Auch in Münster isst man ehrlich und bodenständig

Das Münsterland beweist vorzüglich: Eine Region kann atemberaubend und schmackhaft sein. Hier lässt sich die Region kulinarisch erschmecken. Und typisch für dieses Münsterland: seine stetige Innovations- und Ideenkraft.   

Regionale Produkte für regionale Gerichte, so ist der Grundgedanke der „Regionalen Speisekarte“ im Münsterland. Diese gemeinsame Idee haben zahlreiche Küchenchefs im Münsterland in ihre Speisekarten aufgenommen. Die Gäste genießen nicht nur absolute Frische und eine neue regionale Küche, sondern schonen durch kurze Transportwege und regionale Verarbeitung auch die Umwelt. Da bleibt nur zu sagen: „So schmeckt das Münsterland.“

Von Töttchen bis Pumpernickel

Wer in Münsters Gasthäusern einkehrt, entdeckt es bestimmt auf der Karte: Töttchen, nicht zu verwechseln mit sahnigen „Törtchen“. Denn Töttchen ist weder süß noch cremig. Das Gericht besteht größtenteils aus eingekochtem Rind- und Kalbsfleisch. Zugegeben werden Porree, Sellerie und verschiedene Gewürze.

Luftgetrocknet statt gekocht ist dagegen der Westfälische Knochenschinken. Sein würziges Aroma verdankt er dem Röhrenknochen, der während der gesamten Reifezeit im Schinken bleibt.

Doch was wäre die westfälische Küche ohne das geliebte Schwarzbrot? Pumpernickel darf auch ins Dessert! Mindestens eine Schicht aus Pumpernickel, Schokolade und Kirschwasser – wahlweise auch Rum oder Rum-Aroma – zählt die westfälische Quarkspeise. Die andere Schicht besteht aus Quark, Milch und Zucker. Das Topping: eine Decke aus Sauerkirschen und fein gebröseltem Pumpernickel. Einfach genial!

Frisch, frischer, Wochenmarkt auf dem Domplatz

Erster Anlaufpunkt für Regionales: der Wochenmarkt auf dem Domplatz, immer mittwochs und samstags von 7:00 bis 14:30 Uhr. Hier tummeln sich Touristinnen und Touristen sowie Einheimische um die zahlreichen Marktstände und genießen die kulinarischen Angebote – echtes Marktfeeling garantiert! Probieren Sie die 30 Jahre alte münstersche Tradition: die gemixte „Käsetüte“.

Das „Leve“ – die Heimat der münsterländischen Tradition

Noch bevor der Westfälische Friede beschlossen wurde, trafen sich seit Anfang des 17. Jahrhunderts Adelige, Burschen, Denker, Händler und Reisende inmitten einer unruhigen Zeit zum Gelaber über machtpolitische Auseinandersetzungen und konfessionelle und religiöse Gegensätze beim Becher Bier. Das 17. Jahrhundert war nicht nur die Blütezeit des Barocks, sondern auch die Hochzeit guter Biere, welche in Münster gern im Gasthaus „Die drei Könige“, dem heutigen „Alten Gasthaus Leve“, getrunken wurden. Zu dieser Zeit mussten Gastwirte einen Paragraphen befolgen, nach dem sie dazu verpflichtet waren, jeden Gast standesgemäß und gegen Bezahlung zu bewirten und zu beherbergen. Auch einen Bettler durften sie nicht abweisen, wenn er Speise, Getränk oder Unterkunft bezahlen konnte.

Damals wie auch heute ist Gastfreundschaft das höchste Gut in einer zivilisierten und kultivierten Gesellschaft. Früher, als viele Gegenden in Europa noch eher dünn besiedelt waren, waren die Menschen sogar auf die Gastfreundschaft angewiesen. Ohne Essen, Trinken und ein Nachtlager hätten sie die langen und beschwerlichen Reisen nämlich vermutlich nicht überlebt.

Heute fasziniert die servicefreundliche und engagierte Gastfreundschaft des „Alten Gasthauses Leve“ wie auch das reichhaltige Angebot an altmünsterschen und westfälischen Spezialitäten, die aus möglichst regionalen Zutaten zubereitet werden.

Das Küchenteam versteht seine Kochkunst als Handwerk und dass die von ihnen in Szene gesetzten Produkte einen ehrlich-authentischen Charakter haben, ohne den Weitblick oder den Horizont zu verlieren.

Für Jung und Alt, für Denker und Erzähler, für den münsterschen Poalbürger (Bürger einer Stadt, die vor den Pfählen, also vor der Stadtmauer, wohnen) ebenso wie für den Reisenden aus aller Welt ist das „Leve“ ein beliebter Treffpunkt. Viele Prominente haben im Laufe der Jahre die westfälische Gastlichkeit genossen. Filmszenen für einen Wilsberg-Krimi und Schamonis »Alle Jahre wieder« wurden im »Alten Gasthaus Leve« gedreht.

Die Gastgeber Katja und Josef Horstmöller setzen, anknüpfend an die Tradition, ein deutliches Ausrufezeichen für beste Servicekultur und ehrlich-regionale Kulinarik.

Altes Gasthaus Leve

Alter Steinweg 37,  48143 Münster / Tel: 0251.45595

Fein! bodenständig! genüsslich! – Spitzner im Oer‘sche Hof

So soll es sein, so mag ich es gern. Ehrlich, regional und verdammt bodenständig. Dazu eine Nuance Frankreich. Ja! Wenn Karl-Nikolas Spitzner neue Genusserlebnisse in unsere Sinne zeichnet, lässt sich völlig ungeniert erkennen, dass Münsterland und Frankreich harmonieren – wunderbar im Gaumen und in den Sinnen der Genusswandler inmitten der Altstadt von Münster. Dazu ganz viel faszinierend-barocke Raumkultur. Der Landadel hatte dieses herrliche Anwesen 1748 errichten lassen, um den Winter nicht draußen auf den Wasserburgen und ‑schlössern verbringen zu müssen, sondern um in der damaligen Hauptstadt des Fürstbistums Münster am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können. 

Und auch heute ist der Oer‘sche Hof mit seinem einzigartigen historischen Ambiente und dem lauschigen Innenhof ein außergewöhnlicher Ort für besondere Genusskultur und allerlei Veranstaltungen.

Der gebürtige Münsteraner Karl-Nikolas Spitzner pflegt mit einer satten Portion Wertschätzung und Authentizität die Tradition wie auch die Regionalität des Münsterlandes. Ständig und insbesondere sehr leidenschaftlich setzt er sich gemeinsam mit seinem engagierten Team mit der Qualität wie auch mit der Produktherkunft auseinander. All diese achtsame Handwerkkunst wird bereichert von Einflüssen der französischen Küche – bewusst oder unbewusst : Es ist eben seine ganz besondere Liebe zur französischen Kochkultur, denn die französische Küche lehrt den Virtuosen am Herd Geduld : Der langsame Aufbau des Geschmacks ist jeden Moment wert.

Auch die Saison betont sein sensibles Tun in der Küche und auf den Tellern seiner Gäste. Hier lässt er die Aromen in die Ästhetik einfließen, denn Geschmack ist immer auch eine fein-visuelle Erscheinung.

Einer seiner schönen Grundsätze ist, dass er mit seinem Team die Karte nicht nach einem bestimmten Muster plant. Wenn, dann nach den Eigenheiten der verschiedenen Produkte. Das Jahr ist bei ihm nicht durchgetaktet. Er mag es gern offen, spontan und bodenständig. Ist der Frühling schneller da als erwartet und schenkt uns seine Gaben, freut man sich, in der Hofküche darauf eingehen zu dürfen. Meldet sich ein Jäger oder Produzent mit etwas Besonderem, ändert sich gern auch die spannend-faszinierende Karte und schafft so eine schöne Nuance Lebensfreude. „Amitié et Gastronomie machen die Lebensfreude.“ (Freundschaft und Gastronomie schaffen Lebensfreude.)

Restaurant Spitzner

Königsstraße 42, 48143 Münster / Tel: 02 51 41 44 15 50