Das große Dings mit dem gesunden Brot

Kennen Sie das: Sie laufen in einen Bahnhof und ruckzuck verfängt sich ein Brezelduft in Ihrer Nase und bringt Sie fast magisch aus dem Tritt? Wichtig ist, dass wir die Wahnungen in unserem Geist erkennen und tatsächlich wieder in die Spur kommen. Nein! Nicht gesund! Oder mal schnell ein Griff in den Super-Schnell-Brotautomat im Supermarkt?

Konkret: Es gibt Brote und Backwaren, die man unbedingt umsurfen muss. Ich würde sogar sagen, dass rein quantitativ die meisten Brotprodukte nicht allzu gesund sind, selbst wenn man Gluten verträgt. Das gilt vor allem für Weißbrot, mit Pseudokäse oder tiefgefrorener Wurst überkleisterte Brötchen, Baguettes und Brezeln. Tatsächlich sind solche Brote bzw. Produkte eigentlich kein Nahrungsmittel, sondern das, was übrig bleibt, wenn man aus Brot alle Mineralien, Ballast- und Nährstoffe herausholt bzw. ignoriert. Und ja … Weißbrot ist eine unfeine Art Süßigkeit und eher ein Unlebensmittel. Und… eine Brezel bereichert  den Körper mit ca., 330 Kalorien.

Ein übliches Getreidekorn besteht im Kern aus einem stark glukosehaltigen Mehlkörper. Die meisten gesunden Stoffe des Korns befinden sich nicht im Kern, sondern in der mehrschichtigen Schale, die den Mehlkörper und den Keimling umhüllt. Beim Weißbrot werden Schale und Keimling entfernt, das Mehl wird, wie man sagt, „ausgemahlen“. Mehl von der Type 405 etwa ist weiß wie Kokain und ungefähr ebenso nährstoffreich: Es enthält nur 405 Milligramm Mineralstoffe pro 100 Gramm Mehl. Gesünder ist das spezielle französische Weizenmehl – Baguettemehl T65 „Label Rouge“ mit 630 Milligramm Mineralstoffen.

Bei einem Weizenkorn führt das Ausmahlen dazu, dass unter anderem 58 Prozent der Ballaststoffe, 83 Prozent des Magnesiums, 79 Prozent des Zinks, 92 Prozent des Selens, 61 Prozent der Folsäure sowie 79 Prozent des Vitamin E verloren gehen. Übrig bleibt eine „Zuckerbombe“. Weißbrot liefert uns somit reichlich Energie in Form von Glukose, die uns geradezu genial mästet. Außerdem sättigt es uns nicht mit Nährstoffen, die der Körper unbedingt braucht, sondern hinterlässt unseren Körper und Geist „nährstoffhungrig“.

Ein Vollkornbrot ist aufgrund der Nährstoffe von einem ganz anderen Kaliber und bereichert unseren Körper ungemein. Die ballaststoffreiche Schale, die den Zuckerkern umgibt, stellt zugleich eine heilsame physikalische Barriere dar: Die Hülle macht es unseren Verdauungsenzymen nicht leicht, an die „Zuckerbombe“ im Innern des Korns heranzukommen. Das führt dazu, dass der Zucker langsam ans Blut abgegeben wird. Ein grobes Vollkornbrot lässt den Blutzuckerspiegel nicht ganz so schnell steigen.

Handwerklich fein gearbeitete grobe Vollkornbrote und Vollkornprodukte gehören zu den gesunden Lebensmitteln, die man essen kann. Wer täglich Vollkorn isst, senkt sein Risiko für fast alle Altersleiden und Krankheiten. Vollkornweizenbrot oder ein urdeutsches Sauerteigbrot mit hohem Roggenanteil sind geradezu eine geniale Wahl zum Wohl unserer Gesundheit und des körperlichen Wohlfühlzustands. Natürlich kosten solche Brote einige Euros mehr. Doch dafür halten sie länger und man lebt noch viel länger gesund.

Eine Einschränkung habe ich dennoch. Leider gibt es immer weniger Bäcker, die noch ein „pures“ Brot backen, dessen Zutatenliste sich an einer Hand ablesen lässt und nicht an ein kryptisches Chemielexikon erinnert. Die heutigen Bäckerbrote stammen häufig aus irgendwelchen entlegenen Fabriken oder Großbäckereien, die täglich ihre hunderten von Filialen mit Mainstream-Massenprodukten versorgen. Der Bäcker selbst weiß nicht mehr, was drin ist. So können in einem einfachen Brot mittlerweile gut und gerne bis zu 200 Zusatzstoffe stecken, die in einem Brot eigentlich nichts verloren haben.

Ich mag und schätze gern die feine Nährstoffkunst der Handwerksbäcker oder der Bäcker mit der höchsten Auszeichnung „Brotsommelier“. Hier wird ehrlich und tatsächlich körpergenial gesund gebacken.

Schlussstrich: Die Fotos und das gesunde Brot habe ich mir vom Weltmeister der Brotsommeliers Michael Kress in Weinheim ausgeliehen.

Mozzarella! Die wahrhaft-elegante Diva

Grausige Wahrheiten offenbaren sich in den zahlreichen Kühltheken im allerlei bunten Discounterland. Besonders irritiert bin ich beim Thema Käse und sensibel pikiert bei einer reichlich deprimierenden Auswahl von Mozzarella-Sorten. Weiß, frei von jeglichem Geschmack und eine Handvoll Gummimasse, als sei es ein Entspannungsball, sind kein Ausnahmefall. Definitiv ist dies ganz weit weg von bester Genussqualität. Bitte! Mindestens die Käsebälle aus Büffelmilch entsprechen der ehrlichen Geschmacks- und Genussqualität. Besonders intensiv und so prachtvoll italienisch ist die „Mozzarella di bufala campana“. Hier werden die Rezepturen aus dem 12. Jahrhundert im Gaumen schmeckbar. Im 12. Jahrhundert formten Mönche der Region Neapel und Salerno Frischkäse aus Büffelmilch zu Kugeln und Zöpfen. Der echte, der wahre und feine Mozzarella ist ein ursprünglich italienischer Pasta-Filata-Käse aus der Milch des Wasserbüffels, aus einem Teig, welcher bei der Herstellung Fäden zieht. Die Herstellung lässt sich schmecken: In feiner Handarbeit bringt der Käsemacher Milch mit Lab zum Gerinnen und übergießt diesen Käsebruch mit 60 Grad heißem Wasser. Danach wird meisterlich und mit italienischer Lebensfreude gerührt, gezogen und geknetet. Sobald die dampfende Masse elastisch wird, teilt der Käsemeister die zähe Käsemasse in gleich große Stücke und bringt diese in Form.

Fein-authentischer und geschmacksintensiver Mozzarella überzeugt mit einer intensiv sahnig-aromatischen Note und einer locker, saftigen Konsistenz. Der sahnige Kern zerfließt beim Anschneiden.

Gern empfehle ich den „Mozzarella di bufala campana“ mit dem Gütesiegel DOC. Meist kommt dieser aus den Regionen Latium, Apulien oder Kampanien.

In Mailands berühmter Pizzeria Maruzzella hatte ich eine sehr köstlich-schöne Begegnung mit dem Klassiker „Mozzarella in carozza“. Mozzarella und feinen Shrimps auf zwei Brotscheiben gelegt. 

  
Die Mailänder Osteria „Al Ponte de Ferr“ am Naviglio Grande überrascht mit einer raffinierten Kreativität und einer „Mozzarella in pasticceria“. Mozzarella in Blätterteig, fein umschmeichelt mit Vanilleeis, Kürbisöl, Rosenwasser und feinster Sahne.

Pizzeria Maruzzella – Piazza Guglielmo Oberdan, 3 – 20129 Milano – 39 02 2952 5729

Und in Deutschland?! In Frankfurt-Sachsenhausen begeistert Dennis Rimonti mit verdammt geschmacklichen Kreationen in seinem . Im Stil der 50er- und 60er-Jahre, gepaart mit ganz viel Flair der italienischen Riviera, schmeckt die frische Orecchiette mit dem cremigen Kern der Burrata (100 % Büffelmilch) mit Tomaten und Basilikum vorzüglich. Übrigens: Burratina ist ein kleines Säckchen aus Mozzarella, das mit Mozzarella-Strängen oder -Würfeln und cremiger Sahne bzw. Rahm gefüllt ist. Burrata bedeutet „gebuttert“.

Lella Mozzarella / Mörfelder Landstraße 137 / 60598 Frankfurt am Main / 069 66366744

Ja! Mozzarella ist mehr als nur glibberige Masse in Tüten!!!

„Life is not an experiment“ – Hotelmanager Bastian Becker

Bastian Becker ist ein formidabler Gastgeber mit dem richtigen Blick für die nötigen aber auch schwierigen Details und den richtigen Touch für Unmögliches, denn bereits früh in seinem Leben hat er gelernt und verstanden, dass es auch für Unmögliches Lösungen geben kann.  Wegschauen oder Verstecken ist so gar nicht seine Natur. Aufmerksam und mit einer satten Portion Charme auf Menschen zuzugehen ist für ihn eine Selbstverständlichkeit. Ja! Er ist somit ein Ausnahmetalent in einer von Budgets und Finanzplänen gehypten Branche in welcher Fachkräftemangel auf digitale Wandlungen, fernab vom Menschsein trifft. Bastian Becker kennt und beschäftigt sich täglich mit all diesen, teils großen Herausforderungen, welche er zusammen mit seinem Team routiniert löst.

Die Gestaltung einer weltoffenen Willkommenskultur gepaart mit herzlicher Servicefreude ist für ihn eine Herzenssache, denn letztlich ist ein zufriedener Gast die schönste Orientierung. Die Herausforderung, gerade in Weltkrisenzeiten, ist der Spagat zwischen sinniger Wirtschaftlichkeit und einer stimmigen Servicekultur in welcher der Gast stets im Blickpunkt steht. Er möchte dem Gast jeden Tag aufs Neue zeigen, dass man sich kümmert und für dessen Belange ein offenes Ohr hat.

„Manchmal grenzt diese Philosophie fast an ein Wunder, doch wenn wir das, was in uns liegt, nach außen in die Welt tragen, geschehen eben Wunder“, so Bastian Becker.

In seiner Jugend gab es für Bastian Becker andere berufliche Pläne und Ideen. Tierarzt wollte er mal werden. Wollte mit Mensch und Tier in Verbindung mit den prächtigen Naturlandschaften seiner Heimat arbeiten. Dort gab es auch noch die Rodelbahn vom Schauinsland hinab ins Tal. Heute lebt und gestaltet er es anders herum: Vom Tal nach oben. Bastian Becker ist ein Queraufsteiger in seine jetzige Aufgabe hinein: Hotelmanager bei Melia, verantwortlich für sieben Hotels mit kreativem Geist für nahezu 400 Mitarbeiter. Er ist Menschenfreund wie auch -sammler, Networker und ganz gern auch Manager mannigfacher Wünsche seiner Gäste. Mal ist er Moderator und umschmeichelt Nonchalance die Lebensgeister seiner Mitarbeiter gepaart mit einem kräftigen Strauß an Servicefreundlichkeit und nahezu perfekt-gepflegter Kundenorientierung. Jeder hat seine Aufgabe und alle erfüllen diese mit einer liebenswerten Leichtigkeit ohne aufdringlich zu werden. Für den Gast ist es ein Genuss diese Servicekultur mit offenen Armen einzufangen.

Wer hier im Melia in schöner Nachbarschaft zum Senkenberg Museum sitzt wird relativ rasch erkennen, dass ein Hotel der Spiegel dieser, teils chaotischen Welt, sein kann. „Life is not an experiment“! Aber eine wunderschöne Herausforderung mit allerlei Stufengewirr, so Becker.

Allerlei Stufen hat Bastian Becker hinter sich. Mal breit, mal schmal, mal hoch und manche auch tief. Nach 27 Jahren in der Hotellerie kennt er sie alle. Und herzlich gern nimmt er sie mal schnell und mal mit viel Bedacht. Neue sind willkommen und andere werden mit ganz viel Wertschätzung neu überdacht. Er ist für seine Mitarbeiter lesbar, nie fern und in seinem Wirken wie auch in seiner Sprachfertigkeit eloquent. Kommunikation auf allen Ebenen soll offen, klar und ehrlich sein.

Irgendwie und irgendwann hat ihn die Lust auf die Hotellerie erfasst. Seine Ausbildung wie auch die Hotelfachschule in Heidelberg waren die Wegweiser. Hier hat er erkannt, dass der Beruf von Berufung kommt: Eine erfüllende, sinnstiftende Arbeit ist ein wichtiger Eckpfeiler für Erfolg sowie ein glückliches und zufriedenes Leben. Bereits mit 31 war er Hoteldirektor bei NH in Berlin. Dann der Wechsel als GM zu Tryp Berlin Mitte, GM bei Melia in Wien und letztlich GM und Regionalmanager für Melia Rhein-Main. Trotz all dieser Herausforderungen bleibt er seiner Linie treu und pflegt den engen Kontakt zu seinen Mitarbeitern. Von ihnen lernt er und ihnen möchte er Orientierung geben. Jeder Mitarbeiter hat einen originären Kern. Eine Identität, die nur ihm zu eigen ist und welche es gilt in die richtige Position zu setzen. Handfive, Chichi oder mal um siebzehn Ecken gedacht ist nicht wirklich sein Führungsstil.

Bastian Becker ist eben ein von der Sonne verwöhnter Geist mit ganz vielen Ideen auf die Zeit nach dem Heute. Er ist auch und unbedingt gern Familienmensch. „Family is passion“ und der schönste Rückzugsort. Hier, umgeben von seiner charmanten Frau und den beiden quirligen Kids, kann er entschleunigen und die zahlreichen Tanks für die spannenden Herausforderungen seines Jobs wieder betanken.

Übrigens: Das Melia an der Senckenberg-Anlage ist nicht nur Business Hotel, sondern auch ein herrliches Ferienhotel. Die meisten Zimmer haben Balkone mit prächtigem Blick auf die Stadt und den Taunus. Hier trifft sich das Who- is- who der Buchmesse ebenso wie die Stars und Fans des FC Barcelona im Stelldichein mit den kunterbunten Teilnehmern des Christopher Street Day. Hier sind alle Gäste  gleich und eins. 

 

Kultivierte Klarheit – Daniela Hinterberger dirigiert im Hilton Hotel Düsseldorf

Willkommen im PHI|LO|SOPH, dem Restaurant im Hilton in Düsseldorf. Hier wird nicht kluggeschissen, sondern Kundenwünsche werden aufgefangen und mit viel Wertschätzung bereichert. Der Service schenkt dem Gast eine sehr entspannte Aufmerksamkeit und versteht es vorzüglich, auch zuzuhören. Fernab von Hektik und dem üblichen Alltagsgedöns.

Frohgelaunt, gepaart mit ganz viel Lust auf Draußen und Natur, streichelt Daniela Baumgartner den Hals ihres Pferdes. Der morgendliche Nebel liegt noch wie Watte auf den Naturlandschaften und mag sich noch nicht entscheiden, ob er sich verzieht oder einfach liegen bleibt. Eine herrliche Stimmung, welche Daniela Hinterberger intensiv einatmet und fernab vom hektischen Alltag in ihren Gedanken vorsortiert. Diese Art der Begegnung mit Natur und Tier gibt ihr ganz viel Entspannung und Raum für klare Gedanken. Ihr Pferd, der Lusitano Ebay, zollt ihr mit hoch erhobenem Kopf viel Aufmerksamkeit und baut sich zu seiner vollen Größe auf, um eine Situation zu überblicken. Typisch für diese Rasse ebenso wie ihre Nervenstärke und Gelehrigkeit. Und…Lusitanos haben eine sehr menschenbezogene, tiefe Verbindung zu ihren Besitzern.

All jene Werte pflegt Daniela Hinterberger auch in ihrem Job als Chefdirigentin am Herd. Nur mit einem klaren Wertekompass, einer sensiblen Nuance Empathie und Nervenstärke gelingt es ihr nahezu perfekt, ihr engagiertes Team mit viel Aufmerksamkeit zu steuern.

Nach nunmehr 15 Jahren im Düsseldorfer Hilton gelingt es ihr mittlerweile nonchalant, die Gäste im „Philosoph“ und mitunter 800 Kongress- bzw. Tagungsgäste im Bankettbereich mit besten Speisen zu versorgen. Viele Abläufe hat sie so kultiviert, dass Reibungsverluste erst gar nicht auftreten. Kommandos laufen unaufgeregt und freundschaftlich mit einem schönen Touch Leidenschaft über die Bühne. Man spürt, trotz des sich täglich verändernden Kostendrucks, die Liebe zum Produkt. Man kocht hier klassisch Modern, international mit einer tiefen Verneigung vor regionalen Feinheiten.

Die kleine Speisekarte ist je nach Saison wie auch regional mit allerlei internationalen Einflüssen gestaltet, lässt klar die Jahreszeit erkennen und versetzt meinen Gaumen in Euphorie. Junger Feldsalat mit Kartoffeldressing und gebackener Roter Bete lässt vorzüglich all die natürlichen Aromen erkennen. Folglich muss es dann unbedingt noch die Ravioli gefüllt mit Hirsch mit Cranberries und Edelpilzragout sein. Wow. Wie schafft Daniela es, solch Produkte in all ihren natürlichen Aromen abzubilden? Die gebürtige Österreicherin hat natürlich ein echtes, ein wahres Wiener Schnitzel auf der Karte. Auch ein Sauerbraten und natürlich die Gans finden eine Pole Position auf der Karte und in meinen Gedanken. Schwierige Entscheidung! Nicht für das liebenswert-herzliche Team im Service. Ich bekomme nun Keule und Schnitzel.

Das wahrhaft-echte Wiener Schnitzel überzeugt die Augen, die Nase und den Gaumen. Die Panade schlägt Wellen und klebt. So weiß der Genießer, dass das Fleisch saftig ist und die Fasern nicht zu Brei geschlagen wurden. Die Keule von der Hafermastgans fügt sich gemütlich an glasierten Maronen, Apfelrotkraut, Kartoffelknödel und einen wundervoll gefüllten Bratapfel. Die Gans kleidet sich in einer knusprig-würzigen Haut. Das herzhaft-zarte Fleisch ist besonders saftig und würzig. Das ausgelassene Fett umläuft die einzelnen Elemente und betont fein deren Aromenkultur. Ehrlich, authentisch und bodenständig eben.

Es sind Genüsse, die nachwirken und die Sinne sehr zufrieden umschmeicheln. Klar, dass hier auch der Philosoph seinen Geist fliegen lässt.

Daniela Hinterberger ist eine Type mit klaren Werten und Zielen. Sie wirkt fern von Unruhe und Stress, hat sie doch auch ein exzellent wirkendes Team um sich vereint.

Restaurant Philosoph im Hilton Hotel Düsseldorf

Georg-Glock-Straße 20, 40474 Düsseldorf / +49 211 43 77 0

 

 

 

Apulische Burrata – „È come una grande opera“

Unverwechselbar in seiner Cremigkeit ist die Burrata eine der gefragtesten und geschätztesten Arten von frischem Käse, meist aus Kuhmilch, der aus einer Hülle aus festem Mozzarella besteht und innen mit einer cremigen Füllung aus Sahne und Mozzarellafäden gefüllt ist. Geboren wurde die Burrata 1956 in Gioia del Colle, nahe der apulischen Stadt Bari.

Die typische Burrata ist weich und cremig und hat einen leicht süßlichen Geschmack. Durch seine Cremigkeit und auch sein Aromenbild ist sie ein hervorragender Tafelkäse, welcher Salaten eine besondere Note verleiht und sich ideal zu Pasta mit frischen Tomaten oder auch auf Pizza eignet. Ich genieße sie auch genial zu Erdbeeren oder Pflaumen mit frischem Pfeffer.

Bei meiner Reise durch die Gastronomie in Frankfurt bin ich sehr selten einer wahren und traditionellen Burrata begegnet. Manchmal werden merkwürdige Knödel serviert, welche ganz weit ab von einer harmonischen Aromatik sind. Die cremige Burrata beim Sternekoch Carmelo Greco war sehr aromatisch, umgeben von Pfirsich und Feigen. Ein Gedicht aus mildem Schmelz und fruchtiger Opulenz. Dazu ein paar Tropfen Honig und ein Hauch frischer Kräuter, die das Ganze noch sinnlicher machten. Leicht, süßlich, dabei unglaublich elegant – wie ein italienischer Sommerabend. Ohnehin wird hier das Dolce Vita gelebt und auch kulinarisch ist Greco mit seiner Heimat eng verbunden.

Im Occhio d’Oro am Eschenheimer Turm war es dann eine wundervoll-sinnliche Begegnung mit einer Burrata mit Kürbis und einem luftgetrockneten italienischen Bauchspeck. Italienisch gedacht, mit Haltung gemacht. „Ohne Tamtam“, wie Andreas Hoffmann sagt. Sondern mit Geschmack.

Dazu ein leichter & frischer und fruchtbetonter Weißwein, wie z. B. der Marangona Lugana 2024 vom Gardasee. In der Nase tummeln sich Noten von Pfirsich, Blutorange, Limone, Wiesenblumen und Mandeln.

Auch in Sachen Wein überzeugt die fachliche Kompetenz von Restaurantleiter Ivo Buljan und seinem sehr servicefreundlichen Team.

Für Giovanni Pagazzi von der traditionellen Käserei in Santeramo in Colle ist Burrata wie eine große Oper: „È come una grande opera“ eben! Sein Tipp: Burrata mit frischen Früchten garnieren und mit karamellisiertem Balsamico verfeinern.

Übrigens: Apulien ist eine süditalienische Region, die den Absatz des italienischen „Stiefels“ bildet und bekannt ist für ihre Hügelorte mit weiß getünchten Häusern, das jahrhundertealte Ackerland und die Hunderte Kilometer lange Küste am Mittelmeer. Die Hauptstadt Bari ist eine lebhafte Hafen- und Universitätsstadt. Lecce gilt aufgrund seiner barocken Architektur als „Florenz des Südens“. Charakteristisch für Alberobello und das Valle d’Itria sind die „Trulli“ – Steinhütten mit auffälligen kegelförmigen Dächern.

Wenn Hoteldesign einer Stadt den Spiegel zeigt – Das Miiro in Wien

Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder,

sondern Kunst macht sichtbar.

Geschickt und elegant wurde in Wiens bester Lage das Hotel Miiro Palais Rudolf direkt am Rudolfsplatz 11 platziert. Das Viersternehotel verbindet klassische Wiener Architektur mit modernem Design und kuratierter Kunst. Das neue Viersterne-Boutiquehotel mit 64 Zimmern interpretiert die traditionelle Wiener Stadthausarchitektur neu und verbindet klassische Eleganz mit zeitgenössischem Stil.

Inspiriert von der kulturellen Geschichte Wiens versteht sich das Hotel als moderne Hommage an die Stadt. Das Interior-Design gestaltete James Thurstan Waterworth, Gründer des Londoner Studios Thurstan und ehemaliger European Design Director bei Soho House. Das Wiener Studio Archisphere unter der Leitung von Gabriel Kacerovsky, der auch das architektonische Konzept entwickelte, setzte das Projekt um. Sein Ziel sei es gewesen, das Flair eines klassischen Wiener Stadthauses neu zu interpretieren. Das Palais Rudolf wurde mit viel Gefühl als lebendiger Ort konzipiert, nicht als Denkmal. Hier ist jede Proportion, jedes Licht und jede Textur bewusst gewählt, um Wiens poetische Dualität einzufangen – seine stille Eleganz und seine kreative Kühnheit.

Die 64 Gästezimmer, darunter zwei Suiten, sind in warmen, natürlichen Tönen gehalten und verbinden klassische Elemente wie Fischgrätparkett und Vintage-Möbel mit modernen Akzenten. Einige Suiten verfügen über private Balkone mit Blick auf den Rudolfspark oder den begrünten Innenhof.

Auch die öffentlichen Bereiche greifen das Wiener Lebensgefühl auf: Tagsüber erinnern sie an Kaffeehäuser, abends verwandeln sie sich in Brasserien. Ein Boutique-Gym, ein Refresh-Room für frühe Anreisen und späte Abreisen sowie kuratierte Kunstwerke österreichischer Künstlerinnen und Künstler – darunter Maria Lassnig, Peter Sengl, Jürgen Messensee, Max Weiler, Rudolf Hradil und Christian Ludwig Attersee – bereichern das Hotel ungemein.

 

Die Spione der Gourmetküche – Restauranttester on Tour

Nicht nur die „Ritter der Sterne“ verteilen ihre Wertungen und verbreiten allerlei Schmerz und Kummer oder Glanz und Gloria. Auch andere Restaurant- und Genussführer publizieren ihre Wertungen, ihre Hauben und Bestecke und, und …

Und so mancher fragt sich … Wie urteilen denn diese „Inspektoren“ oder sind es gar Inquisitoren? Vorab kann ich versichern, dass sich die Tester ihrer großen Verantwortung bewusst sind, denn letztlich hängt von ihrer Bewertung mitunter auch der wirtschaftliche Erfolg eines Restaurants ab.

Sie sind ständig und besonders gern inkognito unterwegs. Die wahren Tester legen großen Wert auf Anonymität. Sie reservieren wie jeder übliche Gast auch und sie zahlen auch ganz regulär. Solchen dümmlichen Klischees, wonach Tester stets mittags mit einem dicken Notizbuch kommen und sich alleine und meist kritisch über Service und Küche äußern, kann ich insgesamt widersprechen. Ein Tester kommt auch mal mit Hund und der Herr der Michelin-Sterne gerne auch mal mit Geschäftsfreunden. Ein anderer auch mal mit jugendlicher Tochter. Sie alle wollen wie jeder andere Gast in einem Restaurant behandelt werden.

Und alle richten ihr strenges Augenmerk auf den Geschmack. Das Drumherum, das abgehobene Geplimpere, das hochwertige Besteck sowie eine pralle Weinkarte oder die goldenen Lüster in den Toiletten sind definitiv nicht entscheidend.

Ausgewählt werden Gerichte, an denen die Experten das „handwerkliche Geschick der Küche und ihres Küchenchefs“ erkennen können. Die Gerichte müssen ehrlich und authentisch sein. Weder geschmacksverwirrt noch verkrüppelt in ihrer Erscheinung. Die Tester bestellen deshalb eher kein Rumpsteak, sondern vielmehr Gerichte, an denen man arbeiten muss. Was nützt einem der optisch schönste angerichtete Teller mit allerhand Schäumchen und Stäubchen, wenn die Produkte nicht gut sind und sie geschmacklich ganz weit weg von real bzw. nicht zu erkennen sind? Eine Möhre muss nach Möhre, das Maronensüppchen nach Maronen und das Rotwein-Soufflé sollte auch nach Rotwein schmecken.

Die häufig gestellte Frage nach dem Unterschied zwischen einem, zwei oder gar drei Sternen beantwortet der Monsieur der Michelin-Sterne, „Ralf Flinkenflügel“, mit einem Vergleich: „Nehmen Sie zwei Geigenspieler, beide beherrschen das Instrument hervorragend. Derjenige, dessen Spiel den Zuhörer berührt, den man nicht vergisst, der ist in der Küche der Drei-Sterne-Koch.“

Übrigens! Die bundesweit 282 Restaurants mit einem Stern bieten eine sehr gute Küche, bei der das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. Das heißt, Sterneküche muss nicht unbedingt teuer sein. Für zwei Sterne muss „eine eigene Handschrift des Küchenchefs“ erkennbar sein. Diese Voraussetzung erfüllen derzeit 47 Restaurants in Deutschland.

In die Spitzenklasse der 12 deutschen Drei-Sterne-Köche gehören die „Trendsetter“ am Herd. Hierzu gehören z. B. Thomas Schanz im Restaurant Schanz in Piesport und auch Christoph Rüffer im Hotel Atlantik in Hamburg. Für mich sind beide Köche wahre Persönlichkeiten unter Europas Meisterköchen.

Herbstgefühle brauchen unbedingt einen guten Wein

Es ist kein Ruhmesblatt für die Natur: Mit stürmischem Getöse wirft sie ihre Blätter unartig zu Boden und hüllt ihn in ein braun-gelbes Patchwork. Kleidet sich grau in grau, umgeben mit grau-weißem Tüll. An allen Ecken geht es gegen eine kalte Null, welche sich ganz gern von einem unartigen Nass begleiten lässt.  Oh je … welch eine Tristesse bietet uns der Herbst. Wenn doch mindestens die Sonne die Bühne in Szene setzen würde. Doch diese ist mal wieder auf Auszeit weit südlich.

Um all dieses grausige Schauspiel zu ertragen, benötigt es einen guten, ja besonderen Wein, welcher unsere Seele wieder wärmend aufpoliert und in Zuversicht dreht.

Also habe ich meine dicken Schuhe angezogen und habe solche Weine entdeckt.

  

Ideal für solche trübsinnige Herbsttage sind vor allem reife, aromatisch komplexe Weine, die überzeugen und mehr Körper, Wärme und Textur bieten. 

Dann darf es auch mal ein Rotwein sein, welcher ein Holzfass geküsst hat. Er soll würzig, kräftig und vollmundig daher kommen und mit viel Tiefe und Fruchtaromen von roten und schwarzen Beeren, Rosinen, Feige oder Pflaumen überzeugen. Sie schenken unserer Seele Wärme und Harmonie. Auch elegante Rotweine mit feiner Gerbstoffstruktur bereichern den Genuss und sind ein passender Partner für genussvolle Momente weit abseits der herbstlichen Tristesse.

Gerade im Holzfass ausgebaute Rotweine zeigen Tertiäraromen, d. h. durch die Reifung im Holz entstandene Aromen wie Vanille, Tabak, Nüsse oder Karamell, besonders dann, wenn sie im Barrique ausgebaut wurden. Röstaromen passen wunderbar zu dieser besonderen Jahreszeit.

Aber auch Weißweine mit Struktur und Körper passen sehr gut. Sie sollten eine cremige Textur haben und leichtes Tannin durch Holzfassreifung oder langes Hefelager. Solche Weißweine haben Aromen von Gewürzen, Nüssen, Brioche, Honig oder getrockneten Früchten.

Vom Bio-Weingut Rummel aus Landau überzeugt der 2020 Cabertin Reserve. Das wochenlange Maischelager und die 22-monatige Barriquereife taten diesem Rotwein nur Gutes. Er kommt in einem dichten Purpurrot ins Glas & im Bouquet spiegelt er ein charaktervolles Fruchtspiel von schwarzen Johannisbeeren, Pflaumenmus sowie feine Nuancen von Brombeeren, gepaart mit zarten Kaffeenancen, Röstaromen und Süßholz. Am Gaumen seidig und ausgewogen mit feiner Eleganz und einem langanhaltenden Finale.

Der Pinot Noir Mußbacher Edition Papillon vom Bio-Winzer Gerhard Schwarztauber aus Mußbach ist ein prächtiges Meisterstück. Überzeugend mit Anklängen von dunklen Waldfrüchten wie Brombeeren sowie mineralischen Noten geben sie ihm eine verspielte Finesse. Die Tannine sind wunderbar geschmeidig und gekonnt eingebunden. Die Reifezeit im neuen und gebrauchten Holzfass hat diesem festlichen Wein jede Menge Tiefe gegeben und sorgt für perfekt eingebundene, rauchige Aromen und Gewürzanklänge nach Nelken, Piment und einem Hauch Vanille.

Der in Eleganz überzeugende 2022-St.-Laurent-Réserve-Rotwein trocken vom Weingut Stern in Hochstadt wurde zu Recht mit dem Deutschen Rotweinpreis ausgezeichnet. Bereits im Glas gefällt das opulente dunkle Rubinrot. In der Nase tanzen feinsüßliche Noten von reifer Frucht. Saftig dunkle Kirschen, etwas Pflaume, bereichert mit einem Hauch von Zartbitterschokolade, was ihm eine besondere Tiefe und Finesse verleiht. Am Gaumen kompakt und noch fast jugendlich, feine Frucht, schöne und hochwertige Gerbstoffstruktur.

Der Herbst schreit nach kulinarischer Eleganz mit besonderen Weinen

Wenn ich so die Fachpresse lese, entdecke ich die allgemeine Meinung, dass Bordeaux-Weine die idealen Essensbegleiter sind, denn ihre ausgewogene Balance aus Frucht, Säure und Tannin macht sie zu vielseitigen Partnern, sowohl in der Alltagsküche als auch in der gehobenen Gastronomie. Hier gehe ich unbedingt mal in Widerspruch, denn mittlerweile gibt es ausgezeichnete Weine von deutschen Weinmachern, welche Weine aus dem Bordeaux zeigen, wo die Rebschere hängt. 

Besonders in der Pfalz fallen einige Spätburgunder mit ihrer geschmeidigen Struktur, ihrer Tiefe und reifen Früchten wie auch mit fein-erdigen Noten auf, welche jene Eleganz verkörpern, die große Bordeaux auszeichnet. Solche Weine fügen sich behutsam und harmonisch in fein komponierte Gerichte ein, ohne sie zu überlagern, und verleihen gleichzeitig dem kulinarischen Erlebnis eine neue, teils faszinierende Dimension. Besonders zu zartem Fleisch wie einem kräftigen Braten oder Kalb und Geflügel, herbstlichem Gemüse wie aromatischen Pilzgerichten oder saisonalen Spezialitäten – solche Weine bereichern unsere Sinne wie auch das Geschmackserlebnis ungemein und setzen dem Gericht eine prächtige Krone auf.

Der 2022ER SPÄTBURGUNDER TROCKEN BIO vom Weingut Rings in Freinsheim gleitet sehr geschmeidig ins Glas und gefällt in einem hellen Rubinrot. In der Nase tummeln sich reife Beeren und dunkle Kirschen, gefolgt von zarten Nuancen, welche an getrocknete Kräuter, Tabak und Haselnuss erinnern. Am Gaumen wird er fruchtig und bisweilen würzig. Ein sehr eleganter wie auch frischer Weintyp, der ausgezeichnet zu dunklem Fleisch und Lammkoteletts mit Kräutern passt.

Oliver Gabel aus Herxheim am Berg begeistert geradezu mit seinem 2022 SPÄTBURGUNDER STEINACKER TROCKEN – BIO. Weich fließend und doch mit spürbarer Tiefe zeigt sich der Charakter dieses Spätburgunders. Erkennbar auch die wunderbare Fruchtsäure für maximale Eleganz im Wein. Der Spätburgunder Steinacker wurde in mehreren Durchgängen selektiv von Hand gelesen. Nach der Gärung durfte der Wein 18 Monate im Barrique reifen, bevor er ungeschönt und unfiltriert auf die Flasche gefüllt wurde. Der Steinacker-Spätburgunder besitzt ein komplexes Bouquet mit Noten von Sauerkirsche, Krokant und Waldboden. Am Gaumen noch sehr jung, besitzt Grip und eine frische Säure.

Der PINOT NOIR HÜTTERLE WOLLMESHEIM 2024 von Jacob Duijn lässt trotz seines jungen Jahrgangs eine faszinierende Eleganz erkennen. Die Trauben wurden sorgsam von Hand selektioniert, entrappt und auf der Maische vergoren. Nach dreiwöchiger Gärung in offenen Eichenholzbottichen wurde schonend entsaftet. Die weitere Reifung erfolgte für 12 Monate in kleinen Fässern aus bester deutscher und französischer Eiche. Bei der Füllung wurde auf Filtration und sonstige Behandlung des Weines verzichtet. Im Glas durchscheinendes Kirschrot. In der Nase Duft von Erdbeere, Kirsche, etwas Himbeere und feinem Tabak. Feine Kräuter und Sandelholz. Am Gaumen kraftvoll, zupackend mit warmer, schmeichelnder Art. Dieser Wein hat Lagerpotential für viele Jahre.

Und dann gibt es noch 2018 PINOT NOIR ‚SANKT PAUL‘ GG TROCKEN. Ein prächtiger Wow-Wein mit einer bemerkenswerten Dichte und einer opulenten Eleganz. Das Lesegut wurde sorgsam von Hand selektioniert, entrappt und auf der Maische vergoren. Nach zwei- bis dreiwöchiger Gärung in offenen Eichenholzbottichen und Bütten wurden sie schonend gepresst. Die weitere Reifung erfolgte für 18 Monate in kleinen Holzfässern aus französischer Eiche. Bereits im Glas fasziniert dieser Wein mit einem feinen, mittelkräftigen Rubinrot. In der Nase platzieren sich Duftnoten von Wacholderbeere, Waldbeeren und Tabak sowie eine feine Nuance von Pfeffer. Am Gaumen dicht mit kräftiger Substanz und jugendlichem Tannin. Saftig mit sehr guter Länge und bester Struktur. Großes Lagerpotential. Ein vollmundiger, eleganter Wein mit einer prächtigen Noblesse.

„Du bist nie mehr so jung wie heut … an einem Sonntag in Avignon …“

trällerte einst der „Spatz von Paris“ Mireille Mathieu. Es ist die Lebensfreude, die diesem Schlager entspringt und auch noch im etwas kühlen März dazu animiert, die herrlichen Landschaften der Provence mit offenem Verdeck zu genießen.

Mitte März wirkt die Provence nahezu verschlafen im Vergleich zur Hauptsaison im Sommer. Das gilt selbst für so bekannte Reiserouten entlang der Rhône. Prächtig schmiegen sich die Orte Orange mit seinem römischen Theater, das zu den besterhaltenen Bauten der Antike zählt, Avignon mit seinem monumentalen Papstpalast oder das pittoreske Bergdorf Gordes an den berühmten Flusslauf an.

Zwischen Orange und Avignon, inmitten eines duftenden kleinen Gartens mit Blauregenspalieren im Herzen der charmant-mittelalterlichen Stadt Villeneuve-lez-Avignon gelegen, hat das Klosterhotel „Le Prieuré“ aus dem 14. Jahrhundert einen nur selten anzutreffenden Reiz. Mit seinem Klostergarten und den Glyzinien-Spalieren malt das kleine Hotel, fast harmonisch, feine Linien in unsere Seelenlandschaft.


Für Jean-André und Geneviève Charial strahlt dieses ehemalige Kloster vor allem Ruhe und Entspannung aus. Um das Haus stilgerecht zu renovieren, hat Geneviève Charial ganz genau zugehört, was die Mauern ihr zuflüsterten, und sie hat aus dem Haus ein liebevolles „select maison“ gemacht.
Die verschiedenen Zimmer und Suiten sind auf drei Gebäude verteilt, in denen sich Moderne und das ursprüngliche Erbe dieses Orts mischen.

Im hoteleigenen Restaurants, direkt am Ufer der Bourbince, erwartet den Gast ein kulinarisches Erlebnis der Extraklasse. Inmitten des ruhigen Ambietes des ehemaligen Klosters verkörpert das Restaurant Prieuré Baumanière die Eleganz einer mediterran inspirierten Küche. Die Speisekarte des vorzüglich geführten Restaurants zelebriert ganz besondere Schätze der Region. Küchenchef Christophe Chiavola kreiert lebendige, ausgewogene Gerichte aus saisonalen Zutaten und Gemüse aus dem eigenen Garten. Es ist ein genussvolle Auszeit, die das kulinarische Erbe mit den typischen Aromen des Südens verbindet und all unsere Sinne hellwach werden lässt. Zu den Weinen des nahegelegenen Weingutes Château de Beaucastel werden typische Gerichte der Region wie Foie gras von Enten aus dem Land gepaart mit Gariguette-Erdbeeren aus Nîmes, oder gebratenen Tauben aus der Region Costières mit Salbei sehr kreativ auf die Teller in Szene gesetzt. Auch in Sachen Fisch zeigt die Küche eine excellente Kompetenz. Ohnehin versteht es Küchenchef Christophe Chiavola eine wundervolle Bouquet an Aromen sehr geschickt in unsere Sinne zu plazieren.

Bevor die Reise weiter Richtung Süden führt … ganz klar ein längerer Stopp auf dem Weingut Château de Beaucastel in Courthézon. Hier präsentiert Familie Perrin einen ausgezeichneten AOC Châteauneuf-du-Pape. Eine prachtvoll-fleischige Cuvée höchster Güte aus dreizehn Rebsorten.