Das Marais ist ein fülliges Stück Pariser Leben und das perfekte Revier für alle, die Paris weit abseits des überbordenden Tourismus entdecken wollen. Lässig zwischen Place de la Bastille und Montmartre platziert, fallen hier Ereignisse, besondere Orte und hippe Momente quasi vor die Füße. Es ist romantisch, trendig, aber auch mal frech und natürlich auch festlich. Entlang seiner gepflasterten Straßen verteilen sich schräge Boutiquen und wunderbare Cafés, multikulturelle Restaurants und herrliche Boutique-Hotels, die dem Viertel einen ganz besonderen Appeal geben.
Das Marais ist ursprünglich wie auch historisch. Es war zeitweise anrüchig und dann wieder dem Adel verpflichtend. Es wird 1970 von Renzo Piano markant mit einem modernen Eingangsportal – dem Centre Georges Pompidou – in Aufbruchsstimmung gesetzt und verinnerlicht doch zugleich eine große Portion jüdische Kultur, gepaart mit französischer Historie. Es ist das facettenreich-bunte Viertel der Künste und Museen. Das Marais-Viertel ist das Herz von Paris und trägt auch ach so gern mal Plüsch.
Und genau dort, wo Trend und Chic ihre Bühnen haben, trifft sich auch die Welt der Luxusmarken. Hier geben sich Prêt-à-porter-Boutiquen und junge Designer die Hand. Hier spielen die Boutiquen von NoMa, A.P.C., Merci, Bonton, Lemaire, Zadig & Voltaire und Abou d’Abi Bazar und Isabel Marant mit den Nerven vieler Modefans. Berühmt und auch berüchtigt, der Laden Colette. Etwas Entspannung verspricht die Boutique und das Café „The Broken Arm“. Hier trifft Lecker auf Modedesign.

Na klar … Das Pariser Genussleben hat auch hier vieles zu bieten. Das gastronomische Leben spielt sich in der Rue de Bretagne ab. Hier gesellen sich sehr appetitlich facettenreich, bisweilen sehr spannend, die Lebensmittelläden aneinander. Ein kunterbunter Genusszauber, durchmischt mit allerlei Gerüchen und Aromen, weckt all unsere Sinne zum Leben. Ein prächtiges Ereignis ist der Marché des Enfants Rouges, was wörtlich übersetzt „Markt der roten Kinder“ bedeutet, wurde nach einem Waisenhaus aus dem 17. Jahrhundert benannt. Diese historische Markthalle bietet eine maßlose Vielfalt an Kulinarik. Hier kauft man nicht nur ein, sondern genießt allerlei Feinheiten direkt vor Ort.

Der beste Bäcker der Stadt soll die Bäckerei 134 in der Rue de Turenne 134 sein. Immerhin habe ich hier mein liebstes und bisher bestes Croissant entdeckt. Ach ja … In der 29 rue Debelleyme habe ich in der Patisserie Popelini Chou à la Crème (Miniwindbeutel) in diversen Geschmacksrichtungen entdeckt: die Klassiker Café, Schokolade und Praline oder, eher ausgefallen, Pistazie und Rose.
Und wenn ich mal hier ins Marais eintauche, dann genieße ich die lärmende Ruhe im Café Charlot. Das Eckcafé in einem wunderschönen Pariser Altbau versprüht mit seiner rot-weißen Markise und den roten Sonnenschirmen bereits im Außenbereich französisches Flair.
Manchmal sitze ich hier, vor den Fenstern, und blicke einfach nur rein ins verträumte Marais. Hier weht immer etwas Wind und fordert die Blätter am Boden zum Tanzen auf. Menschen kommen und gehen. Von drüben. Von rechts und auch von links. Sind zerstreut, verweht und ach so fern von entspannt. Lassen sich treiben vom Leben. Hier im Café hängen meine Gedanken besonders lange. Ohnehin ist das Charlot kein Bistro, wie man es sich vorstellt, wenn man an ein romantisches Paris denkt. Hier trinkt man ganz gern bereits zum Mittagessen ein Glas Rotwein zum Croque jeune homme und lässt das Leben parlieren.



