Ferienhaus-Architektur, die die Natur küsst

Es kommt selten vor, dass ich mich auf Ferienhäuser einlasse, bin ich doch eher ein Freund von Hotelkultur. Doch hin und wieder entsteht in mir die schiere Lust nach einer Inventur meiner Seele und in dessen Folge auch die Suche nach Ruhe und Wohnen weit außerhalb des Alltagsgedöns.

Draußen im Garten spielt der Wind mit allerlei herbstlichem Blattwerk. Ein Eichhörnchen sucht noch nach Resten des letzten Sommers, während ich das Schauspiel vom Kamin aus und sein Geknister belausche und ganz gemütlich in meine Sinne aufnehme.

Es fasziniert, zu sehen und zu spüren, mit welcher Nonchalance die Architekten die Häuser in die Hanglage eingefügt haben, ohne die Natur in ihrer Wirkung zu stören und gleichzeitig der Natur behutsam eine Bereicherung zuzuführen.

Die Architektur der beiden Ferien-Chalets vereint auf harmonische Weise den Charme der Pfalz mit modernem Design. Viel Holz und purer Beton schaffen eine einladende Atmosphäre, während die bodentiefen Fenster atemberaubende Ausblicke auf die umliegenden Dorf- und Naturlandschaften und das malerische Leininger Tal ermöglichen. Ein wahres Meisterwerk, das die Tradition der Region zelebriert und gleichzeitig zeitgemäßen Luxus verkörpert. Es sind die Perspektiven, die überraschen und die Seele berühren. Hier lässt es sich sehr heimelig verweilen und schöne Momente erspüren.

Der sonnige Ausblick am Morgen auf die prächtigen Blickachsen ist eine Ode an Schönheit und Gelassenheit, die einen in ihren Bann zieht und zu einer Reise durch das Leininger Tal sowie in eine bodenständig-authentische Dorflandschaft einlädt. Es ist ein Erlebnis, das einen unvergesslichen Eindruck hinterlässt und eine schiere Lust auf Entdeckungen in mir weckt.

So lasse ich mich ein auf den kühlen Wind und die klirrend schöne Herbstsonne und wandere entlang des historischen Eckbachs zum Demeter-Hofladen im Kleinsägmühlerhof am Ortseingang von Altleiningen. Hier verführt ein breites wie auch frisches Sortiment an hochwertigen Bio-Lebensmitteln zum genussvollen Einkauf. Die Tage sind gerettet und mein Kopfkino in Sachen Speiseplan nahezu überfrachtet mit allerlei bodenständigen Genüsslichkeiten.

Auch der Abend zaubert außergewöhnliche Momente.

Mit Einbruch der Dämmerung kehrt eine unbeschreibliche Ruhe ein. Die Geräusche des Tages verstummen langsam, und die Luft wird erfüllt von einer stillen Magie, die nur in den Abendstunden spürbar ist. Es ist die perfekte Zeit, um sich zurückzulehnen, tief durchzuatmen und den Moment in vollen Zügen zu genießen. Der Kamin, eine sehr schöne Auswahl an Schallplatten und ein alter Dual-Plattenspieler daneben geben dem Abend eine herrliche Betonung.

Wieder einmal sind es die anspruchsvolle Architektur und die Ausstattung von Anne und Christian Hennecke aus Grünstadt, die meine Augen bereichern. Sie zeichnet sich durch ihre kreative Raffinesse und ästhetische Eleganz aus. Sie nutzt
innovative Materialien und modernste Bautechniken, um einzigartige Strukturen zu schaffen und so eine wundervolle Willkommensatmosphäre in meine Sinne zu spülen. Hier fühle ich mich mal wirklich zuhause und auch angekommen.

Burgstrassen Apartments / https://www.burgstrasse.haus

„Gans“genüsslich durch die kulinarische Pfalz 

Oh Schreck … Den Gänsen geht es an den Kragen! Aus ähnlichen Gründen ist, einer Legende folgend, der heilige Martin im Jahr 372 geflüchtet, denn er wollte weder zum Bischof noch dem Topf geweiht werden. Seine Flucht endete im Gänsestall. Hier versteckte er sich vor seinen Verfolgern, was bei dessen Bewohnern eine schnatternde Krise auslöste und somit den heiligen Martin ertappen ließ und demzufolge eine heftige Kirchenkrise auslöste. Vielen Köchen ist diese Legende heilig, denn sie macht ihnen die Hütte voll und lässt diese, ganz weit weg von Krisen, glänzen.

Tatsächlich endete jedoch im Mittelalter zu Martini, rund um den 11. November, das Wirtschaftsjahr. Das Gesinde bekam seine Löhne ausgezahlt und der Hauptzins an die Landbesitzer wurde fällig. Zu Martini wurde auch jenes Vieh geschlachtet, welches aus wirtschaftlichen Gründen nicht den Winter hindurch gefüttert werden konnte. So fanden sich die fetten Gänse ganz schnell im Ofen und im Topf wieder und mancher Lohn im Rock des Wirtes.

Noch heute belohnen wir uns, der katholischen Tradition folgend, allzu gern mit einer Martinsgans für unsere Leistungen des Jahres und genießen hierzu den besten Wein. Tiefsinnig-kulinarisch betrachtet sollte der Vogel bereits in jungen Monaten geschlachtet werden, denn bereits ab dem vierten Monat wird ihr Fleisch faserig und trocken. Genussklassisch wird in Deutschland die Gans knusprig gebraten und mit Rotkohl und selbst gemachten Klößen bereichert. Dazu ein prächtig-molliger Touch Fond, welcher aus der zerhackten Keule mit Zwiebeln und etwas Rosmarin dunkel geschmort und mit ein wenig Rotwein abgelöscht wird. Bei meiner gänzlichen Entdeckungsreise entlang der Weinstraße habe ich in mancherlei Töpfe geschaut und vielfältige Zubereitungsvarianten entdeckt.

Gans gnädig im Weinhaus Henninger in Kallstadt

Während sich draußen der Novembernebel wie grau-weißer Tüll in die Gassen legt und den Straßenlaternen ihre Kräfte nimmt, wird in der wohlig-warmen Stube im Weinhaus Henninger gemütlich geplaudert und kräftig mit den Genüssen jongliert. Dazu eine satte Portion Servicefreundlichkeit und eine liebenswerte Willkommenskultur. Probleme gibt es hier nicht: Es gibt liebenswerte Aufgaben und unverzügliche Lösungen. Chefkoch Tommy Walter gehört zu der Kategorie „leise, gelassen, aber aussagekräftig“ mit einem Touch ehrlicher Bodenhaftung. Sinniert und zelebriert er eine genüssliche Wildküche.  Auch in Sachen Gans: Die Vorspeise: ein hausgemachtes Gänserillettes nach Pariser Art oder doch lieber die würzig gebratene Gänsemaultasche mit Maronenpüree und Kürbis? Beides bietet eine gute Basis für die Hauptattraktion Gans, welche auf dem Teller herrlich platziert Augen und Nase begeistert. Die geschmorte Freilandgans aus der Region ist geradezu eine Schönheit, welche sich hier mit Apfelrotkraut, Kartoffelknödeln und Kastanien umgibt. Das saftig-frische Fleisch schmeckt herzhaft und würzig und wird mit feinen Nuancen von Gewürzen wie Beifuß, Rosmarin, Majoran und Salz umschmeichelt. So soll… ja muss eine edle Gans schmecken.

Auch in Sachen Wein bietet das Weinhaus Henniger eine herrliche Weinauswahl und somit auch den auch einen entsprechenden Wein zur Gans. Die Gans hat dunkles Fleisch und reichlich Fett am Leib, daher ist ein gehaltvoller, kräftiger, trockener Spätburgunder, dessen Säure gut mit dem fetten Fleisch harmoniert, zu empfehlen. Doch es muss nicht unbedingt Rotwein sein. Je deftiger das ganze Gericht, desto mehr Würze darf der Wein haben. Je feiner die Abstimmung und milder die Aromen in Sauce und Zutaten, desto eleganter der Wein, egal ob weiß oder rot.

Ein charmanter Begleiter für die Gans ist ein 2022er Cuvée Halbstück vom Weingut Emil Bauer aus Cabernet Sauvignon und Merlot und Barbera, welcher mit kräftigem Rotton und violetten Reflexen wunderbar im Glas liegt. Seine Noten von reifen Brombeeren und etwas frischem Holunder gefallen in der Nase wie auch am Gaumen. Einfach und doch so genussheimelig. Die Kombi war ein wundervoller Seelenschmeichler.

Ach ja … das Rilette! Wie gern erinnere ich mich an die Kochkünste meiner Mutter. Hier war häufig Gänseschmalz im Einsatz. Mal pur und gern nach Weihnachten als deftiger Brotaufstrich. Nicht ohne Grund wird das reichlich vorhandene Fett der Gans auch gern als „Olivenöl der tierischen Fette“ bezeichnet und ist daher in vielen Küchen das Nonplusultra, das ideal-perfekte Bratfett mit ganz vielen geschmacklichen und auch gesundheitlichen Vorzügen. Insbesondere in der Gemüseküche ist es das Gänseschmalz, dessen Geschmack dem Gemüse die sanft-schmelzige Note verleiht.

Gansfamos im Deidesheimer Hof in Deidesheim

Die große Vielfalt für Gesundheit und Gaumen direkt aus der Natur und frisch auf den Tisch – das hat Küchenchef Christian Seidel und sein Team im idyllischen Renaissance-Herrenhaus zur Aufgabe für seine Gäste gemacht. Dass in der Weinstube SANKT URBAN vorzüglich gekocht wird, wusste bereits seit Generationen der Pfälzer Landadel. Seidel zeigt nicht nur dem Landadel der Pfalz, wie gütlich-genüsslich gekocht wird, sondern auch allerlei Genussjüngern, welche täglich mittags wie auch abends hierher pilgern. Hier serviert man mit Leidenschaft und Servicefreude authentische und sehr schmackhafte Pfälzer Landhausküche mit besten Produkten aus besten regionalen und saisonalen Zutaten und nach klassischen Rezepten.

Ein wundervoller Platz in der ungezwungenen Atmosphäre und dem geschmackvollen, ursprünglichen Ambiente des Restaurants ist jener vorm historischen Kachelofen. Und wenn es die Sonne besonders gut meint, dann sollte man unbedingt auf der herrlichen Terrasse auf dem Marktplatz die vorzügliche Küche genießen. Einen Ticken anders bereitet Christian Seidel die Gans zu. Als Einleitung in den großen Gang darf es ein kleiner gebackener Gänsestrudel mit Karotten-Weißkrautsalat, Haselnüssen und rotem Chicorée sein. Während im Mittelalter noch über Brust oder Keule gestritten wurde, kommen sie hier gemeinsam auf den Teller. Dazu fein justiert Apfel-Rotkohl, vorzügliches Kastaniengemüse, gefüllte Kartoffelknödel und eine sehr feine Beifußsauce. Dazu gesellt sich der im Holzfass gereifte „2018 Spätburgunder“ vom Bio-Weingut Fußer aus Niederkirchen. Duft nach Kirschen und Röstaromen sowie altem Holz, welche sehr gut neben der Würze integriert sind. Am Gaumen ist der Spätburgunder sehr ausgewogen mit einem feinkörnigen Tannin und einer mittelkräftigen Säure. Ein Wein also, welcher Also gansfamos die Gans krönt.

Es sind Sinnesprünge, die sich mit dieser Komposition bei mir einstellen. Ja! Seidel versteht es, den Gast zu irritieren und dennoch zu begeistern.

Ganz gewaltig im Restaurant Adams in Pleisweiler-Oberhofen.

Die kräftige Herbstsonne lässt ihre Muskeln spielen und schiebt die fett-grauen Wolken einfach mal beiseite. So gelingt mir noch vor Sonnenuntergang ein Blick auf Pleisweiler-Oberhofen, in dessen Mitte das historisch-denkmalgeschützte Anwesen vom Gassengeschlängel wie gefangen wirkt. Völlig entspannt, gepaart mit einem sehr sensiblen Gespür für feinste Köstlichkeiten der Region, zaubert Chefkoch Arnold Lörincz allerlei bunte Genussfächer in mancherlei Sinne.

Arnold Lörincz lässt mir die Genussfreude bereits bei der Vorspeise mit einer prächtig-aromatischen Kürbiscrèmesuppe mit steirischem Kernöl. Klar! Der Geschmack steckt ja häufig im Detail und dabei versteht Adam ganz viel Spaß und Lebensfreude. Bei der Hauptspeise gewinnt er mit einer röstig-knusprig gegrillten Gänsebrust und -keule aus dem Ofen, umschmeichelt mit Bratapfel und feinstem Rotkraut, eschde Keschde vun de Palz und Kartoffelknödel, mit viel Handgeschick geformt. Es fällt besonders auf, dass der Bratapfel der Gans und deren ureigenem Geschmack nicht ins Gehege kommt, sondern die Aromenvielfalt auf dem Teller angenehm bereichert. Die Gans ist verzehrt, der Wein geleert … so folgt der finale Genuss: Zweierlei Sorbets auf Winzersekt Ja, es sind viele Glücksgefühle, die auf dem Teller in Szene gesetzt sind, und es sind ganz viele Genussmomente, die der Gast gerne in seinen Erinnerungen parkt.

Eine Bereicherung im Service und im Management ist zweifelsohne seine Frau Martina. Ihr gelingt, was vielen ihrer Kollegen selten … ja, fast nie gelingt. Sie umschmeichelt den Gast mit ganz viel Herzlichkeit und setzt punktgenau all jene Wünsche um. Hier ist es eine liebenswerte Kunst, den Gast in seiner Gesamtheit zu erfassen und seine Wünsche als gegebene Selbstverständlichkeit zu würdigen.

Eine herrliche Selbstverständlichkeit zur Gans bringt der 2022 Schlossberg Frühburgunder Rotwein vom Weingut Wilker ins aromatische Gänsespiel.  Die Nase wird bereichert von Noten nach Kakao & Brombeere, Tabak & Leder, Kaffee & Röstaromen. Einen bedeutenden Anteil an dieser Geschmacksvielfalt haben die Barrique-Fässchen, in welchen er 12 Monate lagerte.

Apropos Aromatik: Das aromatische Fleisch der Gans verträgt keine ruppigen, jungen Tannine oder Weine mit starkem Barrique-Geschmack. Weine, deren Frucht im Vordergrund steht, bilden eine wunderbare Ergänzung und sind deshalb auch charmante Weinbegleiter zur Gans. Es sollte aber keine bissige Säure von jungen, unreifen Weinen sein. Mein Tipp zum Abschluss: 2020 Cuvée Josef Barrique, vom Weingut Stern in Hochstadt, mit 5,1 g/l Säure. Das fette Rot im Glas, sein hochkomplexes Bukett aus reifen Pflaumen, Kirschen und Waldbeeren, gepaart mit einer dezenten Röstaromatik, Kaffee und würzigen Anklängen, machen geradezu schwach. Im Mund bereitet er mit weichen, aber kräftig wirkenden Gerbstoffen den idealen „roten Teppich“ für die Gans.

Herbstgefühle brauchen unbedingt einen guten Wein

Es ist kein Ruhmesblatt für die Natur: Mit stürmischem Getöse wirft sie ihre Blätter unartig zu Boden und hüllt ihn in ein braun-gelbes Patchwork. Kleidet sich grau in grau, umgeben mit grau-weißem Tüll. An allen Ecken geht es gegen eine kalte Null, welche sich ganz gern von einem unartigen Nass begleiten lässt.  Oh je … welch eine Tristesse bietet uns der Herbst. Wenn doch mindestens die Sonne die Bühne in Szene setzen würde. Doch diese ist mal wieder auf Auszeit weit südlich.

Um all dieses grausige Schauspiel zu ertragen, benötigt es einen guten, ja besonderen Wein, welcher unsere Seele wieder wärmend aufpoliert und in Zuversicht dreht.

Also habe ich meine dicken Schuhe angezogen und habe solche Weine entdeckt.

  

Ideal für solche trübsinnige Herbsttage sind vor allem reife, aromatisch komplexe Weine, die überzeugen und mehr Körper, Wärme und Textur bieten. 

Dann darf es auch mal ein Rotwein sein, welcher ein Holzfass geküsst hat. Er soll würzig, kräftig und vollmundig daher kommen und mit viel Tiefe und Fruchtaromen von roten und schwarzen Beeren, Rosinen, Feige oder Pflaumen überzeugen. Sie schenken unserer Seele Wärme und Harmonie. Auch elegante Rotweine mit feiner Gerbstoffstruktur bereichern den Genuss und sind ein passender Partner für genussvolle Momente weit abseits der herbstlichen Tristesse.

Gerade im Holzfass ausgebaute Rotweine zeigen Tertiäraromen, d. h. durch die Reifung im Holz entstandene Aromen wie Vanille, Tabak, Nüsse oder Karamell, besonders dann, wenn sie im Barrique ausgebaut wurden. Röstaromen passen wunderbar zu dieser besonderen Jahreszeit.

Aber auch Weißweine mit Struktur und Körper passen sehr gut. Sie sollten eine cremige Textur haben und leichtes Tannin durch Holzfassreifung oder langes Hefelager. Solche Weißweine haben Aromen von Gewürzen, Nüssen, Brioche, Honig oder getrockneten Früchten.

Vom Bio-Weingut Rummel aus Landau überzeugt der 2020 Cabertin Reserve. Das wochenlange Maischelager und die 22-monatige Barriquereife taten diesem Rotwein nur Gutes. Er kommt in einem dichten Purpurrot ins Glas & im Bouquet spiegelt er ein charaktervolles Fruchtspiel von schwarzen Johannisbeeren, Pflaumenmus sowie feine Nuancen von Brombeeren, gepaart mit zarten Kaffeenancen, Röstaromen und Süßholz. Am Gaumen seidig und ausgewogen mit feiner Eleganz und einem langanhaltenden Finale.

Der Pinot Noir Mußbacher Edition Papillon vom Bio-Winzer Gerhard Schwarztauber aus Mußbach ist ein prächtiges Meisterstück. Überzeugend mit Anklängen von dunklen Waldfrüchten wie Brombeeren sowie mineralischen Noten geben sie ihm eine verspielte Finesse. Die Tannine sind wunderbar geschmeidig und gekonnt eingebunden. Die Reifezeit im neuen und gebrauchten Holzfass hat diesem festlichen Wein jede Menge Tiefe gegeben und sorgt für perfekt eingebundene, rauchige Aromen und Gewürzanklänge nach Nelken, Piment und einem Hauch Vanille.

Der in Eleganz überzeugende 2022-St.-Laurent-Réserve-Rotwein trocken vom Weingut Stern in Hochstadt wurde zu Recht mit dem Deutschen Rotweinpreis ausgezeichnet. Bereits im Glas gefällt das opulente dunkle Rubinrot. In der Nase tanzen feinsüßliche Noten von reifer Frucht. Saftig dunkle Kirschen, etwas Pflaume, bereichert mit einem Hauch von Zartbitterschokolade, was ihm eine besondere Tiefe und Finesse verleiht. Am Gaumen kompakt und noch fast jugendlich, feine Frucht, schöne und hochwertige Gerbstoffstruktur.

Der Herbst schreit nach kulinarischer Eleganz mit besonderen Weinen

Wenn ich so die Fachpresse lese, entdecke ich die allgemeine Meinung, dass Bordeaux-Weine die idealen Essensbegleiter sind, denn ihre ausgewogene Balance aus Frucht, Säure und Tannin macht sie zu vielseitigen Partnern, sowohl in der Alltagsküche als auch in der gehobenen Gastronomie. Hier gehe ich unbedingt mal in Widerspruch, denn mittlerweile gibt es ausgezeichnete Weine von deutschen Weinmachern, welche Weine aus dem Bordeaux zeigen, wo die Rebschere hängt. 

Besonders in der Pfalz fallen einige Spätburgunder mit ihrer geschmeidigen Struktur, ihrer Tiefe und reifen Früchten wie auch mit fein-erdigen Noten auf, welche jene Eleganz verkörpern, die große Bordeaux auszeichnet. Solche Weine fügen sich behutsam und harmonisch in fein komponierte Gerichte ein, ohne sie zu überlagern, und verleihen gleichzeitig dem kulinarischen Erlebnis eine neue, teils faszinierende Dimension. Besonders zu zartem Fleisch wie einem kräftigen Braten oder Kalb und Geflügel, herbstlichem Gemüse wie aromatischen Pilzgerichten oder saisonalen Spezialitäten – solche Weine bereichern unsere Sinne wie auch das Geschmackserlebnis ungemein und setzen dem Gericht eine prächtige Krone auf.

Der 2022ER SPÄTBURGUNDER TROCKEN BIO vom Weingut Rings in Freinsheim gleitet sehr geschmeidig ins Glas und gefällt in einem hellen Rubinrot. In der Nase tummeln sich reife Beeren und dunkle Kirschen, gefolgt von zarten Nuancen, welche an getrocknete Kräuter, Tabak und Haselnuss erinnern. Am Gaumen wird er fruchtig und bisweilen würzig. Ein sehr eleganter wie auch frischer Weintyp, der ausgezeichnet zu dunklem Fleisch und Lammkoteletts mit Kräutern passt.

Oliver Gabel aus Herxheim am Berg begeistert geradezu mit seinem 2022 SPÄTBURGUNDER STEINACKER TROCKEN – BIO. Weich fließend und doch mit spürbarer Tiefe zeigt sich der Charakter dieses Spätburgunders. Erkennbar auch die wunderbare Fruchtsäure für maximale Eleganz im Wein. Der Spätburgunder Steinacker wurde in mehreren Durchgängen selektiv von Hand gelesen. Nach der Gärung durfte der Wein 18 Monate im Barrique reifen, bevor er ungeschönt und unfiltriert auf die Flasche gefüllt wurde. Der Steinacker-Spätburgunder besitzt ein komplexes Bouquet mit Noten von Sauerkirsche, Krokant und Waldboden. Am Gaumen noch sehr jung, besitzt Grip und eine frische Säure.

Der PINOT NOIR HÜTTERLE WOLLMESHEIM 2024 von Jacob Duijn lässt trotz seines jungen Jahrgangs eine faszinierende Eleganz erkennen. Die Trauben wurden sorgsam von Hand selektioniert, entrappt und auf der Maische vergoren. Nach dreiwöchiger Gärung in offenen Eichenholzbottichen wurde schonend entsaftet. Die weitere Reifung erfolgte für 12 Monate in kleinen Fässern aus bester deutscher und französischer Eiche. Bei der Füllung wurde auf Filtration und sonstige Behandlung des Weines verzichtet. Im Glas durchscheinendes Kirschrot. In der Nase Duft von Erdbeere, Kirsche, etwas Himbeere und feinem Tabak. Feine Kräuter und Sandelholz. Am Gaumen kraftvoll, zupackend mit warmer, schmeichelnder Art. Dieser Wein hat Lagerpotential für viele Jahre.

Und dann gibt es noch 2018 PINOT NOIR ‚SANKT PAUL‘ GG TROCKEN. Ein prächtiger Wow-Wein mit einer bemerkenswerten Dichte und einer opulenten Eleganz. Das Lesegut wurde sorgsam von Hand selektioniert, entrappt und auf der Maische vergoren. Nach zwei- bis dreiwöchiger Gärung in offenen Eichenholzbottichen und Bütten wurden sie schonend gepresst. Die weitere Reifung erfolgte für 18 Monate in kleinen Holzfässern aus französischer Eiche. Bereits im Glas fasziniert dieser Wein mit einem feinen, mittelkräftigen Rubinrot. In der Nase platzieren sich Duftnoten von Wacholderbeere, Waldbeeren und Tabak sowie eine feine Nuance von Pfeffer. Am Gaumen dicht mit kräftiger Substanz und jugendlichem Tannin. Saftig mit sehr guter Länge und bester Struktur. Großes Lagerpotential. Ein vollmundiger, eleganter Wein mit einer prächtigen Noblesse.

Nachhaltigkeit ist Pflicht – Patricia & Julian Schreieck

Noch bevor die Sonne den Tag vollends einnimmt, lohnt die Begegnung mit Maikammer und seiner sonnig-schönen Weinlage Heiligenberg. Ganz egal, ob oben in 650 m Höhe auf der Kalmit oder direkt im Heiligenberg … man fühlt sich angenehm umarmt von einer herrlichen Naturlandschaft und mag gern lange verweilen. Es ist sicherlich ein Privileg, hier Weinberge zu besitzen und ebenso auch eine innige Partnerschaft mit der Natur zu leben.  Die Lagen Kapellenberg und Heiligenberg gibt es zwar mehrfach in den deutschen Weinregionen, doch hier sind sie eben besonders und ganz sicher anders. So wie der Familienclan Schreick, welcher ganz gern und mit viel Freude Gastgeber und Weinkreateure sind. Die Weinlage Heiligenberg ist bekannt für ihre besonderen Bodenverhältnisse, die unterschiedliche Rebsorten hervorbringen, darunter Riesling, Weißburgunder und Malbec. Die Weine sind oft mineralisch, fruchtig und charaktervoll. Dies gepaart mit den Charakteren von Patricia und Julian Schreieck ergibt eine geradezu geniale Kombination, welche mit jedem Schluck deutlicher wird.

Gemeinsam mit ihrer Schwester Jana sind sie sehr neugierig unterwegs, bringen internationales Gedankengut mit, mischen es mit viel Pfalz und gewinnen so eine völlig neue Interpretation von qualitativ hochwertigen und sehr authentischen Weinen. Natürlich ist Tradition ein wichtiger Faktor in ihrem Tun, doch ein kräftiger Touch neuer Erkenntnisse hilft ungemein beim Thema Nachhaltigkeit. So füllen sie mittlerweile verstärkt Burgunder- und auch internationale Rotweinsorten in ihre Fässer und schenken ihnen ganz viel Aufmerksamkeit und Geduld. Ihre Handschrift ist unverkennbar und sehr deutlich: Sie gestalten eben mit viel Achtsamkeit die Welt von morgen mit und achten auf hohe Weinqualitäten im Einklang mit der Natur. 

Aus den Lagen Heiligenberg und Kapellenberg wird das Lesegut nach langer Reifezeit mit viel Sensibilität und Blick auf die Traubenqualität geerntet. Im Keller genießen die Beeren eine schonende Verarbeitung und reichlich Ruhezeit im Fass. Bei Schreiecks entstehen so dichte, konzentrierte und auch komplexe Weine, die lange nach jedem Schluck noch viel zu erzählen haben. Besonders bei ihren Burgunderweinen wird dies bewusst. Der Lagenwein „Weißer Burgunder Heiligenberg“ ist überzeugend elegant, sanft und herrlich frisch. In einem hellen, sonnigen Gelb erstrahlt er im Glas. Zur Hälfte durfte er im Tonneau verweilen und sich zur Hälfte im Edelstahltank auf seinen grandiosen Auftritt vorbereiten. Kaum im Glas angekommen, präsentiert er mit viel Freude seine Vielfalt an Aromen: Dank bestem Holz bereichern Vanille mit dezenter Würze sowie frische Blütennoten, gepaart mit Apfel- und Birnenfrucht, die Nase. Und am Gaumen fasziniert er mit seinem schlanken Körper sehr frisch und lebendig. Ein Geschmack nach Banane bleibt lange, lange im Mund und macht begierig Lust auf den nächsten Schluck!

Wein- und Sekthaus Volker und Bernd Schreieck

http://www.schreieck-maikammer.de

 

Das Irori und Max Goldberg kreieren nun im Stern

Sicherlich ist Knittelsheim fernab vom Nabel der Welt. Jedoch ist es dem aufstrebenden und kreativen Koch Max Goldberg mit all seiner genialen Kochkunst gelungen, dass Knittelsheim nun im Fokus der internationalen Gourmets steht und auch Japan mit viel Neid in die Südpfalz blickt. Bereits in Neustadt an der Weinstraße zeigte Max, wo der Meister seine Töpfe hängen hat, und überzeugte

mit einer außergewöhnlichen wie auch faszinierenden Küche. Im Isenhof kann er all sein Talent ausleben und bringt bodenständige wie auch ehrliche Küche auf den Tisch. Klar sind Produkte von regionalen Erzeugern seine Basis, doch auch die Welt darf bei ihm Präsenz zeigen. Mit feiner Handschrift bereichert er, ohne die Produkte allzu sehr zu verkünsteln, seine Kompositionen mit feinen Nuancen aus Japan.

Das Irori ist keine Durchgangsstation, sondern ein genussgenialer Verweilort für all unsere Sinne. Hier sind Zeit und Achtsamkeit angebracht, denn jeder Teil des Menüs ist ein prächtiges, bisweilen spannendes Kunstwerk. So wird lediglich ein Menü mit neun Gängen angeboten.  Auf Vorbestellung gibt es auch eine vegetarische Variante.

Auch in der Raumgestaltung lässt sich der japanische Einfluss erkennen: Im traditionellen Japan ist der irori eine Feuerstelle im Haus, an der man zusammenkommt, um sich aufzuwärmen, zu essen und zu trinken. Ein Ort der Gemeinschaft, des Austauschs, aber auch des Genusses. Geradezu selbstverständlich pflegen Max Goldberg und seine herzlich engagierte Partnerin Kerstin Bauer diese wundervolle Tradition und auch Inspiration.

Ohnehin ist es Kerstin Bauer, welche fürsorglich die Gäste im alten Kaufmannshaus aus dem 17. Jahrhundert umsorgt. Sie ist Gastgeberin und kompetente Sommelière und Managerin zahlreicher Gästewünsche. Tatsächlich verlassen die Gäste wunschlos und erfüllt von glücklichen Momenten das Irori im Isenhof.

 

Hauptstraße 15A, 76879 Knittelsheim · www.the-irori.com

Ein Typ. Ein Original! Maître fromager affIneur Hanns Stähle

Schon der französische Schriftsteller Jean Anthelme Brillat-Savarin erkannte: „Ein Nachtisch ohne Käse gleicht einer Schönen, der ein Auge fehlt.“ 

Wenn auch mit Freiburger Wurzel ausgestattet, ist für mich und ganz sicher für viele seiner Gäste und Kunden Hanns Stähle ein echtes pfälzisches Original. Sein kleiner Laden auf der Weinstraße bietet aller Platz und Genuss für ganz viel Geschwätz und Tratsch und lässt selten wieder los. Über der Tür schmückt das in feiner Handarbeit gefertigte Schild „Kolonialwaren Lambert“ den Ort allerlei bunter Geschehen. Hanns ist Maître fromager affineur. Hanns ist ein Typ und Hanns ist herrlich viel Mensch. Manchmal überrascht er mit Fliege am Hemdkragen und manchmal auch lässig, leger im Shirt. Für Hanns geht es nicht um das Äußere, sondern ganz und gar um die inneren Werte im Menschen wie auch in all seinen Produkten, welche er fein und elegant in seinem Laden präsentiert.

Ich kenne Hanns noch aus seinem wild engagierten Leben in Freiburg. Vor mehr als 40 Jahren zettelte er dort den Kampf für den damals unzulässigen Rohmilchkäse an. Mit gerichtlichem Erfolg und zur Freude vieler Genussjünger war nun Rohmilchkäse en vogue. Er war es auch, welcher erstmals den bekannt-berüchtigten Primeur aus Frankreich in Freiburg einführte und folglich vor 40 Jahren den Wein nach nächtlichem Transport zum Frühstück präsentierte. Ja! Er ist ein guter Charakter, dieser Hanns aus Freiburg!

Bei seiner Tour 2011 durch die Ecken der Südpfalz entdeckte er die leerstehende Metzgerei. Es war seine ganz besondere Art von Liebe auf den ersten Blick. Mit handwerklichem und leidenschaftlichem Geschick entstand sein Laden. Hier gibt es leckeren Käse aus Frankreich, Italien und der Schweiz. Auch Brot, Obst, Gemüse, Wurst und nicht zuletzt Pfälzer Wein bereichern mit ganz viel Geschwätz aus dem Dorf und der Welt.

Noch heute ist der Rohmilchkäse Stähles große Leidenschaft. Gern referiert der nun 76-Jährige in seinen Kursen oder bei Wein-Käse-Proben hierüber. Es ist eine definitive Bereicherung, Hanns Stähle zu begegnen und all sein fundiertes Wissen aufzusaugen. Ich hoffe sehr, dass Hans Burrweiler der Region und auch der Welt noch lange erhalten bleibt.

Hauptstraße 31  · 76835 Burrweiler ·  +49 (0) 63 45  95 46 062 www.kolonialwaren-lambert.de

Winzer, Gestalter, Läufer, Bergziege – Erich Stachel

Auch mit 70 lässt er seine Seele strahlen und uns daran teilhaben. Noch immer und wahnsinnig engagiert unterstützt er die Natur und unterstützt sie in ihrem ungenierten wie auch ungeordneten Wachstum. Manchmal trifft man ihn oben am Waldrand von Maikammer auf seinem ganz besonderen Rastplatz inmitten seiner Rebterrassen, welche er mit viel Handarbeit und sensiblen Augen hegt und pflegt.

Irgendwann ist er ausgebrochen und wollte die Welt entdecken. Wollte sie als Marathonläufer erlaufen und als Bergsteiger besteigen. 1988 startete er zum ersten Marathon in Frankfurt und 2018 bestieg er den Mount Everest. Allerdings fand er in 5300 m Höhe seine Freundschaft mit dem Berg und beließ es dabei. Einmal nur den Berg sehen und ihn atmen. So wie er die Naturwelten im Mikrokosmos Südpfalz und das große Kosmos draußen in der Welt für sich einnimmt. In Mexiko ist er den schneebedeckten 5636 m hohen Orizaba bestiegen, in China den 7546 m hohen Ata. Für ihn waren der Zusammenhalt, die Kameradschaftlichkeit und die entstandenen Freundschaften sehr prägend wie auch faszinierend. Diesen Geist brachte er auch in seine Familie ein. „GEMEINSAM schaffen wir alles“ lautet fortan das Motto. Auf dem Weingut werden alle Entscheidungen im Team getroffen. Jeder hat seine Stärken und konzentriert sich darauf, diese einzubringen.

Klar ist für Erich, dass Bergsteigen ebenso eine Teamsache ist wie in der Familie. Wenn man das richtige Team um sich hat, kann weniger schiefgehen und außerdem wird man unheimlich beflügelt. Wie am Berg haben auch in seiner Familie Hilfsbereitschaft und füreinander einstehen eine besondere Bedeutung.

Zuhause ist der nimmermüde Erich auch Partner der Natur. So ist er Initiator von alten Streuobstwiesen oberhalb von Maikammer, welche dank Erichs Engagement und auch dank seiner Freunde reaktiviert wurden. Wilde, dichte und sperrige Hecken wurden beseitigt. Alte, bereits vergessene Weinbergsterrassen sind wieder präsent und herrliche Wiesen mit Blick auf die kleine, bisweilen große Welt laden wieder ein zum Verweilen und dazu, eine prächtige Natur einzuatmen.

Hier oben können Obstbäume wie Mandel, Elsbeere und Speiling ihre Arme ausbreiten und der Welt zeigen, dass Natur auch ganz viel Schönheit hat.

„In der Natur ist nichts perfekt und alles ist perfekt. Bäume können verkrümmt sein, auf seltsame Weise gebogen, und sie sind trotzdem schön.“

Für mich ist Erich auch ein pfälzischer Hemingway. Er kann Geschichten erzählen, aufmerksam zuhören und sich stundenlang über Naturbanausen ärgern. Obwohl … bei einem guten Glas Wein aus der kreativen Hand seines Sohnes lässt sich auch Erichs Seele ganz gut beruhigen. Und er ist auch ein prägender Charakter, der nicht nur der Südpfalz gut tut.

Glück und Charakterstärke bei den Heußlers

Die Sonne löst gerade die letzten morgendlichen Nebelschwaden in den Hängen unterhalb der Rietburg auf. Die sommerlich-bunte Weinbergs- und Wiesenlandschaft breitet kunstvoll ihr buntes Gefieder aus und ein leichter Mostduft zieht durch die Landschaft … Glück hat …, wer hier lebt und sein Tagwerk leisten darf. Glück hat auch, wer Jürgen Heußler und seinen Töchtern Nina und Maike begegnet. Einer herrlich leidenschaftlichen Winzerfamilie aus Leidenschaft und Berufung. Ganz schnell wird man eingenommen vom lebensfrohen Temperament der Heußlers. Der warmherzige Händedruck vermittelt herzliches Vertrauen, und ganz schnell begreift man: Jürgen Heußler ist eine verdammt ehrliche Haut.

Ebenso ehrlich wie auch demütig führt er gemeinsam mit seinen Töchtern das Weingut inmitten von Rhodt unter der Riedburg. Und wenn dann die Sonne wieder einmal ihre quecksilbernen Schlieren in den Morgentau malt, lässt es sich vorzüglich bei den Heußlers weilen und über Glück reden.

Reines Glück? „Nein, vielmehr das Glück des Tüchtigen.“ „Denn sein Glück muss man sich auch in Rhodt hart erarbeiten.“ Sicherlich ist der Einstieg seiner Töchter in das Weingut Jürgens größtes Glück. Nina hat Weinbau studiert und ist mit viel Freude zunächst in einem erfolgreichen Weinhandel in Berlin gelandet. Maike hat eine kaufmännische Ausbildung absolviert und dann eine profunde Winzerausbildung genossen. Und nun steuern beide seit einigen Jahren gemeinsam mit ihrem Vater das Weingut. Hier lebt ein echtes wie auch sehr inniges Gemeinschaftswerk, einhergehend mit einer feinen Symbiose aus jahrelangen Erfahrungen und neuen Visionen. Hier auf dem Weingut wie auch in der Familie hat jeder für sich seine Aufgaben wie auch eine ganz besondere Art Familiensinn. Während sich Jürgen immer mehr um die feinen Destillate des Weingutes kümmert, leben Maike und Nina ihre Kreativität aus und gestalten besondere Weine. Es darf dann mal ein PetNat oder unbedingt die Töchterweine sein.

Die Heußlers lieben die Besonderheiten und Abwechslung der Böden um Rhodt. Ob „Schlossberg“, „Rosengarten“ oder „Klosterpfad“ … jede Lage hat ihre Besonderheiten wie auch ihre ganz eigene Herausforderung. Letztlich soll die Magie eines Ortes den Gaumen bereichern. Bei den Heußlers beginnt Weinqualität im Weinberg. Deshalb liegt der Schwerpunkt ihrer Arbeit in der intensiven, sorgsamen Pflege der Weinberge bis hin zur selektiven Lese. Ein schonender Ausbau im Keller bringt Weine mit großem Reifungspotential hervor. Mit viel Achtsamkeit hegen und pflegen sie auch die alten Reben – die meisten sind älter als Maike und Nina! Mit dem Alter solcher Weine steigt die Komplexität im Wein, der Ertrag passt sich an und die Wurzelstruktur ist perfekt ausgebildet. Es sind Weine mit Charakter und Ursprünglichkeit, welche Lust aufs nächste Glas machen. Es ist eben die gelebte, glückselige Leidenschaft der Heußlers.

Weyherer Str. 35, 76835 Rhodt  ·  +49 (0) 6323 5506  ·  www.weingut-heußler.de

Tiefgründige Momente für die Seele – Fotograf Dominik Ketz

Klar! Ich reise, begegne Menschen, höre zu, lerne, recherchiere, suche nach Ursachen, Wirkungen und Spuren und füge am Ende Gehörtes, Gesehenes, Erfahrenes und Erlebtes zu Texten zusammen. Tatsächlich sind es jedoch die Einblicke und auch Augenblicke, welche mich inspirieren. Und wenn ich mich in der Pfalz bewege, dann sind es auch die Blicke von Dominik Ketz, welche ich einfangen und mich auf eine Reise durch seine Blickachsen der Pfalz surfen lassen. Dominik Ketz gelingt es vorzüglich, Landschaften und Menschen einzufangen und ihnen Farbe und eine ganz besondere Stilistik zu geben. Seine tiefgründigen Blicke und auch Behauptungen repräsentieren die gesamte Breite der fotografischen Kunst. Er entdeckt auch die Schönheiten der Südpfalz und gibt ihnen eine ganz andere, eine sinnige Tiefgründigkeit. Er setzt Menschen, Objekte und auch Landschaften in einen breiten Rahmen, mit Gefühlen gepaart, mit einer würdigen Achtsamkeit und dem nötigen Raum, damit die Seele des Anderen sich darin einfügen kann.

Wenn ich seine Augenblicke betrachte, erkenne ich auch, dass die Fotografie eine Liebesaffäre mit dem Leben ist, auf die es sich unbedingt lohnt, einzugehen.

Auch wenn Dominik Ketz kein Südpfälzer ist, ist er dennoch eine Persönlichkeit, der die Südpfalz seit vielen Jahren mit sensibler Blickkunst fotografiert und in Szene setzt.

Der heute 50-jährige Dominik lebt mit seiner Frau Susanne in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Schon während eines Fotografie-Studiums führten ihn verschiedene Fotoserien durch die Welt, u. a. nach Alaska, Kanada, Kuba, Ecuador, Indien und Nepal. Jedoch hat er nie die Magie und die Schönheit der eigenen Heimat verloren. So prägt er mit seinen Bildern seit 25 Jahren für viele Tourismusorganisationen in Rheinland-Pfalz deren Erscheinungsbild. Auch arbeitet Dominik weltweit als freiberuflicher Fotograf für Agenturen, Unternehmen und Zeitschriften. Seine Bilder sind in zahlreichen Magazinen und Büchern veröffentlicht worden und wurden mit mehreren renommierten Preisen ausgezeichnet.

„Jede Landschaft ist ein Zustand Geistes.“ so schrieb es einmal der Fotograf Henri Frederic Amiel