Kompromisslos und ungemein lebendig – Katja & Ansgar Galler

Das schönste Geschenk ist durchaus auch eine sonnig-fröhliche Begegnung zum Vesper, bei den Gallers inmitten ihres Familienidylls und unbedingt am Ende eines gefüllten Tages im Weinberg. Deftig, absolut gesund und ohne jegliches Getue, garniert mit einer satten Portion Herzlichkeit  kommen sie daher: Katja, Ansgar und die beiden Jungs. „Wie der Herr, so’s Gescherr“ eine wohl alte Bauernweisheit lässt sich hier vorzüglich genießen, denn ganz wenig geschieht hier aus Unvernunft oder Sinnlosigkeit. Mit ihrem vereinten herzlichen Lachen nehmen sie mit auf eine Sinnesreise durch die feine Kunst des Weinbaus und in ihr Leben, das sie hier nonchalant ausbreiten. 

Natürlich ist Weinbau keine einfache Aufgabe, sondern eher eine ständige Herausforderung, die viel Gedankengut erfordert, manchmal auch von der Philosophie großer Denker gestreichelt wird.

Fast unmerklich, aber dennoch ist sie wieder da, diese liebenswert… ja fast romantische Einigkeit zwischen dem Weinmacher Ansgar Galler und seiner charmanten Ehefrau Katja, wenn es um die Nachhaltigkeit im Weinbau wie auch im Leben geht. Bei den Gallers lebt der Weinberg so richtig auf und darf sich auch mal ausleben, denn tatsächlich leistet die Natur die eigentliche Arbeit und gibt den Rhythmus vor.  Dem Weinberg begegnen die beiden mit Demut und geben ihm achtsame wie auch sensible Unterstützung. Und wieder sind sich beide einig „Das berührt uns bei der Arbeit im Weinberg wie auch im Keller, und genau das verleiht definitiv ein authentisch-ehrliches Profil“.

Die Gallers greifen so wenig wie möglich in die natürlichen Prozesse ein, denn Qualität heißt auch, absolut keinen Einsatz von Herbiziden, Insektiziden oder Kunstdünger. Ihre Lösung haben die ursprünglichen Rheinhessen im beschaulichen Kirchheim an der Weinstraße nahe Grünstadt gefunden. Hier gestalten sie attraktive und nachhaltig produzierte PIWI Weine aus Rebsorten mit Resistenzeigenschaften. Nein… PIWI ist kein GenProdukt. PIWI Reben bieten hervorragende Eigenschaften, die Widerstandsfähigkeiten und Weinqualitäten miteinander kombinieren und der launischen Witterung auch mal  trotzen. Durch gezielte Züchtung und Selektion entstehen neue innovative Rebsorten, die es ermöglichen, den Weinbau nachhaltiger zu gestalten und die zukünftigen Herausforderungen im Weinberg zu bewältigen ohne die Natur unnötig zu belasten oder gar zu schädigen. Und ja… die Weine wie auch die Sekte der Gallers lassen erkennen, was Bodenhaftung und Charakter beim Wein bedeutet. Hier wird nicht gekünstelt oder gefärbt… hier wird sich für beste Qualitäten und für ein Stück mehr Leben mit herzlich viel Lebensfreude gequält. 

Draußen im Weinberg wird klar, ein prächtig-lebendiger Boden mit einer bunt-blühenden Begrünung zwischen den Rebzeilen bildet die besten Voraussetzungen für vitale Reben und aromatische Trauben. Nur so erhalten sie die Gesundheit der Lössböden und schützen außerdem vor Erosionen. Ansgar Galler fördert sehr gewissenhaft die Bodenlebendigkeit, die Artenvielfalt und schafft eine echte, tiefe Beziehung zwischen sich, seinen Reben und den Böden.

Und klar… wen wundert es… hier stehen auch Sitzstangen für Greifvögel und ein Insektenhotel um die Artenvielfalt zu erhöhen. Letztlich ist das die wesentliche Basis für gesunde, aromatische Trauben, die den Ausdruck ihrer individuellen Herkunft in sich tragen und dies später in das Glas und in all unsere Sinne tragen.

Mit viel Feingefühl wirkt Ansgar Galler auch im Keller, welcher mit reichlich Holz bestückt ist. Seine Erfahrung bereichert mit dem vielfältig-erworbenen Knowhow geeint mit Instinkt und Experimentierfreude lassen große und definitiv außergewöhnliche Weine entstehen. Es sind dann auch Weine, die nicht gar so üblich aber dafür besondere Ereignisse sind. So auch die kleine Serie Naturweine. Getreu dem Motto: „kontrolliertes Nichtstun“ lassen sie den Weinen aus sehr gesunden Trauben ihren freien Lauf. Unfiltriert und ohne Schwefelzusatz kommen Tropfen aus höchster Qualität in die Flasche. Mal Orange und mal Pet Nat. Gerade hier übernimmt der Gaumen den Part der langanhaltenden Genussfreude. 

So ganz nebenbei gefällt ein fruchtiger Friedrich-Johanniter im Glas. Ein feines Fruchtspiel umgarnt die Nase: Gelbe Frucht wie Pfirsich und Mirabelle dazu eine feine Spur würzig, leicht geröstete, Noten. Am Gaumen leichter Schmelz gefolgt von einer eleganten Säure und einer dezenten Salzigkeit im Abgang. Respekt! Ein außergewöhnlicher wie auch sinnlicher Wein. 

Es wird deutlich…die Galler-Weine haben Persönlichkeit, sind stilsicher und natürlich auch selbstbewusst. „Wie der Herr, so’s Gescherr“ eben!  Die herausgearbeiteten Texturen überzeugen und verführen zu einer klaren und feinen Trinkfreude. 

Katja wird nie müde, wenn es darum geht, ihren Gästen, zu vermitteln was sie tun und insbesondere warum sie es tun. Ansgar ergänzt und verstärkt manche Takte in den Worten seiner Frau. Sie sind sich doch so herzlich einig und nehmen mit dieser, ganz besonderen, Art gefangen. 

Mensch… hier ist Wein wirklich fühl-, schmeck- und so ungemein erlebbar und Familie Galler inmitten der vinologischen Vielfalt ein herzlicher Genuss.

Weingut Galler / Bissersheimer Str. 13, 67281 Kirchheim an der Weinstraße / 06359 919391

http://www.weingut-galler.de

Der mit dem Fuchs tanzt – Johann Seibt

Es ist wahrlich ein kindisches Vorurteil zu glauben, Wein stimme philosophisch. Wer lange Abende mit Johann Seibt beim Wein zubringt, fragt nicht mehr nach dem Grund der Schöpfung. 

Weder rühren noch schütteln und auf gar keinen Fall Eis. Unbedingt mit frischer Nase und Geist, denn bereits beim ersten Glas Wein aus der kreativen Hand von Johann Seibt wird klar… der Typ kennt das „Druidenwerk“ für die hochklassische  Weinkultur. Seine Rieslinge sind wie Diven auf großen Bühnen, sind dramatisch und weit weg von verspielt, sind klar, jugendlich und herzlich erfrischend. Auch haben sie viel Atem, feinste Faser und zarte Frucht. Sie sind charakterstark, tiefgründig, elegant, ehrlich und spiegeln ihre Herkunft auf eindrucksvolle Weise. Mit 85 Prozent der Rebfläche ist Riesling der Dominator im Weingut Karl Schaefer. Mit ihren Rieslingen bespielen sie alle Stufen der VDP-Qualitätspyramide.

Johann Seibt erwähnt es so relaxt nebenbei: Im Keller forme ich den Wein nach seiner Herkunft. Und überhaupt… hier unten in den tiefen rauchigen Gewölben mit allerlei Spinnenkram fühlt er sich angekommen. Hier gestaltet und kreiert er. Hier lässt er die Sounds in kunterbuntem Lichtregen tanzen. Nein! Er ist kein Spinner! Johann ist ein ehrlicher, herzlicher Typ mit einer satten Portion Leidenschaft und recht viel Feingeist. Er ist Menschenfänger wie auch -kenner. Gern ist er draußen beim Kunden wie auch drinnen mit seinem Team. Und meist hat er recht viel Gesprächszeit im Gepäck, denn es gibt eine Menge zu erzählen von Wein, seinen Ideen und den besonderen Lagen.

Zweifelsohne gehören die Lagen vom Weingut Karl Schaefer zu den besten an der Weinstraße. Das „Gerümpel“ weltbekannt, die „Großen Lagen“ Michelsberg oder „Forster Pechstein“ eine hochwertige Bank sowie der „Dürkheimer Fuchsmantel“ unter dem historischen Flaggenturm mit seinen vielfältig-herrschaftlichen Terrassen eine prächtige Naturlandschaft, in deren Fauna und Flora im Yin und Yang stehen. Bereits im Weinberg – das bestimmende Element ist schließlich die Traube – legt Johann Seibt mit seinem Team achtsame Hand an, denn es gilt nicht nur nachhaltig, sondern auch regenerativ und konsequent-ökologisch zu arbeiten. Im Weingut Karl Schäfer gehört selektiv-feine Handlese zur weinkulturellen Avantgarde. Vor allem die Rieslinge zeigen, wie stark unterschiedliche Bodenarten ihn in seinen Ausprägungen beeinflussen und den Charakter prägen.

Der 35jährige Johann Seibt ist seit 2018 verantwortlich für den Keller. Nach seiner Ausbildung hat er mannigfach Erfahrungen in Südafrika, der Schweiz, im Burgenland und auf dem badischen Weingut Schloss Neuweier bei Robert Schätzle gesammelt. Mit einem charmanten Lächeln beschreibt er, dass im Keller die Richtung vorgegeben wird. Hier lässt er gewähren. Alle Lagenweine werden spontan vergoren und ihnen wird die Zeit gegeben sich auf der Vollhefe zu entwickeln. “Wir verstehen uns als der Mittler zwischen Natur und Weingenießer.“ 

Defintiv: Das Weingut Karl Schaefer kann mehr als nur festliche Auftritte!  

Weingut Karl Schäfer / Weinstraße Süd 30, 67098 Bad Dürkheim / 06322  2138

https://karl-schaefer.com