Mozzarella! Die wahrhaft-elegante Diva

Grausige Wahrheiten offenbaren sich in den zahlreichen Kühltheken im allerlei bunten Discounterland. Besonders irritiert bin ich beim Thema Käse und sensibel pikiert bei einer reichlich deprimierenden Auswahl von Mozzarella-Sorten. Weiß, frei von jeglichem Geschmack und eine Handvoll Gummimasse, als sei es ein Entspannungsball, sind kein Ausnahmefall. Definitiv ist dies ganz weit weg von bester Genussqualität. Bitte! Mindestens die Käsebälle aus Büffelmilch entsprechen der ehrlichen Geschmacks- und Genussqualität. Besonders intensiv und so prachtvoll italienisch ist die „Mozzarella di bufala campana“. Hier werden die Rezepturen aus dem 12. Jahrhundert im Gaumen schmeckbar. Im 12. Jahrhundert formten Mönche der Region Neapel und Salerno Frischkäse aus Büffelmilch zu Kugeln und Zöpfen. Der echte, der wahre und feine Mozzarella ist ein ursprünglich italienischer Pasta-Filata-Käse aus der Milch des Wasserbüffels, aus einem Teig, welcher bei der Herstellung Fäden zieht. Die Herstellung lässt sich schmecken: In feiner Handarbeit bringt der Käsemacher Milch mit Lab zum Gerinnen und übergießt diesen Käsebruch mit 60 Grad heißem Wasser. Danach wird meisterlich und mit italienischer Lebensfreude gerührt, gezogen und geknetet. Sobald die dampfende Masse elastisch wird, teilt der Käsemeister die zähe Käsemasse in gleich große Stücke und bringt diese in Form.

Fein-authentischer und geschmacksintensiver Mozzarella überzeugt mit einer intensiv sahnig-aromatischen Note und einer locker, saftigen Konsistenz. Der sahnige Kern zerfließt beim Anschneiden.

Gern empfehle ich den „Mozzarella di bufala campana“ mit dem Gütesiegel DOC. Meist kommt dieser aus den Regionen Latium, Apulien oder Kampanien.

In Mailands berühmter Pizzeria Maruzzella hatte ich eine sehr köstlich-schöne Begegnung mit dem Klassiker „Mozzarella in carozza“. Mozzarella und feinen Shrimps auf zwei Brotscheiben gelegt. 

  
Die Mailänder Osteria „Al Ponte de Ferr“ am Naviglio Grande überrascht mit einer raffinierten Kreativität und einer „Mozzarella in pasticceria“. Mozzarella in Blätterteig, fein umschmeichelt mit Vanilleeis, Kürbisöl, Rosenwasser und feinster Sahne.

Pizzeria Maruzzella – Piazza Guglielmo Oberdan, 3 – 20129 Milano – 39 02 2952 5729

Und in Deutschland?! In Frankfurt-Sachsenhausen begeistert Dennis Rimonti mit verdammt geschmacklichen Kreationen in seinem . Im Stil der 50er- und 60er-Jahre, gepaart mit ganz viel Flair der italienischen Riviera, schmeckt die frische Orecchiette mit dem cremigen Kern der Burrata (100 % Büffelmilch) mit Tomaten und Basilikum vorzüglich. Übrigens: Burratina ist ein kleines Säckchen aus Mozzarella, das mit Mozzarella-Strängen oder -Würfeln und cremiger Sahne bzw. Rahm gefüllt ist. Burrata bedeutet „gebuttert“.

Lella Mozzarella / Mörfelder Landstraße 137 / 60598 Frankfurt am Main / 069 66366744

Ja! Mozzarella ist mehr als nur glibberige Masse in Tüten!!!

Apulische Burrata – „È come una grande opera“

Unverwechselbar in seiner Cremigkeit ist die Burrata eine der gefragtesten und geschätztesten Arten von frischem Käse, meist aus Kuhmilch, der aus einer Hülle aus festem Mozzarella besteht und innen mit einer cremigen Füllung aus Sahne und Mozzarellafäden gefüllt ist. Geboren wurde die Burrata 1956 in Gioia del Colle, nahe der apulischen Stadt Bari.

Die typische Burrata ist weich und cremig und hat einen leicht süßlichen Geschmack. Durch seine Cremigkeit und auch sein Aromenbild ist sie ein hervorragender Tafelkäse, welcher Salaten eine besondere Note verleiht und sich ideal zu Pasta mit frischen Tomaten oder auch auf Pizza eignet. Ich genieße sie auch genial zu Erdbeeren oder Pflaumen mit frischem Pfeffer.

Bei meiner Reise durch die Gastronomie in Frankfurt bin ich sehr selten einer wahren und traditionellen Burrata begegnet. Manchmal werden merkwürdige Knödel serviert, welche ganz weit ab von einer harmonischen Aromatik sind. Die cremige Burrata beim Sternekoch Carmelo Greco war sehr aromatisch, umgeben von Pfirsich und Feigen. Ein Gedicht aus mildem Schmelz und fruchtiger Opulenz. Dazu ein paar Tropfen Honig und ein Hauch frischer Kräuter, die das Ganze noch sinnlicher machten. Leicht, süßlich, dabei unglaublich elegant – wie ein italienischer Sommerabend. Ohnehin wird hier das Dolce Vita gelebt und auch kulinarisch ist Greco mit seiner Heimat eng verbunden.

Im Occhio d’Oro am Eschenheimer Turm war es dann eine wundervoll-sinnliche Begegnung mit einer Burrata mit Kürbis und einem luftgetrockneten italienischen Bauchspeck. Italienisch gedacht, mit Haltung gemacht. „Ohne Tamtam“, wie Andreas Hoffmann sagt. Sondern mit Geschmack.

Dazu ein leichter & frischer und fruchtbetonter Weißwein, wie z. B. der Marangona Lugana 2024 vom Gardasee. In der Nase tummeln sich Noten von Pfirsich, Blutorange, Limone, Wiesenblumen und Mandeln.

Auch in Sachen Wein überzeugt die fachliche Kompetenz von Restaurantleiter Ivo Buljan und seinem sehr servicefreundlichen Team.

Für Giovanni Pagazzi von der traditionellen Käserei in Santeramo in Colle ist Burrata wie eine große Oper: „È come una grande opera“ eben! Sein Tipp: Burrata mit frischen Früchten garnieren und mit karamellisiertem Balsamico verfeinern.

Übrigens: Apulien ist eine süditalienische Region, die den Absatz des italienischen „Stiefels“ bildet und bekannt ist für ihre Hügelorte mit weiß getünchten Häusern, das jahrhundertealte Ackerland und die Hunderte Kilometer lange Küste am Mittelmeer. Die Hauptstadt Bari ist eine lebhafte Hafen- und Universitätsstadt. Lecce gilt aufgrund seiner barocken Architektur als „Florenz des Südens“. Charakteristisch für Alberobello und das Valle d’Itria sind die „Trulli“ – Steinhütten mit auffälligen kegelförmigen Dächern.

Eine vinologische Rettung vor dem Alltag – Occhio Doro

Es geht heute mal wieder sehr quirlig im Herzen von Frankfurt zu. Konzentriert und geschickt umlaufe ich im Slalomschritt allerlei Gewimmel. Machtergreifende Radfahrer, leicht aggressive Mütter mit Kinderwagen und Handy fordern Vorfahrt ein. Banker und Manager mit einer Handvoll Imbiss hetzen zum nächsten Run auf Gewinn und hier wie auch da versucht der Rest der neuen Generation, die Welt zu retten. Die rauschende Welt der Coffee-to-go-Hektiker wird Stress zum Lebensinhalt.

Meine Rettung vor diesem Alltag der Überlebensindianer ist das Occhio Doro. Also auf in den 7. und rein in eine wahrlich genüssliche Wohlfühlwelt. Hier im toskanischen Restaurant mit Roof-Bar wird der Gast in einen Cocoon gepackt und dazu mit herrlichen Blicken in die Skyline Frankfurts und darüber hinaus bereichert und verwöhnt, zugleich. Kaum angekommen kann ich ausatmen und lasse mich gern von Ivo Buljan und seinem Team mit Aufmerksamkeit und sensibler wie auch wundervoller Servicefreude verwöhnen.

Meine schiere Lust auf einen guten Wein, der meine Sinne in den Genuss justiert und mich in eine innere Ruhe fallen lässt. Stjepan Kubula, einem Sommelier der alten Garde, gelingt es mal wieder, meine Navigation auf Gaumenfreude zu drehen.

Etwas Oliven, feine Artischocken, fluffig, leicht würziges italienisches Baguette sind die Begleiter für einen 23er Aurora Etna Bianco, der sogleich die Farben meiner Welt verändert. Strohgelb mit zart grünlichen Effekten liegt er im Glas. Trocken, frisch-säurebetont, mit salziger Mineralität und Zitrusnoten am Gaumen. Schön! Elegant, präzise, mit vulkanischer Mineralität und mediterraner Frische fasziniert dieser Wein, welcher auf dem Vulkangestein des Ätna wurzelt.

Zur grandiosen Burrata folgt ein leichter & frischer und fruchtbetonter Marangona Lugana 2024 vom Gardasee. In der Nase tummeln sich Noten von Pfirsich, Blutorange, Limone, Wiesenblumen und Mandeln.
Seine feine Säure und der leicht rauchige Unterton von Feuerstein runden den Trinkgenuss ab. Ja … auch hier überzeugt die fachliche Kompetenz von Stjepan.

Wir plaudern und sinnieren über die Welt der Weine, das Leben allgemein, das Dolce Vita und die herrliche Poesie von Weinen in Flaschen, während die Küche feines Gemüse aus der Toskana und einen perfekt auf den Punkt gegrillten Wolfsbarsch geradezu zelebriert. Stjepan dreht mit seiner Weinempfehlung mein vinologisches Fachwissen auf Tiefmast und aufkommenden Sturm. Ein kräftiger 2024er Le Volte dell’Ornellaia, in leuchtendes Rubinrot und einem Hauch Violett gewandet, fließt in mein Glas. Mutig! Das toskanische Cuvée aus Cabernet Sauvignon, Merlot und Petit Verdot kommt am Gaumen leicht puristisch, saftig und dennoch mit knackig frischer Beerenfrucht und frischer Säure daher. Saftiger Cassis und Schwarzkirsche – die Frucht spielt mit Nase und Gaumen. Die Tannine sind ultra-fein geschliffen und beinahe schwerelos integriert. Feine Kräuterwürze, gepaart mit feiner Mineralität und dunkler Schokolade, erzählen noch lange nach. Ja! Ich stimme nun unbedingt zu. Dieser Wein ist ein perfekter Partner zu Fisch. Auch wenn z. B. der Chablis von Jean-Paul & Benoit Droin meine Wahl gewesen wäre. Stjepan Kubula ist ganz und gar ein Sommelier mit einer satten Portion Leidenschaft und Gespür für besondere Weine.

Zum Dessert kann es auch mal ein Rosé von Valtènesi sein. Der 24er CàMaiol Roseri aus der Lombardei nimmt sehr rasch meine Nase gefangen. Ein spannendes Aromenbild nach Rosenknospen, daneben Pfirsichblüten, rote Johannisbeeren und Litschi. Sanft und gleichermaßen trocken am Gaumen überzeugt er durch seine schöne Struktur und sein aromatisches Finish. Oder doch lieber eine Auslese … Hier wird der Sommelier nun ganz und gar auch Verführer. Und klar … Mit dem Blick in die nächtlich glitzernde Skyline lässt die Auslese einen wundervollen vinologischen Abend sehr harmonisch ausklingen.

Für das leidenschaftliche Team im Occhio Doro bin ich Gast und Mensch zugleich. Für Könige fehlt ihnen hier der Palast. Gern geht man mit seinen Gästen eine stimmige wie auch harmonische Verbindung ein und geht fürsorglich als auch mit Freude auf deren Wünsche ein. Ja! Ich bin sehr gerne Gast und Mensch hier im 7’ten.

 

Occhio d’Oro / „Flemings Selection Hotel Frankfurt-City / Eschenheimer Tor 2, 60318 Frankfurt / http://+49 (0) 69 989 72 85 00

Ein schönes Stück Dolce Vita – A Tavola, Frankfurt

Stopp!! Nicht gleich den unsortierten Salat vor die Geschmacksnerven schieben und völlig gedankenlos die grün-bunten Prachtexemplare feiner Landarbeit in den Magen befördern. Gehen Sie doch mal in Geschmacksmeditation. Versuchen Sie doch mal, in Ruhe und Sorgfalt die natürlichen Aromen Ihres Salatgewusels zu „erschmecken“. Und? Wie? Hat kein Geschmack? Ja, warum zahlen Sie denn für geschmacksarme Gartenkunst – eben keine Kunst. Eher Mist. Bei Schokolade, Eis oder Bonbons kaufen Sie doch auch nach Geschmack.

Spätestens bei Salat endet die Freundschaft und beginnt mitunter das Menü. Für mich sind der Berliner Sternekoch Nikodemus Berger oder Falk Richter im Kiedricher Hotel Wald.Weit geniale Geschmacksgurus, welche die feine Klaviatur der natürlichen Aromen vorzüglich spielen und in mir eine ganze Bandbreite von Aha-Effekten im Gaumen und Kopf hinterlassen haben, unter welchen nun Frankfurts Gastronomie leiden muss. In knapp vier Wochen habe ich Frankfurts Gastronomie ins Kräuter- und Salatgewissen geschaut. Hochpreisige Gourmetküche habe ich mal links liegen gelassen. Überzeugt hat mich besonders das in Szene gesetzte Restaurant „a tavola“. Wobei ich das Lokal auch als ein „L‘Aperitivo“ einstufen möchte. „A tavola“ ist ein Treffpunkt von Freunden oder für Business, um beim Lieblingsgetränk vom Arbeitstag abzuschalten und den schönsten Seiten des Lebens die volle Aufmerksamkeit zu widmen.

Unmittelbar am Schweizer Platz gelegen haben die Inspiratoren mit viel Liebe zum Detail, einer gehörigen Portion Design und einer großzügigen Spur italienischer Tradition mit dem „a tavola“ ein Ausnahmeprodukt geschaffen. Fernab von Rom, aber dennoch gefühlt mittendrin: das römische Dolce Vita. Hier ist mal die alte Schullandkarte ohne Rahmen als Wandkultur oder dort hängen schräge Stühle an der Decke. Jeder dekorative Aha-Effekt gehört ebenso zum Stil des Hauses wie auch die Aha-Effekte der ungekünstelt ehrlichen Speisen.

Hier zaubert das Team schöne Momente, gepaart mit perfekt-freundlicher italienischer Tradition. Und … ein guter Aperitivo italienischer Art wird mitunter mit klassischen „Fingerfood-Häppchen“ (Antipasti italiano) serviert. Beste Qualität und Güte lassen sich auch bei der Pasta oder den unterschiedlichen Salatvariationen erschmecken. Mein Tipp: Insalata Scampi und/oder die Pizza Vegetaria. Im Hintergrund, aber im Blickwinkel, wirbelt der Pizzaiolo den Teig, bevor er in aromatischer Qualität belegt und in den Steinofen zur perfekten Pizza wird.

 

Diesterwegstraße 4, 60594 Frankfurt am Main

Ein prächtiges Grand mit Vieren – Das Melia Hotel City, Frankfurt

Manchmal tausche ich nur meine Gedanken, Ideen und Konzepte mit Kollegen aus, hänge umrauscht von Straßenlärm und Gewimmel, im Nirvana grauer Betonwüsten und finde fernab von heimelig ein Bett, dass im Irgendwo steht und mich dennoch nicht schlafen lässt. 

Manchmal möchte ich nur meinen Gedanken zuhören und wie Hans im Glück aufrecht in den Himmel blicken. Möchte ankommen, willkommen sein und einfach mal chillig einen guten Wein trinken. Kein Aber,  kein Eigentlich und definitiv kein geht nicht. Ich will, ja ich will… einfach Gast sein. Gast in meinem Übergangszuhause. 

Noch bevor mein Koffer die Eingangspforte berührt, werde ich freundlich aufgefangen und zum Check-In in die 15. Etage gebracht. Fast unmerklich bewegt sich mein Gepäck weiter Richtung Zimmer. Nicht mein Reisepass oder Kreditkarte hat hier oben… weit über dem schrillend-lauten Gewimmelbum Frankfurts, Priorität sondern mein Getränkewunsch, ein Häppchen vielleicht und dann … in aller Gemütlichkeit darf ich nun in diese neue Hotelwelt des Melia Hotel City einchecken. 


Nein… mag noch nicht wirklich ins Zimmer, denn hier in der 15. Ebene bietet die Check-in und Genusslounge atemberaubende Blicke in die Skyline von Frankfurt und hinauf in den prächtigen Taunus. Hier ist gerade woanders und ganz weit weg vom Alltag. Hier haben meine Gedanken Platz für allerlei Spaziergänge. Ohne Hast und ohne Eile. Hier bin ich mal so richtig Gast. Aber so was von… 

Letztlich pflegen die Mitarbeiter des Melia feine Servicefreundlichkeit und sind tatsächlich Gästeführer. Klar … im 15.ten lässt es sich allzu gerne auch schweben. Hier ist der Gast wichtig ohne ihn in Bedrängnis zu bringen. Hier lebt man gerne Genügsamkeit und  Zufriedenheit.

Das Melia City Hotel ist ein Grand mit Vieren. Ein Ausnahmetalent ohne chichi und Größenwahn. Unmerklich chic, modern und ungemein demütig. Ein faszinierend-schönes Tagungshotel. Ein Stück mehr als nur Business. Eine prächtige Genusslandschaft und unbedingt ein Hotel für ein schönes Stück mehr an Honeymoon mit herrlichen Blickachsen hinaus in die Welt.

Beim Abendessen in der 15. Etage oder auch beim Lunch nebenan mag ich mich ungern entscheiden zwischen den Kreationen auf dem Teller und den architektonischen Höchstleistungen einer faszinierenden Skyline. Das Restaurant ist ebenso wie der gelungene Rest des Hauses ein Ort der Ruhe und Genüsslichkeit. Keine Hektik, kein unnötiges Geklapper oder lautes Geplapper. Hier begibt man sich demütig in die Arme einer aufmerksamen Gastfreundschaft. 

Ja!!! ”Es ist eine liebenswerte Kunst, den Gast in seiner Gesamtheit zu erfassen und seine Wünsche als gegebene Selbstverständlichkeit zu würdigen”. Genau das… können die hier, im Melia City, ganz besonders gut.

Melia City Frankfurt / Senckenberganlage 13, 60325 Frankfurt a.M. / +49 69 6681980

https://www.melia.com/frankfurt_city