Kompromisslos und ungemein lebendig – Katja & Ansgar Galler

Das schönste Geschenk ist durchaus auch eine sonnig-fröhliche Begegnung zum Vesper, bei den Gallers inmitten ihres Familienidylls und unbedingt am Ende eines gefüllten Tages im Weinberg. Deftig, absolut gesund und ohne jegliches Getue, garniert mit einer satten Portion Herzlichkeit  kommen sie daher: Katja, Ansgar und die beiden Jungs. „Wie der Herr, so’s Gescherr“ eine wohl alte Bauernweisheit lässt sich hier vorzüglich genießen, denn ganz wenig geschieht hier aus Unvernunft oder Sinnlosigkeit. Mit ihrem vereinten herzlichen Lachen nehmen sie mit auf eine Sinnesreise durch die feine Kunst des Weinbaus und in ihr Leben, das sie hier nonchalant ausbreiten. 

Natürlich ist Weinbau keine einfache Aufgabe, sondern eher eine ständige Herausforderung, die viel Gedankengut erfordert, manchmal auch von der Philosophie großer Denker gestreichelt wird.

Fast unmerklich, aber dennoch ist sie wieder da, diese liebenswert… ja fast romantische Einigkeit zwischen dem Weinmacher Ansgar Galler und seiner charmanten Ehefrau Katja, wenn es um die Nachhaltigkeit im Weinbau wie auch im Leben geht. Bei den Gallers lebt der Weinberg so richtig auf und darf sich auch mal ausleben, denn tatsächlich leistet die Natur die eigentliche Arbeit und gibt den Rhythmus vor.  Dem Weinberg begegnen die beiden mit Demut und geben ihm achtsame wie auch sensible Unterstützung. Und wieder sind sich beide einig „Das berührt uns bei der Arbeit im Weinberg wie auch im Keller, und genau das verleiht definitiv ein authentisch-ehrliches Profil“.

Die Gallers greifen so wenig wie möglich in die natürlichen Prozesse ein, denn Qualität heißt auch, absolut keinen Einsatz von Herbiziden, Insektiziden oder Kunstdünger. Ihre Lösung haben die ursprünglichen Rheinhessen im beschaulichen Kirchheim an der Weinstraße nahe Grünstadt gefunden. Hier gestalten sie attraktive und nachhaltig produzierte PIWI Weine aus Rebsorten mit Resistenzeigenschaften. Nein… PIWI ist kein GenProdukt. PIWI Reben bieten hervorragende Eigenschaften, die Widerstandsfähigkeiten und Weinqualitäten miteinander kombinieren und der launischen Witterung auch mal  trotzen. Durch gezielte Züchtung und Selektion entstehen neue innovative Rebsorten, die es ermöglichen, den Weinbau nachhaltiger zu gestalten und die zukünftigen Herausforderungen im Weinberg zu bewältigen ohne die Natur unnötig zu belasten oder gar zu schädigen. Und ja… die Weine wie auch die Sekte der Gallers lassen erkennen, was Bodenhaftung und Charakter beim Wein bedeutet. Hier wird nicht gekünstelt oder gefärbt… hier wird sich für beste Qualitäten und für ein Stück mehr Leben mit herzlich viel Lebensfreude gequält. 

Draußen im Weinberg wird klar, ein prächtig-lebendiger Boden mit einer bunt-blühenden Begrünung zwischen den Rebzeilen bildet die besten Voraussetzungen für vitale Reben und aromatische Trauben. Nur so erhalten sie die Gesundheit der Lössböden und schützen außerdem vor Erosionen. Ansgar Galler fördert sehr gewissenhaft die Bodenlebendigkeit, die Artenvielfalt und schafft eine echte, tiefe Beziehung zwischen sich, seinen Reben und den Böden.

Und klar… wen wundert es… hier stehen auch Sitzstangen für Greifvögel und ein Insektenhotel um die Artenvielfalt zu erhöhen. Letztlich ist das die wesentliche Basis für gesunde, aromatische Trauben, die den Ausdruck ihrer individuellen Herkunft in sich tragen und dies später in das Glas und in all unsere Sinne tragen.

Mit viel Feingefühl wirkt Ansgar Galler auch im Keller, welcher mit reichlich Holz bestückt ist. Seine Erfahrung bereichert mit dem vielfältig-erworbenen Knowhow geeint mit Instinkt und Experimentierfreude lassen große und definitiv außergewöhnliche Weine entstehen. Es sind dann auch Weine, die nicht gar so üblich aber dafür besondere Ereignisse sind. So auch die kleine Serie Naturweine. Getreu dem Motto: „kontrolliertes Nichtstun“ lassen sie den Weinen aus sehr gesunden Trauben ihren freien Lauf. Unfiltriert und ohne Schwefelzusatz kommen Tropfen aus höchster Qualität in die Flasche. Mal Orange und mal Pet Nat. Gerade hier übernimmt der Gaumen den Part der langanhaltenden Genussfreude. 

So ganz nebenbei gefällt ein fruchtiger Friedrich-Johanniter im Glas. Ein feines Fruchtspiel umgarnt die Nase: Gelbe Frucht wie Pfirsich und Mirabelle dazu eine feine Spur würzig, leicht geröstete, Noten. Am Gaumen leichter Schmelz gefolgt von einer eleganten Säure und einer dezenten Salzigkeit im Abgang. Respekt! Ein außergewöhnlicher wie auch sinnlicher Wein. 

Es wird deutlich…die Galler-Weine haben Persönlichkeit, sind stilsicher und natürlich auch selbstbewusst. „Wie der Herr, so’s Gescherr“ eben!  Die herausgearbeiteten Texturen überzeugen und verführen zu einer klaren und feinen Trinkfreude. 

Katja wird nie müde, wenn es darum geht, ihren Gästen, zu vermitteln was sie tun und insbesondere warum sie es tun. Ansgar ergänzt und verstärkt manche Takte in den Worten seiner Frau. Sie sind sich doch so herzlich einig und nehmen mit dieser, ganz besonderen, Art gefangen. 

Mensch… hier ist Wein wirklich fühl-, schmeck- und so ungemein erlebbar und Familie Galler inmitten der vinologischen Vielfalt ein herzlicher Genuss.

Weingut Galler / Bissersheimer Str. 13, 67281 Kirchheim an der Weinstraße / 06359 919391

http://www.weingut-galler.de

Der mit dem Fuchs tanzt – Johann Seibt

Es ist wahrlich ein kindisches Vorurteil zu glauben, Wein stimme philosophisch. Wer lange Abende mit Johann Seibt beim Wein zubringt, fragt nicht mehr nach dem Grund der Schöpfung. 

Weder rühren noch schütteln und auf gar keinen Fall Eis. Unbedingt mit frischer Nase und Geist, denn bereits beim ersten Glas Wein aus der kreativen Hand von Johann Seibt wird klar… der Typ kennt das „Druidenwerk“ für die hochklassische  Weinkultur. Seine Rieslinge sind wie Diven auf großen Bühnen, sind dramatisch und weit weg von verspielt, sind klar, jugendlich und herzlich erfrischend. Auch haben sie viel Atem, feinste Faser und zarte Frucht. Sie sind charakterstark, tiefgründig, elegant, ehrlich und spiegeln ihre Herkunft auf eindrucksvolle Weise. Mit 85 Prozent der Rebfläche ist Riesling der Dominator im Weingut Karl Schaefer. Mit ihren Rieslingen bespielen sie alle Stufen der VDP-Qualitätspyramide.

Johann Seibt erwähnt es so relaxt nebenbei: Im Keller forme ich den Wein nach seiner Herkunft. Und überhaupt… hier unten in den tiefen rauchigen Gewölben mit allerlei Spinnenkram fühlt er sich angekommen. Hier gestaltet und kreiert er. Hier lässt er die Sounds in kunterbuntem Lichtregen tanzen. Nein! Er ist kein Spinner! Johann ist ein ehrlicher, herzlicher Typ mit einer satten Portion Leidenschaft und recht viel Feingeist. Er ist Menschenfänger wie auch -kenner. Gern ist er draußen beim Kunden wie auch drinnen mit seinem Team. Und meist hat er recht viel Gesprächszeit im Gepäck, denn es gibt eine Menge zu erzählen von Wein, seinen Ideen und den besonderen Lagen.

Zweifelsohne gehören die Lagen vom Weingut Karl Schaefer zu den besten an der Weinstraße. Das „Gerümpel“ weltbekannt, die „Großen Lagen“ Michelsberg oder „Forster Pechstein“ eine hochwertige Bank sowie der „Dürkheimer Fuchsmantel“ unter dem historischen Flaggenturm mit seinen vielfältig-herrschaftlichen Terrassen eine prächtige Naturlandschaft, in deren Fauna und Flora im Yin und Yang stehen. Bereits im Weinberg – das bestimmende Element ist schließlich die Traube – legt Johann Seibt mit seinem Team achtsame Hand an, denn es gilt nicht nur nachhaltig, sondern auch regenerativ und konsequent-ökologisch zu arbeiten. Im Weingut Karl Schäfer gehört selektiv-feine Handlese zur weinkulturellen Avantgarde. Vor allem die Rieslinge zeigen, wie stark unterschiedliche Bodenarten ihn in seinen Ausprägungen beeinflussen und den Charakter prägen.

Der 35jährige Johann Seibt ist seit 2018 verantwortlich für den Keller. Nach seiner Ausbildung hat er mannigfach Erfahrungen in Südafrika, der Schweiz, im Burgenland und auf dem badischen Weingut Schloss Neuweier bei Robert Schätzle gesammelt. Mit einem charmanten Lächeln beschreibt er, dass im Keller die Richtung vorgegeben wird. Hier lässt er gewähren. Alle Lagenweine werden spontan vergoren und ihnen wird die Zeit gegeben sich auf der Vollhefe zu entwickeln. “Wir verstehen uns als der Mittler zwischen Natur und Weingenießer.“ 

Defintiv: Das Weingut Karl Schaefer kann mehr als nur festliche Auftritte!  

Weingut Karl Schäfer / Weinstraße Süd 30, 67098 Bad Dürkheim / 06322  2138

https://karl-schaefer.com

Konsequent, stilsicher und… mit Tiefgang

Georg Meier klingt weit mehr als nur deutsch – ein Name, der in der Weinszene Klang und Farbe hat, denn wo auch immer ich unterwegs war in der Pfalz wie auch im Fachhandel und auf den Namen Georg Meier zu sprechen kam, merkte man die leicht bewundernd hochgezogenen Augenbrauen. Ein Name, der auf fünf Generationen bis zum Jahre 1885 zurückblickt. Herkunft gepaart mit Tradition ist bodenständig und verpflichtet zugleich. Nicht erst seit seiner Übernahme des elterlichen Betriebes 2005 lebt Georg diese Verpflichtung mit herzlich viel Leidenschaft und einer satten Spur Familiensinn.  

„Qualität kommt vom Quälen“

Windstill ist es hier oben selten, denn auf dem Michelsberg, zwischen Burrweiler und Weyher gelegen, weht stets eine frische Prise aus dem Modenbachtal, umschmeichelt die Weinreben und verhilft ihnen so zu einer langsameren Reife. Hier auf Buntsandstein und Blauschiefer wurzeln die besten Rieslingreben von Georg Meier. Diese besonderen Gesteinsarten verleihen dem Wein sehr charaktervolle, mineralische Noten. Doch erfordert gerade diese sonnige Hanglage auch feine und teils quälende wie auch achtsame Handarbeit. Mit einem zaghaften Lächeln verweist er darauf, dass er jeden Rebstock mit all seinen Schwächen und Stärken kennt. Georgs Leitsatz „Qualität kommt vom Quälen“ wird bei all den Begegnungen mit ihm spürbar. Aber auch die Granit- und Rotliegend-Böden im Burrweiler Altenforst stehen für straffe, puristische und mineralisch unterfütterte Rieslinge, die zu Georgs Spezialität zählen. Mit sensibler, konsequenter, Handarbeit im Weinberg wie auch im Keller gelingen ihm prächtige Weine mit Tiefgang und opulentem Charakter. Sein Augenmerk gilt dem Riesling und den weißen Burgundersorten ebenso wie dem Spätburgunder, Merlot und Cabernet Sauvignon. All seine Weine sind individuell gestaltet: Rieslinge filigran, weiße Burgunder mit Kraft, die Rotweine mit Körper und Power.

Verantwortung mit einer schmeichelnden Portion Charme und einer klaren Zieldefinition kann er gut. Georg ist geerdet und weiß mit den Grenzen und Herausforderungen einer lebendig-gesunden Natur wie auch dem Klimawandel umzugehen.  Gerade draußen im Weinberg ist die uneingeschränkte Achtsamkeit mit der Natur elementar. Ebenso wie sein gelebter Feingeist für Familie und beste Freunde. Ein guter Typ eben!

Weingut Meier / Hübühl 9, 76835 Weyher in der Pfalz / 0 63 23 988 599 / https://wein-meier.de

Ein Prächtiges Stück Leidenschaft & Leben

Wenn sie etwas anpackt, dann aber richtig und immer ein Stück weiter als gestern. Vor wenigen Jahren stieg Vera Keller, nach ihrem Studium für „Weinbau und Oenologie“ in Neustadt an der Weinstraße und ihrer Winzer-Gesellenausbildung im Weingut Ökonomierat Rebholz in Siebeldingen sowie im Weingut August Ziegler in Maikammer, in den elterlichen Betrieb ein und begann Stück für Stück von den Weinen ihres Vaters abzuweichen und hat deren Charakter wie auch deren Eleganz merklich verfeinert. Bereits bei den ersten Proben des 20er Jahrgangs wird deutlich: Die Weine von Vera Keller haben Persönlichkeit, sind stilsicher und sind, wie auch sie, recht selbstbewusst. Die herausgearbeiteten Texturen überzeugen und sorgen nicht nur am Gaumen, für eine klare und feine Trinkfreude. 

Die Leidenschaft zum Beruf machen zu dürfen ist für Vera definitiv ein Privileg. Mit recht viel Lebensfreude und einer ordentlichen Portion Leidenschaft versteht sie ihre Arbeit mit der Natur und der sorgsamen wie auch achtsamen Pflege der Reben und einer schonenden Bodenbearbeitung, denn gerade hier werden die wichtigen Grundsteine der Qualitäten gelegt. Mit viel Augenmerk und Sensibilität möchte sie diese weiter entwickeln und konservieren. Durch diese ganz besondere Art feiner Handarbeit und regelmäßiger Qualitätskontrollen finden nur gesunde Trauben den Weg in den Weinkeller. 

Mit viel sonnigem Charme präsentiert sie ihre Scheurebe Feinherb. Satt und fruchtig wird die Nase überrumpelt: Holunderblüte, etwas saftige Litschi gepaart mit gelb-rotem  Pfirsich. Am Gaumen schmiegt er sich mit einer fein-harmonischen Süße von einem Aromenspiel von vollreifer Ananas und etwas Maracuja an. Im Abgang folgt eine leichte Säure. Solche Weine sind Vera Kellers Leidenschaft. Anders als üblich und davon gern etwas mehr. Nein! Tradition ist nie verkehrt, doch dürfen ihr gerne mal neue Töne und ein stilistisch feiner Charakter hinzugefügt werden, damit dieser auch in Zukunft eine Bedeutung hat. Auch wenn ihre neue Linie mit Namen wie „Sweet Temptation“ bereichert ist, Tuttifrutti-Weine gibt es bei ihr definitiv nicht! Besonders der Sweet Temptation begeister durch seinen starken wie auch fruchtig-frischen Charakter. Ein Wein, welcher gerade für das Laissez -faire und die gelebte Leidenschaft seiner Kreateurin spricht. Auch längst unterschätzte Rebsorten wie der Portugieser Rotwein werden durch eine moderne Stilistik und Reife im Barrique zu besonderen Tropfen veredelt.

Und allzu deutlich ist auch… das nächste Glas samt lebensfroher Begegnung mit Vera demnächst in Göcklingen.

Vera Keller Weine / Hauptstraße 52-54 / 76831 Göcklingen / 06349 5161

 

 

Auf dem vinologischem Weg zum Perfektionismus – Andreas Finger

Mit Andreas Finger kann man sich stundenrund, lebendig und erkenntnisreich über sein Dasein und den wahren Sinn seiner Weinwelt unterhalten, in tiefsinnige Gedankenwolken eintauchen und dabei fast versäumen, seine stilistisch sauber und fein gestalteten Weine zu probieren.

Mit sich selbst ist er längst im Lot und folglich führt er entspannt durch seinen Betrieb. Hier und da ein sinniges Augenschmeicheln. Selbstbewusst und ohne chichi erklärt er die Feinheiten seiner Handwerkskunst inmitten seines Weinkellers.

Nein! Keine Weinkathedrale, kein VDP-Glamour, keine Sinnsprüche von Goethe oder Laotse an der Wand oder auf den Tanks. Weder fahren tönende Roboter von Fass zu Fass, noch werden digitale Techniken zum Machtwerk in Keller und Hof. Eher unauffällig und sensibel durchdachte Handwerksarbeit gepaart mit Achtsamkeit und den Philosophien von ihm und seiner Frau und sein mannigfaches Wissen über den Weinbau bestimmen die Welt bei Andreas Finger. Diese Wissensenergie, diese Inspirationen, seine analytische Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und Fülle seiner Kreativität nimmt gefangen. All dies wird bereichert durch seinen liebevoll-engagierten Umgang mit seiner Familie und seinenFreunden. Andreas Finger lebt mit ganz viel Lebensfreude, Optimismus im respektvollen Umgang mit der Natur und den Mitmenschen und ganz gern mit seiner Familie. 

Und dann kommt die Begegnungen mit seinen acht – sinnig nummerierten Weinen – ins Spiel. Seine No. 2 – Weißer Burgunder 2020. Ein jeder, der mit der Weinsorte in Genuss kommt, weiß Bescheid, dass der Finger’sche ganz weit oben rangiert: diesen grandiosen Wein zu beschreiben, bedürfte es eines Lyrikers. In der Nase tanzen fein-rauchige bisweilen auch florale Noten verfeinert von reifen, gelben Früchten wie die Birne. Kräftig, cremig-weich mit Schmelz und feinen Eichenaromen am Gaumen. Der Nachhall wird leicht-süßlich bereichert.

Gerade bei den ausgezeichneten Qualitäten seiner Burgunderweine lässt sich erkennen, dass sie sich allen Spielvarianten am Tisch problemlos anpassen können. Ausgestattet mit einer moderaten Säure und Primäraromen, die nicht vorlaut daherkommen, schmeicheln sich die Burgunderweine wunderbar harmonisch in die Sinne. Feinheit und Mineralität, das Spiel zwischen diskreter Salzigkeit und Säure beherrscht er in allen Tönen. Gerade dies hat letztlich Auswirkungen auf den Trinkgenuss.  Ja! All seine Weine sind letztlich auch seine Lieblingsweine und dürfen gern  auch unbedingt seine Wesensart spiegeln. 

Beim Wein kennt Andreas keine Kompromisse. Wohl wissend, dass es kein Perfekt gibt strebt er nach dem Ideal und bleibt doch recht gern und mit viel Leidenschaft auf der Spur zum Perfektionismus. 

Masse und das überbordende Viel gibt es woanders nur nicht hier.

Auch kleine Details beim Weinmachen haben seine volle Aufmerksamkeit. Zufällig wird nicht immer akzeptiert aber dennoch – wenn es passt – kultiviert. Spätestens bei der No. 8 wird klar… jeder Wein des Weinkreateurs Andreas Finger hat einen unverkennbaren Stil wie auch Charakter. Jede Begegnung mit ihm ist ein großes Stück mehr in den Geist außergewöhnlicher Weine!

 

Weingut Andreas Finger /  Hauptstr. 19, 55278 Eimsheim / http://www.finger-weine.de

Große Momenten werden im Zeichen des Storches geboren – Weingut Nägelsförst

Der Morgentau zieht seinen Schirm zusammen und überlässt der Sonne die Bühne des Tages. Während sich in der romantischen Ansammlung von Gemäuern des Weingutes Nägelsförst zahlreiche Helfer zur Ernte des neuen Jahrgangs sortieren und versammeln, hat sich bereits eine kleine Formation von Störchen oberhalb des Neuweierer Mauerbergs versammelt um auf die lange Reise gen Süden, in ihr Winterquartier, zu starten. Ein letzter Blick über das gesäuberte Gefieder auf die prächtin Weinberge rund um Neuweier. Noch ein kurzer Abschiedsblick auf den Klosterfelsen Varnhalt und dann… ein kurzer Anlauf… Es hat fast den Anschein als wollten die Störche der Weinlese entgehen und vom ergiebig-lebensfrohen Weinherbst nichts wissen. 

Auch das Team um Kellermeister Jürgen Kern genießt die Stille wie auch die Blicke weit oberhalb von Baden-Baden… auf die Weinberge rund um das Weingut und die Fernblicke nach Frankreich. Es ist eine geduldige… gar andächtige Ruhe vor der Weinlese. Nur der Versammlungsruf der Störche lässt aufblicken. 

Das Weingut Nägelsförst ist ein außergewöhnlicher, ein friedlich-ruhender, Ort mit ganz viel Geschichte.  

Im Jahr 1268 gründeten Zisterzienserinnen das Weingut und pflanzten auf dem Klosterbergfelsen am Rande des Schwarzwaldes, erstmals Pinot-noir-Reben an, die sie aus dem Mutterkloster im Herzogtum Burgund mitgebracht hatten. Heute gedeihen auf 33 Hektar in einzigartigen Lagen vor allem Riesling und Burgunder, aber auch Chardonnay, Sauvignon Blanc und Gewürztraminer sowie zu einem Drittel die roten Rebsorten wie Pinot Noir, Cabernet-Sauvignon, Merlot und Tempranillo. 

Mit viel Zuversicht wie auch mit größter Wertschätzung in ihre achtsam-handwerkliche Leistung übergaben die Eigentümer des Weingutes die Verantwortung an ihre langjährige Mitarbeiter und in Folge auch an den neuen Kellermeister Jürgen Kern, welcher hier nach seinen erfolgreichen Jahren im Weingut Heitlinger, die neuen Herausforderungen gestaltet. Mit viel Gelassenheit und Achtsamkeit agiert er im Weinberg wie auch im Keller. All die gefühlten tausend Handgriffe führt er nonchalante aus. Seine Kreativität, seine Leidenschaft sind ständig präsent. Hier kann er sich ausleben… hier kann er sich spüren. Jedoch… mit Demut vor der Tradition. 

Auch wenn die Felsen hier hoben hart sind… hier auf dem Weingut wird nichts gemeißelt, sondern gepflegt und mit Bedacht ergänzt. Jürgen Kern samt Team schafft Weine, die ganz viel zu erzählen haben und Momente zu Ereignissen machen und der Zeit die Bedeutung nehmen. Unkompliziert und erfrischend sind die Gutsweine. Groß, außergewöhnlich wie auch ganz tief gepaart mit einer wunderbar strukturierten Vielfalt die Lagenweinen.

Klar! Auch das Terroir und die Lagen sind von Bedeutung für spannende Charakterweine, die so herrlich-tiefsinnige Momente schaffen.

Allein 80 Prozent der Weinlagen des Weingutes Nägelsförst sind Premier und Grand Crus Weinberge, zu denen die Spitzenterroirs wie der „Neuweierer Mauerberg“, der „Umweger Stich den Buben“, der „Engelsfelsen Bühlertal“ und der „Klosterbergfelsen Varnhalt“ gehören. Oberhalb von Baden-Baden sorgen das Klima und der Boden für die idealen Bedingungen zum Anbau von Reben für exzellente Weine.

Und der Storch…lässt sich sehr gerne auf gesunde Böden mit viel Ausblick nieder. So kommt er ganz sicher wieder. Letztlich ziert er auch das Erscheinungsbild des Weinguts Nägelsförst.

Weingut Nägelsförst – Nägelsförst 1, 76534 Varnhalt – Tel: 07221 3555 0

Stefan Dorst – Der Weinmacher, der der Unruhe auf der Nase tanzt

Es ist ein – fast heiliges – Kabinett größer wie auch besonderer Weine. Die Regale erinnern an eine längst vergessene Zeit, als noch die Droschken vor der Ladentür parkten. Auf den teils verbogenen Regalböden drängelt sich ein Quer durch die schönsten Weinlagen dieser Welt. Nicht Oberflächliches und ein Stück mehr… ach ne… ein großes Stück mehr als nur jene ordentlichen Weine, die wir in allerlei Handelsmärkten und Plattformen finden. Hier im Weinladen am kleinen Platz, inmitten der Landauer Altstadt, ist eine herrliche, leicht romantische, Genusslandschaft inszeniert. Hier lässt es sich vorzüglich durch die Handschriften besonderer Weinmacher probieren. Mittendrin… Stefan Dorst. Ein wurzelfestes Pfälzer Gewächs, weit weg von Unruhe und definitiv ein spannender Zeitgeist.

Er ist Weinmacher, Weinberater, Weltreisender, Weinhändler, Philosoph, Aufklärer, Koch und letztlich …ein liebenswerter Haudegen gepaart mit 40 Jahren Erfahrungen im Weinberg und im Keller. Er ist auch ein Denker, der danach strebt, Antworten auf grundlegende (Sinn-)Fragen über die Welt im Allgemeinen und die Weinwelt im Feinen, über die Weinmacher und deren Verhältnis zu der Naturlandschaft zu finden. Gern wandert er durch die Welt um zu helfen und zu verstehen. Gerade gestaltet er Wein in Spanien. Zuvor…mehr als 15 Jahre … kreierte er Weine in Südafrika. Beschäftigte sich intensiv mit der Rebsorte Pinotage und setzte fortan in der Pfalz all sein Wissen im Weinberg und im Keller um. 

Stefan Dorst ist aber auch Gutmensch und „Entwicklungshelfer“. Er zeigt einer Handvoll junger Winzer neue Blickrichtungen und Denkstrukturen auf. Führt sie weg von der Oberflächlichkeit, dem viel beworbenen Mainstream und der Tutti-Frutti Weinwelt hin zu mehr Klarheit, Bodenständigkeit und an die Wurzeln der Natur. 

Achtsam begegnet Stefan Dorst den Trauben im Weinberg und sorgt ich sehr um ein harmonisches Verhältnis. Sensibel blickt er in die Böden, fühlt die Trauben und deren Beeren…denn letztlich ist doch die Traubenqualität entscheidend. Daher ist auch eine frühzeitige Reduzierung am Weinstock sinnig wie auch sehr wichtig, damit die Kraft des Terroir den Trauben mehr Volumen und mehr Persönlichkeit gibt. Dazu eine achtsame Lese. Nur so gelangen die guten Trauben in den Keller und später auf die Flasche.

Klar hat er Verständnis für die Vielzahl von Ängsten, welche gerade in den heftigen Regenphasen den Winzer erfassen. Ernteausfall durch Krankheiten kann und mag sich kein Winzer leisten. Gleichzeitig gibt er zu Bedenken, dass ein richtig guter Wein nur dann entstehen kann, wenn man dem Naturprodukt seine Natürlichkeit lässt. Also weit weg von Herbiziden, zusätzlichen Schönungsmitteln wie Aromenenzymen, oder Tanninen. 

Große Weine entstehen mit reichlich Zeit und unbändiger Geduld. Nur so können sie sich entwickeln. 

Mit einem sanften Lächeln erzählt Stefan Dorst auch davon, dass Weine Fürsorge wie auch Führung benötigen. Ganz schnell kann ein Pinot Noir eine launische Diva und ungenießbar werden. Ein Riesling hingegen wird schnell erwachsen und möchte nicht mehr gehätschelt werden. 

All das geballte Wissen, seine Fülle an Ideen, eine brachial-liebenswerte Experimentierfreude und seine Handschrift bringt er auch in das Projekt „Dorst und Consorten“ ein.  In engagierter Zusammenarbeit mit einer kreativ-jungen Auswahl von geschätzten Pfälzer Weinmachern entsteht eine feine Auslese markanter, konsequenter und definitiv nicht konventioneller Weine für jene Weingenießer die einen außergewöhnlichen Geschmack lieben. Mit den Consorten Stefan Bietighöfer, Michael Naab, Johannes Bachtler, Georg Meier, Kai Fest,  Andreas Siben sowie Hannes Bergdoll und einer satten Portion Spiellaune bringt er außergewöhnliche aber auch charakterstarke Weine auf die Flasche, welche vinelogische Ausrufezeichen setzen. 

Sicher bin ich mir auch, dass Stefan gedanklich wieder ein paar Meter weiter ist und bereits sein nächstes Projekt in Planung hat. Und… ich bin mir auch sicher, dass er kein Unruhegeist ist.

https://weinhandlung-am-kleinen-platz.de

Das andere Stück von Zufriedenheit – Hannes Bergdoll

Dort oben spielen sie wieder, eine Schar von Wolken fliegt über die majestätische Weinberglandschaft rund um die kleine Kalmit und überlässt fast demütig dann der Sonne nur die große Bühne.  Der sommerliche Wind tanzt zerstreut durch das kunterbunte Grün zwischen den Rebzeilen und bringt es fast brachial zur Geltung.

Fast emphatisch streift der Weinkreateur Hannes Bergdoll durch seine Weinberge. Geradezu mitfühlend nimmt er seine Trauben in die Hand und schaut sehr gewissenhaft über deren Gesundheitsstand. Gerade in diesen, sehr feuchten Zeiten benötigen sie viel Aufmerksamkeit und Zuwendung. 

Irgendwo hinter den tiefen Ecken von Ilbesheim, völlig unspektakulär aber dennoch außergewöhnlich, ein Typ, seine Werkbank, seine Meisterstücke! Meine erste Begegnung mit Hannes Bergdolt war weit weg vom tiefen Weinkeller und Großglanz mancher Vinotheken. Es ist seine,ganz spezielle Werkstatt. Von außen lässt sich eher eine Schrauberwerkstatt vermuten. Drinnen hingegen, hinter einer unscheinbaren Ansammlung von Weinflaschen auf seiner selbstgezimmerten Werkbank, strahlt der Meister dieser Werkstatt. Sonniges Gemüt gepaart mit einer satten Portion Selbstbewusstsein, Stilsicher und dennoch experimentell zelebriert er sein Handwerk. Im leidenschaftlichen Redefluss über den Bioweinbau lässt er ganz klar erkennen, dass er gerade jetzt Tees, meist in feinster Dosierung auf die Reben sprüht oder in die Erde einarbeitet. Nach den kräftigen Regenschauern der letzten Tage darf es heute dann auch mal Kamillentee sein um den Reben wieder Kraft zu geben. Sensible Biodynamik bedeutet für Hannes vor allem verstärkte Aufmerksamkeit im Weinberg und Empathie gegenüber seinen Reben sowie den umgebenden natürlichen Zusammenhängen. Er fördert sehr gewissenhaft die Bodenlebendigkeit, die Artenvielfalt und schafft eine echte, tiefe Beziehung zwischen sich, seinen Reben und den Böden. Letztlich ist das die wesentliche Basis für gesunde, aromatische Trauben, die den Ausdruck ihrer individuellen Herkunft in sich tragen und dies später in das Glas und in all unsere Sinne tragen. 

Klar! Hannes Bergdoll ist verliebt in so manche Details aber auch unbedingt auch in seinen lebendig-sympatischen Familienclan. Zufrieden… ja das ist er. Obwohl es nun Zeit ist, dass er demnächst sein neues Hofgut in Wollmesheim bezieht und endlich… seine Weine in einer charmant-liebenswerten Vinothek präsentieren kann. 

War klar! Seine Weine sind Demeter zertifiziert. Wenn schon Bio, dann Bio mit Bumms! Ohne Schick, Charme und ChiChi! 

Auch wenn es manchmal verdammt viel Arbeit ist, steht er dennoch für 100 % Handlese – in mehreren Lesedurchgängen. Mit viel Feingefühl beginnt dann das Handwerk im Keller. Erfahrung und das erworbene Knowhow bei den Großen dieser Branche geeint mit Instinkt und Experimentierfreude lassen große und definitiv außergewöhnliche Weine entstehen.

So ganz nebenbei gefällt ein fruchtiger Riesling im Glas. Ein prächtiges Fruchtspiel umgarnt er die Nase: Steinobst wie Pfirsich und Mirabelle dazu eine zarte Nuance frischer Limette. Am Gaumen ein feines Süße-Säure-Spiel mit einer frisch dezenten Salzigkeit im Abgang. Respekt! Ein außergewöhnlicher wie auch sinnlicher Riesling.

Es wird deutlich…die Weine von Hannes Bergdoll haben Persönlichkeit, sind stilsicher und wie auch er recht selbstbewusst. Die herausgearbeiteten Texturen überzeugen und sorgen, nicht nur am Gaumen, für eine klare und feine Trinkfreude. 

Und allzu deutlich ist auch… das nächste Glas samt lebensfroher Begegnung mit Hannes demnächst in Wollmesheim.

http://www.hannes-bergdoll.de

 

Julia Schittler – Das neue Anders von Rockig & Lebensfreude

Die letzten Wolken lösen sich über dem Zornheimer Berg auf und überlassen das Bühnenbild der Sonne und der fröhlich-lebendigen Weinmacherin Julia Schittler. Wer Julia Schittler mit ihren wehenden roten Haaren begegnet, ist sofort fasziniert von ihrer unbändigen Leidenschaft für den Weinbau und ihre Heimat Zornheim. Ganz schnell wird klar, Weinbau ist ihr größtes Lebensgeschenk und wer ihre Weine entdeckt wird erkennen, dass sie die handwerkliche Kunst des Weinmachens wunderbar beherrscht.  Mit ihrem herzlich-kultivierten „Rhoihessisch“ führt sie Regie im Betrieb, im Weinberg und nonchalante auch mal ihre Gäste durch die kunterbunte Welt besonderer Kreationen. Man hört ihr gern und aufmerksam zu und lässt sich schnell zum Nachdenken animieren. 

Recht jung mischte sie sich in den 40ha Betrieb ihrer Eltern ein und gab ihm einen neuen Touch mit satten Farben und Ideen. Nein! Sie ist nicht die Frau, die klein beigibt und ganz sicher auch nicht verzweifelt. Fährt auch mal Schlepper und stapft durch Steillagen. Sie kreiert und bringt sich selbst auch mal gern zur Verzweiflung. Guten Wein kreieren heißt auch, sich jedes Jahr den neuen Herausforderungen zu stellen und diese mit Sinn, Verstand und zupackender Handarbeit zu lösen. Den wichtigsten Part übernimmt bei all ihrem Tun und dem quälenden Zuwarten die Natur. Letztlich ist das Terroir, die Visitenkarte eines jeden Weinbaustandorts. Böden, Kleinklima und die Fertigkeiten der Weinmacher sind verantwortlich für den Charakter des Weins. Folglich hat sich Julia in den letzten Jahren intensiv mit dem Thema Biodiversität – also mit der Koexistenz von Tieren und Pflanzen in den Weinbergen, beschäftigt.

Sie denkt und arbeitet nachhaltig und bereichert ihre Weinberge mit bestem Humus. Nur so kann es gelingen, dass die Böden vitaler und ausgeglichener werden ohne ihre Authentizität zu verlieren. Julia Schittler regt zum Nachdenken an und lässt aber auch ihre Demut erkennen. Der Boden auf dem ihre Reben wurzeln ist vor 280 Millionen Jahren entstanden. Der Zornheimer Berg lag in einem subtropischen Meer. Noch heute spült die Erde Fossilien und versteinerte Muscheln zwischen die Reben und manchem Wanderer Verwunderungen in die Sinne.

Auch im Keller führt Julia das Kommando… doch immer wieder und am liebsten einig mit ihrem jüngeren Bruder Dominik. Hier herrscht ein kontrolliertes wie auch kreatives Handling im Vordergrund gepaart mit brachial-schöner Leidenschaft für die Gestaltung besonderer Weine.  Auch hier sind sie sich einig: Julia und Dominic achten auf eine möglichst  schonende Verarbeitung der gesunden Trauben. Der Kelterungsprozess erfolgt weitestgehend schonend mit langen sanften Pressvorgängen, um die Klarheit und Harmonie der Trauben zu bewahren. Eine gute Nase, einen scharfen Blick, saubere Moste, eine gezielte und temperaturgesteuerte Gärführung und die bis zu vier Monate lange Lagerung der Weine auf der Feinhefe, bevor die Abfüllung erfolgt. Ein großes Wagnis jedoch, ein unbedingtes Muss für den neuen Stil, für fein balancierte Charakterweine der kreativen Julia vom Zornheimer Berg.

Ihre schönste Leidenschaft gilt aber auch ihren Weinbergen am Roten Hang über Nierstein. Weltbekannt! Einzigartig! Hier stehen kräftige – teils 35 jährige – Reben, welche mit viel Augenmerk und Fürsorge von Hand bearbeitet werden. Hier entstehen Rieslinge mit starkem Charakter und ganz viel Persönlichkeit. Sie stehen ihr gut, denn Julia ist viel mehr… als nur eine Persönlichkeit. Julia trägt Sonne im Herzen und verteilt diese herzlich-gern an ihre Mitmenschen.

http://www.julia-schittler.de

Weingut Schittler-Becker

Hahnheimer Straße 30, 55270 Zornheim    06136/44790

Anders als Gestern… Ehrlich für Morgen! Weinmacher Johann Petry

Respekt! Jung und voll mit Ideen, aber klar und unbeirrt im Weinberg wie auch im Keller. Der aufstrebend-sympathische Jungwinzer Johann Petry kennt die Ecken und Kanten, aber auch die Klippen des Lebens und er hat früh verstanden, dass die Natur den Rhythmus vorgibt. 

Demütig begegnet er ihr fast täglich und kennt ihre Eigenarten. Die Lage und der Boden ist letztlich über Jahrzehnte das Zuhause jeden Weinstocks und nur, wenn er sich wohlfühlt wird er sein Bestes geben und die Nase wie auch den Gaumen des Weingenießers mit all seinen Tonarten positiv überraschen. Letztlich setzt ökologischer Weinbau auf eine fruchtbare Partnerschaft aller beteiligten im Weinberg. Johann Petry fördert mit Gespür und Vernunft artenreiches Grün und ein lebendiges Bodenleben. Diese Vielfalt sorgt für gesundes Gleichgewicht zwischen Nützlingen und Schädlingen, machen seine Weine charakterstark und ausdrucksvoll.  Insbesondere seine Rieslinge und das Ausnahmetalent Scheurebe-Kabinett haben eine ganz eigene Persönlichkeit und sind weit weg von der üblich-verquerten Masse. Johann versteht es, einer „Diva“ Scheurebe die nötige Aufmerksamkeit zu schenken und sie frisch, lebensfroh und spontan vergoren charmant in die Flasche zu führen. 

Während seiner Lehrjahre beim VDP-Weingut Wagner-Stempel und Klaus Gres in Appenheim hat Johann Petry die Erkenntnis gewonnen, dass frühzeitige Ertragsminimierung, sorgsame Handlese von vollreifen Trauben zu charaktervollen Edelweinen führen. Seine Lehrerfahrung gepaart mit der 450 jährigen Tradition des Familienweingutes und seiner, ganz eigenen, Neugier auf Neues wie auch sein handwerkliches Geschick machen jeden Gaumen geschmeidig und recht schnell zum Fan seiner Weine. 

Der Einstieg ins Familienweingut ist Johann Petry leichtgefallen: Die Eltern, Anke und Jürgen, ließen ihm freie Hand bei der Umsetzung seiner geballten Ladung neuer Ideen und Kreationen. Viele Modernisierungen von der Website bis zu den Etiketten wurden zunächst verschoben. Die Natur hat keine Geduld und braucht ebenso viel Augenmerk wie die Weine im Keller… wenn dann die Ruhe einkehrt, gehört die Kraft und Aufmerksamkeit dem Marketing und dem Feinschliff seiner Weine.

Eine der schönsten Feinheiten die er mit seiner neuen Linie eingeführt hat: Er setzt immer stärker auf Spontanvergärung. Sie kommt auch bei seinen Lieblingsweinen, dem Riesling Kabinett und …der Scheurebe Kabinett. Seine Linie, sein Stil und sein Charakter überzeugen. 

Übrigens: Demut kommt von „dienen“ und „Mut“. Johann Petry ist ein Diener der Natur und er beweist gehörig viel Mut bei der Gestaltung großer, charakterstarker Weine.

Weingut Rheingrafenhof / 55546 Frei-Laubersheim / 06709.6204