlicher Gartenlandschaft seinen Gedanken nachhängen, durch Weinbergslandschaften wandeln oder auch mal die Höhen des Pfälzerwaldes erklimmen. Per Bike entlang der prächtig-schönen Weinstraße  radeln und zwischendurch auch mal einen Schoppen trinken… die Pfalz ist zu jeder Jahreszeit ein Genuss und Gimmeldingen ein idealer Ort für den Start in neue Genusswelten. 

Essen

Nur wenige Gehminuten von Nett‘s Landhaus oder im Nachbarort Mußbach fasziniert und verführt eine vielfältige Gastronomie mit bodenständig-regionaler Kochkunst der Pfalz. Typisch Pfalz in direkter Nachbarschaft bietet der „Gimmeldingen Winzer“ eine authentische Pfalz auf dem Teller und im Glas. Einige Gehminuten weiter Richtung Mußbach in der „Weinstube Eselsburg“ oder in der Weinstube „Loblocher Schlössel“ und ganz besonders in „Weick’s Vinothek & Restaurant“ zaubern die Köche große Küche der Region auf die Tische und in die Sinne.

Und Letztlich! Das Frühstücksbuffet in Nett’s Landhaus überzeugend vielfältig mit vielen hausgemachten und regionalen Produkten. 

netts landhaus / meerspinnstraße 46, 67435 gimmeldingen / 06321.601 15

http://www.nettslandhaus.de

Rheinhessens glänzt in rosé – Weinmacher und große Roséweine

Roséweine werden gerade in Rheinhessen mit besonderer Sensibilität und sorgsamer Hand gekeltert. Ihre elegant-verführerischen Duftnoten sind nicht nur im Sommer Ausdruck für lebensfrohe Leichtigkeit. 

So habe ich mich wieder einmal aufgemacht um dieses laissez-faire, diese Leichtigkeit und die charmanten Genusslandschaften in Rheinhessen, mit all meinen Sinnen, einzufangen. Gerade hier, zwischen Donnersberg und Rhein, bieten die klimatischen Bedingungen optimale Voraussetzungen für Weine, die durch eine klare Frucht und Mineralität auffallen. Und bitteschön! Gleich vorweg möchte ich doch bekennen, wenn die Welt untergeht, gehe ich nach Rheinhessen, denn dort geht sie 30 beste Jahrgänge später unter.

Ja auch hier… ist Rosé in! Rosé ist Verführung! Rosé ist ein lustvoller Genuss zu jeder Speise. Ob exotisch, ob Pasta oder Fleisch. Rosé passt letztlich ausgezeichnet zu sommerlichen Gerichten wie Gemüse, Salaten, Fisch oder auch zu Aufläufen. 

Rosé ist frisch und jung, Rosé ist Genuss und natürlich unkompliziert im Farbenspiel von Aromen facettenreicher Speisen. Und ganz sicher ist Rosé nicht nur Sommerwein. Rosé ist auch im Winter ein besonderer Genuss in lebenslustiger Gesellschaft mit Freunden und bei gutem Essen.

Vergessen wir bitte die altklugen Schubladenmeinungen von ach so klugen Schicki-Sommeliers oder Weinpäpsten. Vertrauen wir auf unsere eigenen Sinne. Rosé ist längst kein Verlegenheitswein oder Abfallprodukt aus der Rotweinproduktion mehr. Er ist zunehmend zum Standardrepertoire selbstbewusster Winzer geworden und gewinnt mittlerweile auch so manchen Vergleich gegen die bedeutenden Produzenten der Provence, welche seit Jahrzehnten die Stilvorgaben von höchster Qualität lieferten.

Die Farbe des Roséweines sitzt in der Schale der Traube. Statt wie beim Rotwein den Saft lange mit den Schalen in einem Tank zu belassen, wo er Gerbstoffe aufnimmt, belässt man den Saft nur kurz bei den Schalen. So wird auch vermieden, dass der Wein einen tiefen Ton annimmt. Die im Most enthaltenen Anthocyane genannte Farbstoffe geben dem Wein die zart-feine kirschrote bis lachsrosa Farbe. Bei der Methode der direkten Pressung werden die Trauben sofort leicht angequetscht und die Schalen einige Stunden bis maximal drei Tage im Mostbad belassen, bevor das Abpressen erfolgt. Bei der sogenannten Saignée-Methode füllt der Winzer die Trauben nach dem Mahlen in den Gär-Tank. Nach 12 bis 48 Stunden wird etwa ein Achtel des Mostes vom Bad in der Maische abgezogen und getrennt vergoren, während der Rest zu Rotwein wird. Somit erreicht der Rosé bei dieser Methode mehr Konzentration und Struktur.

Und ohnehin… „das ganz besondere Geheimnis eines beachtlichen Rosés ist Demut und Liebe gepaart mit viel Leidenschaft und einem Touch Hingabe. Dazu fügt der kultiviert-fühlende Weinmacher wachsame Aufmerksamkeit und reichlich Sorgfalt um Boden, Rebe und Traube. Mit diesem Anspruch behaftet habe ich viele Weinkreateure zwischen den „Hiwwel“ in Rheinhessen besucht, eine außerordentliche Auswahl an Rosé-Weinen eingefangen und mich wieder einmal zum Tasting nach Heidelberg aufgemacht.

Meine ganz besonderen Rosé-Empfehlungen aus Rheinhessen sind:

2018 Johanninger Spätburgunder & Frühburgunder Rosé Kreuznacher Junker, Weingut Johanninger, Biebelsheim

Die Macher von Johanninger gehören sicherlich zu den großen Weinmachern ihrer Zunft. Unbändige Kraft und Fülle bei gleichzeitig höchster Eleganz, das sind die Charakterzüge der Johanninger Weine. Ihre Weine lassen ihre persönliche, individuelle und unverwechselbare Handschrift erkennen. Ihrem Anspruch „herausragende Qualität für den anspruchsvollen Weingenießer“ werden sie auch bei diesem opulenten Rosé gerecht. Pinot Noir (Spätburgunder) und Pinot Noir Précoce (Frühburgunder) wurden perfekt vereint und zaubern in die Nase eine brachial-schöne Aromenfülle von rot-satten Beerenfrüchten gefolgt von kräutrig-würziger Note. Am Gaumen macht er sich angenehm-zart, etwas schmelzig und leicht rauchig breit. Weit weg von gewöhnlich und nie erwartet. Fast genial.

https://www.johanninger.de

2019 Rosé, Bioland-Weingut Baeder, Wendelsheim

Unermüdlich und mit ganz viel Hingabe kreieren Katja und Jens Baeder bereits im Weinberg große Weine. Im Keller werden ihre Weine aufwändig und schonend verarbeitet. 

Der vollmundig-stoffige Rosé verführt die Nase und den Gaumen durch ein schönes Spiel von reifen Früchten wie Pflaume und Erdbeeren in sanfter Begleitung von Koriander, Thymian und einer zarten Cognacnote. Im Abgang ist er frisch und saftig. Ein Wein mit Persönlichkeit, welcher das facettenreiche und demütige Handwerk mit einem Touch Mut für Herausforderungen der Baeders erkennen lässt.

http://www.weingutbaeder.de

2019 Spätburgunder Blanc de Noir – trocken,  VDP-Weingut Fritz Groebe, Westhofen

Ja! Man muss ihn lieben, diesen Fritz Groebe und seinen Wein. Bodenständig, ehrlich und dennoch VDP. Fritz Groebe arbeitet sehr sorgfältig und innovativ am Spannungsbogen zwischen Tradition und Moderne. Hier wird wahre Bioweinkultur gelebt und gepflegt. Kein großes Trara, kein Schickimicki. Fritz Groebe, ein poetischer „Wein-Kunsthandwerker”, setzt auf umweltschonende Bewirtschaftung und schonende Lese.

Für den Blanc de Noir wurde der Saft von nicht gequetschten Spätburgunder-Trauben abgepresst. So können keine Farbstoffe aus den Beerenhäuten in den Most übergehen, was die feine orange-gelbe Färbung des Weins erklärt. Der Spätburgunder Blanc de Noir trocken ist ein genial-feiner Weißwein mit feinen Fruchtaromen und einer eleganten Mineralität.

https://www.weingut-k-f-groebe.de

2019 Rosé trocken „Juliane“, Weingut Milch, Monsheim

Der spannend-klare Cuvée aus Spätburgunder, Cabernet Sauvignon und Frühburgunder leuchtet rosa mit einem Touch Kupfer. Das Bouquet duftet nach Himbeeren, Erdbeeren, saftigen Pfirsich und einem Touch Cassis. Am Gaumen fasziniert dieser Rosé herrlich saftig, würzig und angenehm weich. Ein ehrlich-klarer Rosè mit viel Harmonie!

Mit viel Augenmerk und Sensibilität gestaltet Karl-Hermann Milch Weine, welche sehr ehrlich und in einer feinen Stilistik daherkommen . Beim Ausbau der Weine wird darauf geachtet, dass sie nur das haben, was ihnen die Natur auch geschenkt hat: man verzichtet freiwillig auf Chaptalisation und es wird auch nicht entsäuert. Das Ergebnis spricht für sich.

https://www.weingut-milch.de

2019 Pinot Rosé, Christopher Barth, Alzey-Weinheim

Christopher Barth ist ein sanft-wilder Bastler. Aus seinen Händen entstehen famose Weine, die mit unseren Sinnen spielen. Sein Sortiment ist eingeteilt in 3 Linien: Stier, Steinbock und Widder. Sein Rose` ist im Zeichen des Stiers kreiert. Stier steht für gradlinig und animierend, einfach unkompliziert. 

Der Rosé für volle Gelassenheit und in seiner Einfachheit beeindruckend. Leuchtendes Pink brilliert im Glas, fruchtig-würzige Düfte bereichern die Nase nach Erdbeeren, Himbeeren, Stachelbeeren und etwas Paprika. Sehr trinkanimierend und beschwingt, dabei stets ernsthaft gleitet dieser Spaßmacher über die Zunge.

Chris Barth ist ein kreativer Querdenker mit brachialer Leidenschaft für die große Handwerkskunst der Weingestaltung. Im Weinberg arbeitet er nicht gegen die Natur, sondern demütig mit ihr. Die Natur, mit all ihren Extremen gibt die Taktung vor, fordert viel Aufmerksamkeit und zwingt zum Umdenken, fernab vieler Lehrbücher. 

https://www.barthwein-alzey.de

Gysler Funkenflug Spätburgunder Rosé 2019, Weingut Gysler, Weinheim

Gysler arbeitet nicht nur im Weinberg, sondern auch im Keller mit viel Feingefühl für hohe Qualität ohne die Herkunft, Struktur und Substanz zu vernachlässigen. In seinem Wirken und seiner Methodik strebt er zu jeder Zeit und ohne Kompromisse nach Reinheit und verleiht somit seinen Weinen eine authentische Seele. So ist es weit entfernt von verwunderlich, dass er auch Naturweine in seiner Kollektion führt.

Wenn Säure und Struktur stimmen, hat der Wein Feinheit und ein zartes Mundgefühl. Gerade beim Rosé merkt man sofort, dass Alexander Gysler, eine leidenschaftlich-ehrliche Fronatur, die Traube ernst nimmt. Das Weingut baut seine Weine mit viel Handarbeit im Einklang mit der Natur aus.

Ganz ohne Funken aber zart-rosa bis zu leuchtendem Pink liegt dieser Rose im Glas. Die Nase wird sofort von einer betörenden, beerigen Frucht umschmeichelt. Feine Fruchtaromatik, schöne Struktur, Kraft und Länge, dabei sommerlich beschwingt. Im Abgang frisch und saftig gepaart mit einem prächtigen Nachhall.

https://alexander-gysler.de

2019 Spätburgunder la vie est Rosé, Weingut Janson, Vendersheim

Bei Oliver Janson ist alles eine Frage des Stils. Komplett durchgegoren und nach reichlich Hefelager werden die Weine auf die Flasche gefüllt. Ausbau im Holzfass gibt es nur, um Tannine abzurunden und die Balance zu finden. Auf keinen Fall sollen Charakter und Komplexität überdeckt werden. Bei den Jansons entstehen mineralische, kräftige Weine von regionaler Prägung, die ihren ganz eigenen Charakter besitzen. Ebenso wie die Jansons selbst, bodenständig, geerdet, voller Leidenschaft und mit ganz viel Lebensfreude. 

Im Glas schimmert ein wunderbar fruchtiger Spätburgunder-Rosè für unvergessliche Momente. Die Nase satt bereichert von reifen Himbeeren und feiner Erdbeere dazu saftiger Weinbergpfirsich. Im Gaumen eine leicht-pikante Säure und eine feine Mineralität. Im Abgang verbleibt ein angenehmer Nachhall.

http://www.weingut-janson.de

2019 Espenhof Rosa Espenblatt, Weingut Espenhof, Flonheim

Lachsfarben mit aufhellenden Reflexen gefällt dieser glanzvolle Cuvée aus Saint Laurent und Spätburgunder im Glas. Die Nase wird überrascht mit kräftigen Fruchtnoten von saftigen Erdbeeren, Himbeeren und einer feinen Note Waldbeeren. Am Gaumen sanft-schmelzig mit zarter Fruchtsüße. Die verführerische Frucht bleibt im Nachhall und lang in Erinnerung. Seine feine Balance sowie der geringe Alkoholgehalt (10,5%) überzeugen. 

Unermüdlich und mit viel Hingabe kreiert Nico bereits im Weinberg große Weine. Mal eigensinnig und unkonventionell, mal ursprünglich und voller Ehrfurcht vor der Natur, mal laut und lebendig. Aber immer voller Kreativität und Selbstbewusstsein. Schonende Verarbeitung der Trauben, des Mostes und der Weine ist ihm verdammt wichtig. Sein Wein vergärt spontan, meist im großen Holz und bleibt lange auf der Mutterhefe. Keinerlei Schönungsmittel und wenn möglich verzichtet er auf eine Filtration.

 

https://www.espenhof.de

2019 Rosé „COSINUS“ trocken,  Weingut Finkenauer, Budenheim

Ich mag sie, diese paar Ecken und unbehandelten Kanten bei Yvonne Finkenauer. Nicht perfekt sein und nicht im Glanz stehen. Aber immer Aufmerksam und jedesmal aufs Neue eine satte Portion mehr an Qualität und Charakter. So sind ihre Weine. 

Der Rosécuvée funkelt im Wettbewerb der Sterne. Zartes lachsrosa, delikat-zartes Aromenspiel. Die Nase ist gefangen im Fruchtkörbchen: Cassis, Kirschen, Himbeeeren, Erdbeeren, Granatapfel, Pfirsich und ganz fein Holunder.  Leicht mineralische Spuren sorgen für einen ausgewogenen, facettenreichen Charakter. Nicht perfekt… aber launisch und vielfältig zugleich. Ganz so wie es Yvonne Finkenauer mag. 

https://www.finkenauer.de

Mel Hubach! Fotografin im Flow von Typen, Inspiration und Träume

Wer über die Weinlandschaften der Pfalz schreiben will, sagen die Pfälzer auf den Märkten und in den Dörfern, die ich durchfahren habe, der muss die „Typen“ der Pfalz kennenlernen. Der muss die Landschaften einfangen und in all ihren bunten Facetten verstehen. Aus Mangel an Zeit habe ich Bücher gewälzt und Typen getroffen.

Doch letztlich fasziniert und natürlich auch für meine Arbeit inspiriert hat mich die spannend-schöne Handwerkskunst einer Pfälzer Fotografin: Melanie Hubach.

Die „Götter“ der Fotografie vermitteln in der Lehre die Kenntnis:

Fotografie ist ein Handwerk! Für mich ist und bleibt das Können und Spiel mit den Objektiven jedoch auch Kunst. Fotografen sind Handwerker mit einer feinen Nuance Kunst und dem sensiblen Gespür für Momente, die ihre Arbeit gut machen müssen.

Melanie Hubach pflegt diese Art der Kunst aus Berufung und Leidenschaft. Sie ist jedoch auch ganz und gar leidenschaftliche Pfälzerin und kennt jede Kante und jede Kerbe der Pfalz und deren Landschaften wie auch alle Facetten der Menschen. In ihrer mittlerweile über 5jährigen Berufstätigkeit konnte sie schon viele namhafte Kunden von ihrer Arbeit und Kreativität überzeugen.
Als visuell sehr anspruchsvoller Mensch arbeitet Melanie Hubach in den verschiedensten Aufgabenbereichen. Ob in der Landschaftsfotografie oder im Studio, stets sucht sie nach ästhetischer und aussagekräftiger Perfektion. Sie hat sich inzwischen vor allem als Portraitfotografin und Projektfotografin einen Namen machen können. Emotionale und stimmungsvolle Bilder sind ihr Markenzeichen – gerne setzt Melanie Hubach sie mit ein.

Immer der Nase nach durch die Pfalz, das heißt von Dorf zu Dorf die Farben der Pfalz und ihre Faszination entdecken. Wer die Bilder von Melanie Hubach sieht weiß, wie die Pfalz riecht. Der hört den Wind in den Wiesen und das Rauschen allerlei bunten Blattwerkes.

https://www.melhubach.de

Heidelberg! Genussperformance im sagenhaften Neckartal. Restaurant Wolfsbrunnen

Dem Alltag entkommen. Ankommen. Eintauchen. Das Herz klopft, die Finger kribbeln. In deinem Ohr plätschert der Brunnen. Du hörst das Singspiel der Vögel und ihre Flugspiele nimmt Dich gefangen.… en passant fallen die Widerstände des bekennenden Großstadtmenschen gegen das Leben und diese ach so romantische Genusslandschaft unweit des Neckars nimmt gefangen. Einatmen. Ausatmen. Abschalten. Loslassen. Wenige Stunden, einen Abend, nur ein paar Momente. Einatmen. Ausatmen. Abschalten.

Ankommen in der Wohlfühllandschaft Wolfsbrunnen.

Mit der Eröffnung des Restaurants „Wolfsbrunnen“ im Mai 2015 ist die gastronomische Landschaft Rhein-Neckar um eine Attraktion reicher. Schon von außen setzt sich das unter Denkmalschutz stehende Gasthaus von 1822 mit seinem modernen Anbau verdammt chic gepaart mit dem Charme einer sagenreichen Geschichte in Szene.
Seine Tradition, seine Sagen und allerlei Geschichten stehen dem herrlich-romantischen Gastronomieensemble recht gut zu Gesicht. Der Name Wolfsbrunnen geht übrigens zurück auf eine Geschichte nach der im Mittelalter hier die Wahrsagerin Jetta gelebt haben soll. Als sie im Wald bei den Quellen unterwegs war, wurde sie von Wölfen angegriffen und getötet. Seither tragen die romantischen Quellen vorm Haus den Namen Wolfsbrunnen. Heute werden die Gäste im Restaurant von allerlei Genüsslichkeiten angegriffen und genüsslich bereichert.

Das eingespielte Team im Service zeigt sich ebenso wohlgeübt in der Kunst, den Aufenthalt zum Erlebnis für alle Sinne zu gestalten wie das perfekt eingespielte Kreativteam um Küchenchef Hostenkamp. Genussfreudige Gäste dürfen sich auf eine saisonale und internationale Frischeküche freuen, welche sich stets aktuell auch an dem regionalen Gemüsegarten Rhein-Neckar orientiert. Das Ganze in gleichbleibend hervorragender Qualität. Die gutsortierte Weinkarte listet feine Weinspezialitäten für jeden Geschmack. Mich nimmt gefangen ein frischer „2015 Sauvignon Blanc“ der Gebrüder Knipser aus der Pfalz begleitet vom jungen Gemüse mit Ziegenkäseschaum und Kräutersalat als Vorspeise. Die Hauptspeise ist eine wahre Genussperformance an Aromen: Grenzhöfer Stangenspargel mit jungen Kartoffeln. Dazu rosa gebratenes Filetsteak vom Weideochsen. Die Köpfchen zart, die Stangen mit Biss: So schmeckt Spargel perfekt! Das Steak medium genau auf den Punkt gegart. Zartfein im Biss, ohne Fettrand und fein-würzig im Geschmack.

Zahlreiche Berichte, Briefe und Tagebuchnotizen des Gasthauses Wolfsbrunnen sind Zeugnis berühmter Besucher seit 1589. Zar Alexander, Kaiser Franz von Österreich und auch Kaiserin „Sissi“ waren Gast… und auch ich war ungeniert und unberühmt gern Gast, welcher mit ganz viel Servicefreundlichkeit gekrönt wurde.

Restaurant Wolfsbrunnen
Wolfsbrunnensteige 15
69118 Heidelberg  / 06221 37 37 92

http://www.restaurant-wolfsbrunnen.de

 

Bretten! Ein schönes Stück Genussphilosophie. Hotel Krone

Es gehört zu einem der erfolgreichsten inhabergeführten Hotels Baden-Württembergs – wer vom Hotel Krone in Bretten spricht, spricht von einem charaktervollen Hotel gepaart mit ganz viel Gemütlichkeit. 

Das Hotel von Familie Weishäupl verbindet ganz charmant Moderne mit Tradition und chices Design mit Heimatverbundenheit. Dabei haben sie geschickt und mit viel Gefühl Gegensätze wie luxuriös und rustikal, traditionell und modern, Bio und Genuss zu einem harmonisch-sinnigen Ganzen vereint. Es war ihnen wichtig, verantwortungsbewusst mit der Umwelt umzugehen und die zur Verfügung stehenden Ressourcen sinnvoll einzusetzen. 

Bereits beim lukullischen Start in den Tag werden die Sinne neu justiert: Mit Blick auf die Altstadtgassen von Bretten und den charmanten Marktplatz verführt das liebevoll angerichtete Frühstücksbüffet. Es spiegelt die nachhaltige Philosophie des Hauses wider, sind doch fast 80 Prozent der angebotenen Leckereien, von der umfangreichen Kaffeeauswahl bis zum Obst, vom facettenreichen Müsli bis zum Käse, sind Bioprodukte, und vieles wird in der Küche, aus fein ausgewählten Produkten der Region, selbst hergestellt, das gilt für die leckeren Smoothies ebenso wie die gigantisch-leckere Marmelade.

Die Zimmer wurden mit viel Feingefühl und mit wohliger Atmosphäre sowie einem kräftigen Touch charmantem Design gestaltet, ohne die Tradition zu verdrängen. Ein Spagat, welcher ausgezeichnet gelungen ist. Chapeau! Großzügig, lichtdurchflutet und in natürlichen Farben gehalten kommen sie daher. Alle Zimmer bieten viel Platz und Freiraum, sogar für die ganze Familie. Ein Teil der Zimmer hat Zugang zur Dachterrasse, den Logen des Hotels, mit herrlichen Blickachsen über die Altstadt.

Diesen liebenswerten Ort wieder zu verlassen ist geradezu tragisch! Was bleibt: Der angenehme Geschmack von Sehnsucht.

Hotel Krone / Marktplatz 2, 75015 Bretten / 07252 9789-0

https://www.krone-bretten.de

Salzburg! Eine romantische Komposition der Sinne. Romantikhotel Gmachl

Bereits an der Rezeption empfängt mich der Hinweis… oder ist es eine Drohung?!

„Wir setzen Himmel und Hölle in Bewegung, damit Sie zufrieden sind“.

Ab und an stellte ich mir schon die Frage, was es im idyllischen Ort Elixhausen an der Dorfstraße zuerst gab: Das nachbarocke Gotteshaus hl. Bartholomäus und Vitus oder die göttliche Kochkunst der Gmachls. Sicher ist auf alle Fälle, das haben sie drauf, diese Gmachls, im ältesten Familienbetrieb Österreichs. Genussküche in kunterbunter Vielfalt kreieren sie bereits seit 1334 in vorzüglicher Form und feinster Qualität. Es ist wahrlich ein großes Festspiel der Genüsslichkeit gepaart mit ganz viel Herzlichkeit und Lebensfreude.

Und unbenommen: Bitte dies auch dick und fett unterstreichen: Göttlich, vorzüglich, ausnahmslos einzigartig ist die hauseigene Handwerkskunst der Gmachls. Marmelade, Brot, Fleisch und allerlei Kunterbunt. Noch nie habe ich so lange und so intensiv ein Frühstück genossen. Habe gefühlte 100 Sorten Fruchtaufstriche wie Marmelade und Chutneys auf unterschiedlich vorzüglichen Brotsorten genossen und von dem reichlich bestückten Wurst- und Käsebuffet genascht. Die Geschmacksrichtungen der Aufstriche variieren je nach Saison. Klassiker wie Erdbeere, Marille und Himbeere begeistern Feinschmecker ebenso wie die kreativen Mischungen Apfel-Mandel, Kirsche-Amaretto und Erdbeer-Schoko-Minze. Diese Vielfalt und das mannigfache Aromenpotpourri konnte und wollte ich nicht ignorieren, zaubert es doch eine herrliche Genusssinfonie in meine Sinne. Wie auch Mozart beherrscht das liebenswert-herzliche Team im Hotel und Restaurant Gmachl  diese Anreihung genüsslicher Kompositionen, die sich aus bereits bestehenden, traditionellen Kompositionen zusammensetzt und nachträglich eine neue, mehr oder weniger harmonische Aromeneinheit bildet. ”Es ist eben auch hier im romantischen Hotel Gmachl, eine liebenswerte Kunst, den Gast in seiner Gesamtheit zu erfassen und seine Wünsche als gegebene Selbstverständlichkeit zu würdigen”. Es lässt zweifelsohne die Gedanken an Wolfgang Amadeus Mozart zu, welcher doch unweit im Jahr 1773 erzbischöflicher Konzertmeister in Salzburg war und der es ebenfalls verstand, sehr romantische Kompositionen zu zaubern.

Selbstgemachte Produkte gehören bei den Gmachls einfach zur Tradition. Die Besinnung auf eine natürliche  Küche mit der Verwendung von heimischen Zutaten nimmt einen hohen Stellenwert ein. So ist die hauseigene Landmetzgerei bereits seit 1334 fester Bestandteil und liefert hochwertige Fleisch- und Wurstspezialitäten, teils aus eigener Landwirtschaft und von lokalen Bauern. Seit 2010 kocht mit ganz viel Leidenschaft und feinstem Gespür für beste Qualität Tante Christl, Schwester der Inhaberin Michaela Hirnböck-Gmachl, Obst, Nüsse und Kräuter zu 52 Sorten Marmelade ein. Alles was sich auf den Wiesen und Wäldern sowie im hauseigenen Garten findet wird zu köstlichen Fruchtaufstrichen und Chutneys verarbeitet. Mit dem Gespür für die Natur kümmert sich Marmeladenfee Christl auch leidenschaftlich um den hoteleigenen Kräutergarten. Hagebutte, Rosmarin, Lavendel, Löwenzahn und Minze verfeinern unter anderem Tees und Honig.

Das exklusive GMACHL Roggenbrot wird mit sensibler Hand in der örtlichen Bäckerei produziert. Im nahen Forellenbassin wird Fisch ökologisch gezüchtet. 

Auch das Hotel und der wundervolle Spa mit gigantischen Blickachsen auf Salzburg und die großartige Naturlandschaft einer bizarren Bergwelt ist ausgezeichnet mit einem vorzüglichen Touch Harmonie initiiert. Ich glaube, dass es eine Psychologie von Raumgestaltung gibt und dass Räume etwas mit uns machen. Und ich erlebe mit Genuss das Romantikhotel Gmachl mit all seinen Elementen. Familie Gmachl hat Räume und Genusswelten geschaffen, die etwas Positives tun für die Menschen, die sie nutzen, beleben wie auch erleben.

Ich fühle mich angekommen und auch aufgenommen. Ich denke für niemanden mehr, ich suche auch nicht nach Worten oder sortiere in meinen Gedanken: Ich bin eingenommen von all den angenehmen Seelenschmeicheleien die wie der Morgennebel, der am Morgen über den prächtigen Wiesenlandschaften aufsteigt und sich für die Sonne einfach auflöst.

Und es ist purer Genuss… einfach wohlig auf der Dachterrasse des Spa- und Wellnessbereichs in der Oktober-Sonne zu liegen und den Wolken Zahlen zuzuordnen.

Ach ja… ich habe mal tief gegraben: In Elixhausen. Urkundlich wurde der spätgotische Kirchenbau hl. Bartholomäus und Vitus im Jahre 1516 geweiht. Das Altarblatt hl. Bartholomäus und das Auszugsbild Gottvater sind vom Maler Josef Rattensperger, welchem es gut gelang, malerische Himmel und Hölle in Bewegung zu setzen.

Hotel Gmachl, Dorfstraße 14, 5161Salzburg-Elixhausen, +43 662 480212

https://www.gmachl.com

Rheinhessen! Lebensglücklich und ganz nah am Hohlweg

Ein Weingut! Ein Gästehaus! Eine brachial-schöne Lebenswelt!

„Von der Sonne verwöhnt“… sind nicht nur die prächtig-schönen Landschaften rund um Wörrstadt, sondern ganz besonders die Menschen, die hier leben. Und es sind gerade diese Menschen, handfeste Charaktere, welche solch harmonisch anmutender Landschaft eine tiefe Prägung geben. Und letztlich sind es die Winzer, welche die Hänge urbar und gleichzeitig fruchtbar-edel machen. Und es sind die Jansons, welche mit ihrem Handwerk Weinbau auf höchstem Niveau betreiben und einen vorzüglich-gütlichen Wein produzieren.

Bereits bei meiner ersten Begegnung mit den Jansons fiel mir die schier brachial-schöne Lebensfreude auf, an welcher sie dich teilhaben lassen. Nicht die Sonne blendet, sondern die Herzlichkeit von Uschi, Olli und Companie und gern fing ich mir hier einen Sonnenbrand auf der Seele ein.
Jansons Weingut und Gästehaus ist mehr als nur Weingut. Es ist ein sattes Lebensgefühl, was hier im Herzen von Vendersheim pocht. Während Uschi ganz nonchalante das Büro, das liebenswerte Gästehaus und die drei Kids managt, toben sich die charakterstarken Jungs draußen in den Weinbergen oder im Keller aus, denn auch Weine mit Charakter lassen das Weingut beben.

Im kultiviert-quirligen Familienbetrieb der Jansons hat jeder seine Aufgabe, die jeder für sich mit Hingabe täglich aufs Neue löst. Ne, ne… Verzweiflung gibt es hier keine, denn jegliche Herausforderung des Tages wird mit einem Augenschmeichler gelöst. Vier Generationen, vier Blickwinkel und ab und an eine lebhafte Diskussion am Abend beim Wein draußen auf der lauschigen Terrasse. Und letztlich gibt Opa Wolfgang demütig-zufrieden bei, denn letztlich ist es Oliver Janson, der 2001 in den Betrieb einstieg, den Familienbetrieb wieder in die Spur brachte und erfolgreich mit einem Touch neuer Ideen, ohne die Tradition zu vernachlässigen, in die nächste Zukunft steuert. Und der 10-jährige Julius lässt immer wieder aufblitzen, dass er ohne jegliche Zweifel recht bald noch mehr im Betrieb steuert als nur den Gabelstapler.

Der Boden prägt den Charakter des Weins, sagt Oliver Janson. Der Untergrund, auf dem die Rebe wächst, liefert den Charakter des späteren Weins, daher hat er sich schon früh auf die besten Böden rund um Vendersheim festgelegt. Insbesondere die mineralische Zusammensetzung prägt den Stil seiner Weine. In der von der Sonne verwöhnten Weinlage „Hohlweg“ – geprägt von Kalkmergel- und Muschelkalkböden – bereichern sich die Trauben ganz besonders von der kräftigen Sonne und bringen eine charakterstarke Vielfalt besonderer Weine hervor.

Ausgestattet mit einer satten Portion an Erfahrung vieler Jahrzehnte weiß Oliver sehr genau, welche Weinberge am wertvollsten sind. Mit viel Augenmerk, sensibler Handarbeit und einer selektiven Ernte entstehen einzigartige Lagenweine mit großem Potential.

Im Glas schimmert nun ein „2015 Weißer Burgunder“ aus der Lage Hohlweg. Die Nase wird bereichert von frischen Mandeln und Apfelblüte. Sanft umschmeichelnd spielt er mit dem Gaumen mit feinen Blütenaromen, ganz so als wolle er hier noch lange verweilen.

Unweit vom Hohlweg macht es sich die Lage Güldenloch, trotz seiner sehr heißen und trockenen Böden auf Muschelkalk bei 30 Grad Neigung recht gemütlich. Hier reifen sehr gehaltvolle Trauben heran und verleihen auch dem Spätburgunder 2015 trocken satte Aromen. In der Nase tänzeln feine Röstaromen gepaart mit einem Touch Mocca und feiner Vanillenote. Im Gaumen tummeln sich Gesellen mit kräftigen Tanninen und einer intensiven Mineralik dazu. Ein außergewöhnlicher Wein mit Stil, welcher gern solo im Genuss bleiben möchte.

 

Beim Oliver Janson ist alles eine Frage des Stils. Komplett durchgegoren und nach reichlich Hefelager werden die Weine auf die Flasche gefüllt. Ausbau im Holzfass gibt es nur, um Tannine abzurunden und die Balance zu finden. Auf keinen Fall sollen Charakter und Komplexität überdeckt werden. Bei den Jansons entstehen mineralische, kräftige Weine von regionaler Prägung, die ihren ganz eigenen Charakter besitzen. Ebenso wie die Jansons selbst, bodenständig, geerdet, voller Leidenschaft und mit ganz viel Lebensfreude.

Weingut & Gästehaus Janson / Hauptstraße 7 · D-55578 Vendersheim 

https://www.weingutjanson.de

Ist „Foie Gras“ nun Gourmet kultiviert oder nur „verstopfte Handwerkskunst“?

Für viele Genussritter ist die Foie Gras eine kulinarische Delikatesse auf der Basis frischer Zuchtgänse- und Zuchtentenleber für deren Zubereitung es mannigfach kunterbunte Rezepte gibt und noch immer die Größten wie auch die „Scheinbaren“ der Kochzunft spannende und teils aberwitzige Varianten und Techniken zum Besten geben. Sehr häufig höre und lese ich, mit welcher Hingabe sich die Promi-Kochzunft bei der Produktbehandlung von „Foie Gras“ ins Zeug bzw. ins Gras legen. Es scheint, dass die Zubereitung bis in alle Details ausgereift ist und es wahrlich nichts… nichts mehr Neues gibt.

Bedauerlich ist bei alledem, dass es bei der Vielfalt von Produkten keinen Gleichbehandlungsgrundsatz gibt, denn definitiv: In vielen Restaurants stelle ich immer wieder eine überbordende Vernachlässigung von Gemüse fest: Das kultivierte Auge erkennt sofort, dass die Kreationen noch nicht den gleichen Grad an handwerklicher Meisterschaft haben, wie dies bei vielen klassischen Produkten der Fall ist. Häufig wird an einem perfekten Steak das Gemüse so nebenbei verteilt. Oder bei Foie Gras als „Beilage“ stilsicher auf dem Teller drapiert.

Was man aber alles mit einer Möhre, Roten Beeten oder Sellerieknollen nebst dem geschmacklich spannenden Grün anfangen kann, bleibt meist völlig unbeachtet. Es gibt jedoch Ausnahmen:
Auf meiner Suche nach jenen Kreateuren, die konsequent mit Gemüse und Kräutern arbeiten, wurde ich häufig in Österreich aber auch im Elsass fündig. Und auch in Deutschland wird aus dem anfänglichen Trend ein kreatives Programm. In Berlin haben mich zum Beispiel Markus Semmler oder Attila Hildmann begeistert. Sie rücken Gemüse, Kräuter und Blüten konsequent in den Vordergrund. Beide kaufen mit sensiblem Augenmerk bei regionalen Erzeugern ein und überzeugen sich direkt bei diesen Gemüsebauern von der Qualität und Güte dieser Produkte. Der ehemalige Sternekoch Michael Hoffmann ist auch Gärtner. In seinem Berliner Restaurant „Margaux“ kochte er Gemüse-Menüs mit acht Gängen aus dem eigenen Anbau. Nun sorgt der Hoffmann dafür, dass auch die vegetarische Küche des legeren Luxusschiffes diesen Ansprüchen genügt. Als „kulinarischer Berater“ hat Hoffmann für die EUROPA 2 neue vegetarische Menüs kreiert, um die Speisekarten der Restaurants zu erweitern.
Sternekoch Andi Schweiger hört in der Küche am liebsten Hardrock oder Metal. Seine Gerichte hingegen sind alles andere als laut. Feinsinnig und auch ein wenig brachial. Kunterbunt und verdammt fleischlos. Mit ganz viel Leidenschaft kreiert er vegetarische Gerichte, welche ganz weit entfernt sind von dem üblichen Kochkultur. Zucchinicarpaccio mit Burata und Tomatenvinaigrette, Kohlrabispaghetti mit geschmolzenen Johannisbeertomaten und Kohlrabifritt, Kaffeegnocchi auf Orangen-Chicorée und Estragon-Schwarzwurzeln.
Der Starkoch aus Kitzbühel „Simon Taxacher“ fährt eigens und regelmäßig nach Südtirol und entdeckt gemeinsam mit kleinen Biobauern Gemüsekulturen längst vergessener Zeiten mit höchster Güte. In all seinen Texturen zeichnet er mit verdammt viel Fortune feine Gemüseinterpretationen in die Sinnesbahnen seiner Gäste. Geschmorte Lammschulter, geräuchertes Jungkraut Safran-Macaron, Iberico -Schwein, Taschenkrebs, Leber vom Donauwaller, Paprika, geröstete Linsensuppe, Senfgurke, Schwarzkümmel-Schnittlauchcracker, Spargel, Morcheln und… und… ! Der Vier-Hauben-Koch Simon Taxacher zeigt, dass beste Gemüse und bestes Fleisch wie auch vorzüglichen Fisch, gemeinsam in größter Hochachtung füreinander, auf der Bühne bestehen.
Zucchinicarpaccio mit Burata und Tomatenvinaigrette, Kohlrabispaghetti mit geschmolzenen Johannisbeertomaten und Kohlrabifritt, Kaffeegnocchi auf Orangen-Chicorée und Estragon-Schwarzwurzeln. Solche Sachen zaubert der Münchner Sternekoch Andi Schweiger lässig in die Sinne seiner Gäste. Wie all seine vorgenannten Kollegen inszeniert auch er gerne in einer eigenen Kochschule und gibt hochdekoriertes Wissen weiter.

Und was uns Großmutter nicht mehr lehren kann, werden wir nun in den kreativen Kochschulen der Gemüse-Kreateure entdecken, schmecken und genießen. Ich wünsche uns allen… gemüsefreudige Zeiten.