Baden! Landgasthaus Linde – Weil das Leben so lebenswert ist

Ich bin mir ziemlich sicher, dass keiner von uns lebend aus diesem Leben raus kommt. Also sollten wir das Leben jetzt in die Hand nehmen und es genießen. Es sollte jedoch keine beschwerliche Lebensaufgabe werden das Leben in Balance zu bringen, sondern eine genüsslich-schöne Aufgabe das Leben zu bereichern und es in seiner Balance zu halten.

Zum Lebensgenuss gehört guter Wein, leckeres Essen, herrliche Wanderungen durch die Sonne und prächtiger Natur. Also: Packen wir die Sachen und düsen einfach mal in Richtung Süden in den sonnenverwöhnten Schwarzwald. Denn dort habe ich ein Refugium der Sinne entdeckt, welches sich lohnt in unser Leben platziert zu werden.

Eingebettet in sanft wogende Weinberge und Obstplantagen, zwischen Markgräflerland und Hochschwarzwald, entspricht die Region Münstertal allen Klischees, die man mit dem Wort Schwarzwaldidylle verbindet. Bedeutender Bestandteil dieser Idylle ist das historische Landgasthaus Linde, welches seine gelebt-lebendige, 375 jährige, Tradition in modernem Chic ganz charmant mit einem vorzüglichen Touch Harmonie präsentiert. Ich glaube, dass es eine Psychologie von Raumgestaltung gibt und dass Räume etwas mit uns machen. Und ich erlebe mit Genuss das Landgasthaus Linde mit all seinen Elementen. Die Gastgeber Uta und Thomas Gramelspach haben Räume und Genusswelten geschaffen, die etwas Positives tun für die Menschen, die sie nutzen, beleben wie auch erleben. Das Landgasthaus lädt ein zum Genusswandel.

Die 9 Doppelzimmer und 2 Suiten wurden mit viel Feingefühl gepaart mit wohliger Atmosphäre und einem kräftigen Touch charmantem Design gestaltet, ohne die Tradition zu verdrängen. Ein Spagat, welcher ausgezeichnet gelungen ist. Chapeau! Einige mit Holzdielen ausgestattete Zimmer bieten einen herrlichen Blick in das Münstertal bis hin zum Köpfle.

Auch die Küche um Küchenchef Marcel Schulz fasziniert und verführt in die bodenständig-authentische Kochkunst des Schwarzwaldes. So lebt eben Schwarzwälder Genusstradition. Hier herrscht auch beim Fleisch harmonische Regionalität, denn das Fleisch kommt hier aus artgerechter, regionaler und vorausschauender Tierhaltung. Ebenso die Fischspezialitäten. In der Alten Stube, der Jägerstube oder auf der Sommer-Terrasse am Wildbach werden frische „Linden-Forellen“ aus dem Tal in kreativen Facetten serviert. Und auf dem Frühstücksbuffet hausgemachte und regionale Produkte wie z.B. Käse vom idyllischen 300 Jahre alten Glocknerhof im Münstertal.

Ich fühle mich angekommen und auch aufgenommen. Ich denke für niemanden mehr, ich suche auch nicht nach Worten oder sortiere in meinen Gedanken: Ich bin eingenommen von all den angenehmen Seelenschmeicheleien die wie der Morgennebel, der am Morgen über den prächtigen Wiesenlandschaften aufsteigt und sich für die Sonne einfach auflöst.

Ich bin dankbar für die brutal-ehrliche Gastfreundschaft. Hier sind die Mitarbeiter herrlich leidenschaftlich, lustig und vergnügt. Eben menschlich, freundlich und lebendig. Für alles andere haben die Mitarbeiter im historisches Landgasthaus Linde keine Zeit.

http://www.landgasthaus.de

Was macht ein gutes Restaurant aus – Stern oder Herz?

Häufig werde ich gefragt, was ein gutes Restaurant ausmacht. Es kann auch ein ganz einfaches Lokal sein – wenn nicht nur die Qualität von Fleisch und Wein gut sind, sondern auch die Atmosphäre insgesamt angenehm ist und die Gäste zuvorkommend sowie mit einer authentischen Servicefreundlichkeit bedient werden. Diese, ganz besonderen Werte lassen sich in jedem Restaurant in jeglicher Güte und Sternenvielfalt umsetzen.

Was habe ich von einem vorzüglichen Wein und einem exquisiten Essen, wenn das sterile Ambiente meine Sehnerven zum Absturz bringt.

Die Addition vieler Komponenten wie die Art der Servicefreundlichkeit des Personals, die Güte der Speisen und Getränke sowie die Einrichtung und die Atmosphäre des Restaurants lassen erkennen, auf welche Philosophie der Inhaber setzt, um seine Gäste zu verwöhnen. Eine authentische Servicefreundlichkeit bereits bei der Begrüßung lässt erahnen, dass sich der Gast hier willkommen und im Mittelpunkt fühlen darf. Eine glaubwürdige Philosophie des Inhabers wird uns immer gefangen nehmen.
Sind wir doch mal ehrlich! Ein selbst ernanntes First Class-Restaurant mit uninspirierten Gerichten oder überteuerten Weinen ist alles andere als glaubwürdig. Dann gehe ich lieber in ein gutbürgerliches Gasthaus meines Vertrauens.

Die größte Aufgabe der Gastronomie aber auch der Hotellerie ist es, einen Betrieb über viele Jahre erfolgreich zu führen. In der Hotellerie setzt sich leider der Trend zum schlichten Design ohne jeglichen Anspruch an Vielfalt durch. In der Gastronomie löst die „neue deutsche Küche“ die Übermacht der italienischen, französischen oder der Thai inspirierten Küche ab.

Immer häufiger erfreue ich mich an der Renaissance der „neuen deutschen Küche“, die über Jahrzehnte – zu Unrecht – mit Nichtachtung gestraft wurde. Aber all das heißt noch lange nicht, dass Gäste den Lokalen die Türen einrennen. Daher gilt es oft, „anders“ oder „besonders“ oder „außergewöhnlich“ zu sein. Das ist im Regelfall eine Herausforderung an die Küche und den Weinkeller. Denn sie müssen zum einen die aktuellen kulinarischen Moden bedienen, andererseits aber auch mit individuellem Einfallsreichtum überzeugen. Die ganz besondere Individualität setzt vor allem eins voraus: Können! Können in jeglicher Form. Können an Service- und Kundenorientierung. Können bei Güte von Speise und Können bei der perfekten Empfehlung von Wein.

Gerade hier, liegt für mich persönlich die Faszination im Zusammenspiel von Küche und Weinkeller. Die Auswahl und Kreation sollte mit allen Genussnerven flirten und diese stetig umschmeicheln. Dies gelingt besonders in Restaurants, in denen der Kellner meist auch Weinliebhaber oder gar Sommelier ist und gut darauf achtet, welche Speisen ich bevorzuge. Und herzlich gern lasse ich mich dann vom Wein ins Menue führen…

Rheinhessen! Nico Espenschied – Ursprunglich. Unkonventionell. Lebendig.

Jede Begegnung, sei sie auch noch so flüchtig, hinterlässt auf die eine oder andere Art Spuren in meiner Seele. Jede Begegnung geschieht aus einem bestimmten Grund. Mit jeder Begegnung wird etwas angestoßen und manchmal führt die Begegnung mit Personen, die man nie wieder sieht, zu einer Begegnung mit anderen Menschen, die aus dem eigenen Leben nicht mehr wegzudenken sind.

Meine Begegnungen mit Nico Espenschied und seiner engagiert-liebenvollen Familie haben bei mir ganz viele Inspirationen hinterlassen und neue Seelenkitzler entdecken lassen. Mal in Goldgelb und auch mal in Orange.

Vergessen wir bitte die altklugen Schubladenmeinungen von zahlreichen „angestaubten“ Sommeliers oder Weinpäpsten. Vertrauen wir auf unsere eigenen Sinne und hüllen diese ein wenig in Orange, denn Orange ist en vogue. Orange ist die 4. Weinfarbe! Und „Orange Wine“, ist weder eine Modeerscheinung noch ein Verlegenheitswein oder ein wildes Kreativprodukt unerzogener Winzer, sondern auch ein echter Naturwein, der zunehmend zum Standardrepertoire jener selbstbewussten Winzer geworden ist, welche seit Jahrzehnten die Stilvorgaben von höchster Qualität lieferten.
## „Orange Wine“ ist ein auf der Maische vergorener Weißwein mit ganz viel Geschmackspotential.

Die Kunst des Weinkreateurs liegt darin, dass er die Maische (gepresste Beerenhaut samt Kernen) zunächst nicht vom Saft trennt, sondern ihnen eine längere Zeit zum „Spielen“ lässt, bevor er sein Erwachsensein erreicht. Es werden dadurch mehr Aromen und Gerbstoffe abgegeben und der Orange erhält eine zart-orangene Tönung. Die Naturburschen und -mädels von den wenigen Weinmachern, die sich auch am „Orange Wine“ versuchen, verzichten auf Zusatzstoffe wie Schwefel. Sie verwenden dann für die Gärung ausschließlich die Hefepilze, die auf den Trauben liegen. Im konventionellen Weinbau werden hingegen Reinzuchthefen eingesetzt, mit denen sich der Gärprozess präziser steuern lässt.

Klar! Oder unklar?! Bevor sofort und ohne Halt an der nächsten Kreuzung im Weinberg diese alberne Diskussion um die Qualität von Naturwein und dessen Haltbarkeit aufkommt: Verdammt viele Beispiele von kreativen Weinmachern zeigen, wie blitzsauber und gaaaaanz weit weg von banal und langweilig und trotzdem langlebig ungeschwefelte Weine sein können. Ab und an lese ich in den Tiefen der Weinwelt, dass solche Weine bereits nach wenigen Minuten im Glas oxidieren oder das hätte mit Wein nichts zu tun. Was für ein Blödsinn!!! Wer solche Urteile fällt, sollte unbedingt die Weine von Nico Espenschied seinen Sinnen zuführen. Danach ist das Thema formidabel geklärt, versprochen.

Nico Espenschied aus Flonheim begeistert mit seiner Kühnheit und neuen Kreationen. Gern experimentiert er über das Übliche hinaus ohne die Bodenhaftung und die Realität zu verlieren. Wenn es darum geht, der Premiumlage La Roche mit ihren Terra-Rossa-Böden neues Leben einzuhauchen, steht Espenschied an vorderster Front, krämpelt die Ärmel hoch und setzt auf ertragsschwache Riesling-Klone und nur ein klein wenig Sauvignon Blanc. Daraus entstand der 2016 Hautnah Sauvignon Blanc trocken, welcher fast wie ein Fliegengewicht im Glas liegt. Ein sattes Orangegelb mit fein-goldenen Reflexen öffnen die Tiefen der Sinne. Die Nase lässt sich von fein-kräutrigen Noten umschmeicheln., Brennessel und grünen Teeblättern aber auch fruchtig nach jungen Beeren und Zitrus. An der Luft wird es dann alsbald blumiger und fruchtiger. Stachelbeere, Holunder und Cassis übernehmen nun die Macht in der Nase. Am Gaumen tolle Balance und saftig, sehr strukturiert und lang mit zartem Gerbstoff und feinstem Säurespiel.

Unermüdlich und mit viel Hingabe kreiert Nico bereits im Weinberg große Weine. Mal eigensinnig und unkonventionell, mal ursprünglich und voller Ehrfurcht vor der Natur, mal laut und lebendig. Aber immer voller Kreativität und Selbstbewusstsein.

In seinen Lehr- und Wanderjahren lernte er im Burgund, in Sonoma Valley oder im Burgenland, dass oft genug Dinge im Weinberg und Keller passieren, die absolut konträr zum Lehrbuch stehen und dass das Vertrauen in die Natur das Wichtigste ist. Deshalb vertraut er ganz besonders auf sein Bauchgefühl und überlässt der Natur das letzte Wort.

Schonende Verarbeitung der Trauben, des Mostes und der Weine ist ihm verdammt wichtig. Sein Wein vergärt spontan, meist im großen Holz und bleibt lange auf der Mutterhefe. Keinerlei Schönungsmittel und wenn möglich verzichtet er auf eine Filtration. Am Ende stehen Weine mit viel Hand und noch mehr Herz, von erstaunlichem Charakter und Individualität. Alles andere ist ganz weit weg von gütlicher Handwerkskunst.

Weingut Espenhof / Hauptstraße 81, 55237 Flonheim /  06734 962730

https://nico-espenschied.de

Pfalz. Kein Ungeheuer aber ein ungeheuer dufter Typ – Philipp Lucas

Philipp Lucas, ein brachial-liebenswerter Mensch mit jeder Menge Dynamik zeigt, was die junge Weinbau-Generation leisten kann. Sportlich, drahtig, gepaart mit viel Lust und Leidenschaft, nicht wild und ganz weit weg von ungestüm, setzt auf Tradition und behutsame Veränderung.

Er kann und will richtig gute, charakterstarke und ehrliche Weine machen, weit er abseits vom Mainstreamgehabe agiert. Chic ist nicht gleich Qualität. Chi chi selten ungeschminkt. Philipp, exzellent ausgebildet, schöpft vor allem vom Wissen und der Erfahrung seines Vaters Klaus und gestaltet sehr gewissenhaft nach den Grundzügen der Bio-Zertifizierung Weine, die bereichern. Spitzenqualität benötigt beste Böden und 100% Handarbeit. Der Großteil seiner Rebstöcke steht in den Spitzenlagen von Forst, Deidesheim und Wachenheim. Sie sind tiefverwurzelt im Terroir und dem natürlichen Wechselspiel der Natur ausgesetzt. Bringen, dank ihres Alters, einen unverwechselbaren, markanten und authentischen Charakter. So soll es bleiben, kein Gimmick, keine Berieselung, denn die Tradition verrät: „Die Rebe ist eben wie ein Gaul, sie macht, was sie muss“!

Die Reben des Forster Ungeheuer Riesling trocken 2019 wurzeln tief im Buntsandstein und im Kalkgeröll. Die Nase wird erfasst von füllig-gelben Früchten und einer fein-würzigen Frische. Seine perfekt eingebundene Säure macht diesen Riesling prächtig und ausgewogen.

Philipp ist auch Individualist, der auf Spitzenqualität achtet, auch mal über den Fassrand auf das Moderne blickt, ohne jedoch den Blick fürs Wesentliche, das Individuelle, zu verlieren. Sein Studium in Geisenheim, seine lehrreichen Wanderjahre bei Emrich-Schönleber und Philipp Wittmann sowie der satte Erfahrungsschatz seines Vaters haben ihm eine Grundprägung gegeben, auf die er aufbauen kann. Statt auf krasse Brüche setzt er sanft, aber dennoch beharrlich, auf behutsame Veränderungen mit ganz viel Zukunft.

Seine geballte Kreativität und die Philosophie des Bioweinbaus setzt er auch im Keller um. Hier dürfen sich seine Weine frei entwickeln. Die Entstehung und Gestaltung seiner Weine variiert von Fass zu Fass. Letztlich entstehen hier ganz besondere und sehr unterschiedliche Charaktere, welche sich auf den großen Bühnen der Weinwelt sehr selbstbewusst präsentieren.

In der Lage Forster Pechstein wurzeln die Riesling-Reben des Riesling Forster Pechstein „Große Lage“ trocken 2018. Klar! Die Gewalt vom vulkanischen Basaltgestein lässt sich unverkennbar bereits vor dem ersten Schluck erkennen. Die Nase wird sofort eingenommen von feinen, filigranen Anklängen an gelbe Früchte in Begleitung von Zitrus gepaart mit animierenden mineralischen Komponenten. Am Gaumen rassig und elegant bei zunehmender Opulenz und einer dicht verwobenen aromatischen Textur, die ein langes Finale einleitet. Definitiv… ein grandioser Riesling.

Was bleibt…. Bodenständig und verlässlich, offen für Neues und ein klein wenig verrückt, ist dieser Typ. Ein Familienmensch ist Philipp durch und durch, denn seine traditionsbewusst-liebenswerte Familienbande gibt ihm Sicherheit und Lust auf ganz viel Zukunft.

Weingut & Landhotel Lucashof / Wiesenweg 1a, 67147 Forst/W. / 06326.336

Der Preis für ein Stück mehr Lebensgenuss. Was kostet Wein?

Die letzten Trauben sind längst gelesen und bereits im wohligen Hefebett angekommen. Leichter Oktobernebel macht sich in den Gassen breit und trübt ein wenig so manche Stimmung ein. Es ist auch eine gute Zeit zum Innehalten, Gedanken fangen, Ideen gestalten und über das Vergangene wie auch über die Zukunft nachzudenken.

Nachdenken auch über die auffällige Bandbreite bei den Weinpreisen, denn erst kürzlich lag beim Discounter in meiner Hand ein 2017er Sauvignon Blanc aus Freinsheim. 2,99 Euro für 0,75 Liter. Die Lage ist mir gut bekannt. Folglich wurden die Augen groß, die Nase gierig und die ersten Sinnesfalten auf meiner Stirn traten deutlich zum Vorschein. Warum ist dieser Wein für 2,99 Euro zu haben, während ein anderer aus demselben Anbaugebiet und derselben Traubensorte ein Vielfaches kostet?

Um dies zu verstehen möchte ich ein paar Fakten auf den „Tisch“ packen: Um einen sehr günstigen Wein zu erzeugen, müssen die Produktionskosten pro Liter so niedrig wie nur möglich liegen. Das bedeutet günstige Zukäufe von Fassweinproduzenten im In- wie auch im Ausland oder flache Weinberge, in denen die Bewirtschaftung, wie der Rebschnitt, Weinbergspflege wie auch die Lese vollständig mechanisiert werden. In diesem Fall kommt man mit etwa 200 Arbeitsstunden pro Hektar und Jahr aus. Ein Ertrag von rund 10 000 Litern pro Hektar und Jahr erlaubt gerade noch einen trinkbaren Wein. Bei Fassweinpreisen von etwa 80 Cent pro Liter ist es durchaus möglich, Geld zu verdienen. Jedoch um seinen gesamten Lebensunterhalt damit zu bestreiten, braucht man eine beachtliche Rebfläche und muss alles gut im Griff haben. So entstehen die billigen Weine im Supermarkt-und Discounter-Regal.

Hingegen müssen Weinmacher von sehr charaktervoll-hochwertigen Weinen nicht nur über entsprechendes Wissen verfügen, reichlich Erfahrung und eine sensible Nase mitbringen, sondern auch sehr viel Handarbeit investieren, um ihr Ziel zu erreichen.
Bereits die selektive und ertragsreduzierte Weinlese per Hand kann hier über 200 Arbeitsstunden pro Hektar beanspruchen und die gesamte Bewirtschaftung auch über 1000 Arbeitsstunden pro Hektar und Jahr hinausgehen. Bei Bioweinen setzen Weinmacher auf meist teurere natürliche Hilfsmittel und verzichten gänzlich auf Chemie. Auch im Keller ist sensible Handarbeit gefordert. Hier verbannen Winzer Stabilisierungs- und Schönungsmittelchen und verbringen den Tag gern im Keller, denn hochwertige wie auch natürliche Weine benötigen wesentlich mehr Aufmerksamkeit und Zuneigung, damit ihre Eleganz auch auf großen Bühnen gewinnt.

All dieser Aufwand ist ganz sicher nicht zum Mindestlohn verfügbar. Und somit wird ganz schnell klar, dass Weine mit ganz viel Lebenskultur entsprechend teurer sind als das im Discounter Angebotene.

Ja klar werden nun die Fragen aufkommen, wie günstig darf ein gut schmeckender Wein mit echtem Charakter sein. Bei vielen Weingütern in der Pfalz und insbesondere in der Region Freinsheim lassen sich solch gehobene Qualitäten häufig bereits ab 7,90 Euro finden. Für mich ist dies ein günstiger Einstieg in ein Stück mehr Lebensgenuss.

Meine Empfehlungen: Der 2019 Sauvignon Blanc der Gebrüder Rings aus Freinsheim für 12,00 Euro ist definitiv ein großer Wein. In der Nase begeistert eine schöne Kombination aus frischen grünen Aromen und leichter Exotik. Stachelbeeren, Cassis faszinierend gepaart mit etwas Pfeffer, ein Hauch Paprika, Hibiskus und Holunder. Am Gaumen rassig, mineralisch, zupackende Art, viel Frucht, zarte Würze.

Der 2019 Sauvignon Blanc vom Weingut Metzger aus Grünstadt für 8,90 Euro überzeugt die Nase mit zarten Aromen von Holunderblüte und reifen Stachelbeeren gepaart mit schwarzer Johannisbeere und Pfirsich. Am Gaumen setzt sich dieses erfrischende Ereignis fort. Eine klare Struktur und die opulente Fruchtigkeit überzeugen im Nachhall.

Der Sauvignon Blanc Tradition trocken 2019 von Philipp Kuhn aus Laumersheim duftet herrlich verführerisch nach Stachelbeere, frischer Minze, Zitronengras und weiteren tropischen Früchten. Auch am Gaumen gefällt er. Saftig, würzig, ein Spiegel der Nase mit mineralischem Tiefgang, Feuerstein und würzig-feurigem Nachhall. Der Preis liegt bei 10,50 Euro.

Und auch der Sauvignon Blanc  trocken 2019 vom Biowinzer Gerhard Schwarztrauber offenbart eine schöne Duftnote nach reifen, grünen Früchten wie auch exotische Früchte, darunter Stachelbeere und Kiwi und Zitronengras. Die rebsortentypische, anregende Fruchtsäure und der straffe Körper machen diesen Ortswein zum echten Hochgenuss, zu einem lebenswerten Preis von 8,90 Euro.

Grundsätzlich sollte beim Lebensgenuss Wein nicht gespart werden, denn hier sorgt Geiz ganz schnell für lebensfremde Kopfschmerzen. Zum Wohl!

https://www.weinversand-fehser.de

https://www.schwarztrauber.com

Rheinhessen! Eine Partitur großer Rieslinge – Fritz Groebe

Wein und Musik – das ging schon immer gut zusammen. Der Winzer Friedrich Groebe nimmt uns mit auf eine Reise durch die Aromensinfonie seiner Großen Gewächse.

Manchmal, wenn die Welt unübersichtlich und pandemiebedingt in Aufruhr ist, kann ein wenig Schumann helfen. Zumindest, wenn man einen Flügel hat und darauf so gut zu spielen weiß wie Friedrich Groebe. In sich ruhend, feinsinnig, nie überzogen – so wie er dem Instrument Töne entlockt, so tritt er auch Besuchern gegenüber: Friedrich Groebe ist ein geerdeter und liebenswert-musischer Mensch und ein Winzer mit klarer Haltung. „Wein ist Teil unserer Kultur“, sagt er. „Es bedarf einer Philosophie und handwerklicher Kunst, um einen guten Wein zu machen, nicht Technologie.“

So gern man Friedrich Groebe beim Klavierspielen lauscht – noch schöner ist es, ihn über seine Weine sprechen zu hören. Charmant und leidenschaftlich entwirft er ein Charakterbild seiner Werke, beginnend bei einem 2019 Riesling trocken VDP Erste Lage. Bereits der Duft des jungen Rieslings ist unvergleichlich. Die Nase wird füllig mit gelber, exotischer Frucht mit Anklängen von Papaya und Maracuja betört. Der Gaumen wird von einer fruchtigen Stoffigkeit umschmeichelt. Definitiv: Ein feinziselierter, mineralischer Riesling mit tollem Potenzial. Mit diesem Wein aus den Lagen Kirchspiel und Aulerde beginnt eine faszinierende, spannende und auch tiefsinnige Führung durch die große Sinfonie der Aromen, die dieser besondere Ort hervorbringt.

Von seiner Terrasse aus lässt Friedrich Groebe gern den Blick über seine Weinberge schweifen – einige befinden sich schon seit 250 Jahren im Familienbesitz. Solche Weinberge, eingebunden in ein sehr gesundes Ökosystem, zu kultivieren und das Beste aus dem heraus zu holen, was das Terroir und das hervorragende Rebmaterial ihm bietet, macht dankbar und zufrieden. Letztlich ist es jedoch auch der achtsame und handwerklich versierte Umgang, der einen majestätisch-guten Wein entstehen lässt – und da überlässt Friedrich Groebe nichts dem Zufall. Ob bei der Arbeit im Weinberg oder im Keller – überall legt er persönlich Hand an, ohne Scheu, sich die Finger schmutzig zu machen. Auf seinem Traktor sitzt er mindestens so gern wie an seinem Flügel.

Die jahrelange Erfahrung hat Friedrich Groebe gelassen und standfest gemacht, weder das immer unberechenbarer werdende Klima noch die aktuelle Pandemie scheinen ihn aus der Ruhe zu bringen. Eine Eigenschaft, die auch seinen Weinen zugute kommt: Er gönnt ihnen altes Holzfass, viel Geduld und Ruhe und krönt ihren großen Auftritt mit bestem Naturkork. Für ihn keine Frage der Wirtschaftlichkeit, sondern der Ästhetik und der Wertschätzung.

Sein Sinn für Tradition und ein gelassenes Ignorieren von Trends und Modeerscheinungen sind Teil seines Stils. Expansion ist kein Thema für Groebe. Und Modernität im Keller… wozu? Diese Seelenruhe strahlt ab auf die großen Rieslinge, die im fünfhundert Jahre alten Weinkeller in der Kellergasse ruhen. Hier, innerhalb der südlichen Stützmauer des mit prächtigen Linden gesäumten Marktplatzes von Westhofen, schmiegen sich über vierzig Weinfässer aneinander. Alte, schwere Eichenfässer auf weingetränkten Pflasterböden erzählen spannende Geschichten der letzten Jahrhunderte: Von 1890 stammt das älteste Fass, das jüngste von 1967. Mit Fingerspitzengefühl und viel Augenmerk lässt Friedrich Groebe den Wein recht lange auf seiner natürlichen Hefe. Für ihn ist jede Flasche Wein konservierte Zeit, die nach Jahren der Reife wieder lebendig wird und die Sinne wundervoll beflügelt. „Manchmal ist es auch nur ein sehr kontrolliertes Nichtstun, das zum gewünschten Ziel führt“, sagt er.

Raus aus dem Keller und nach oben ins Kirchspiel, im Norden von Westhofen. Ein wahrlich majestätischer Ort – das finden auch die Bussarde, die hier am „Spionskopf“ kreisen und nach Beute Ausschau halten, mit Blick auf die Rebhänge in bester Südlage, an denen die Trauben für große Weine wachsen. Die Reben von Friedrich Groebe sind teils wurzelecht, authentisch, unveredelt und auch manchmal stur. Im Frühjahr zwingt er sie durch kräftigen Rückschnitt, den Verzicht auf mineralische Düngung und natürliche Begrünung zur Nahrungssuche in die tieferen Schichten des Erdreichs. Die leicht erwärmbaren, gut durchlüfteten und steinigen Böden bieten beste Voraussetzungen für sehr kraftvolle und mineralische Rieslinge. Das stetige Wechselspiel des Mikroklimas in dieser Naturlandschaft erfordert jedoch auch ein sensibles handwerkliches Können und ein über Generationen gewachsenes Wissen des Winzers, um charakterstarke, einzigartige, Weine entstehen zu lassen. Etwa einen Riesling 2016 Kirchspiel VDP.Großes Gewächs:  Hellgelb liegt er im Glas und schickt sein feines Aromenspiel in die Nase. Die alten Reben geben diesem Wein eine schöne Tiefe und eine prächtige Opulenz. Das faszinierend-harmonische Aromenspektrum von Weinbergspfirsich, Aprikose und Zitrusfrucht ist typisch für diese Lage und überzeugt am Gaumen mit einer Nuance Tabak und der komplexen Mineralik.

Als Musiker weiß Friedrich Groebe natürlich, dass man sein Publikum zum Schluss mit einem echten Paukenschlag, einem großen Geschmacks-Crescendo nach Hause schicken muss. Zurück im Weingut öffnet er eine Flasche 2013 Kirchspiel Riesling Grande Reserve. Kein Wein für mal so eben zwischendurch: Das Aromenspiel umgarnt die Nase mit roter Grapefruit, Weinbergspfirsich und saftiger Birne. Zunächst noch etwas filigran, gepaart mit einer feinen Note weißer Schokolade, beglückt er den Gaumen mit einem zarten Schmelz Orange, etwas Zitronengras und feiner Limette. Die Säurestruktur ist harmonisch und keineswegs mächtig. Ein großer Wein für die ganz große Bühne. Und wie das so ist bei den ganz großen: Man muss sich um sie bemühen – diesen Wein kann man nicht einfach kaufen, man muss ihn ersteigern.

„Wir sind nun mal ein Handwerksbetrieb und keine Großkellerei“, sagt Friedrich Groebe zum Abschied. Und beweißt einmal mehr, dass die leisen Töne oft die schönste Musik erzeugen.

Weingut Fritz K.F. Groebe / Mainzer Str. 18, 67593 Westhofen / 06244 4523

https://www.weingut-k-f-groebe.de

Rheinhessen! Naturverrückt und Weinverquer – Christopfer Barth

Echte, authentische Qualität entsteht vor allem im Weinberg, im Kopf und im Keller.

Chris Barth ist ein kreativer Querdenker mit brachialer Leidenschaft für die große Handwerkskunst der Weingestaltung. Im Weinberg arbeitet er nicht gegen die Natur, sondern demütig mit ihr. Die Natur, mit all ihren Extremen gibt die Taktung vor, fordert viel Aufmerksamkeit und zwingt zum Umdenken, fernab vieler Lehrbücher. Chris Barth hat mit den Naturlandschaften rund um Weinheim einen Friedenspakt geschlossen: Mit seiner Arbeit bleibt die Vitalität des Bodens erhalten und findet immer im Rhythmus der Natur statt. All sein Tun geschieht in der zertifiziert biologischen Bewirtschaftung mit Elementen der Biodynamik, einer Phase der ersten Annäherung, ist dabei Ausdruck seines Strebens nach höchster Qualität. Behutsam, mit viel Sorgfalt – am Stock, an der Traube, in den Hängen wie auch im Keller legt er selbst Hand an und versucht jeglichen Zufall zu vermeiden. Solche Handwerkskunst ist das Fundament für besonders gute Weine – sortentypisch, rassig, mit einem ganz eigenen Charakter.

Sein „Handwerk Rosé 2018“ ist ein solcher Charakter. Bereits im Glas legt er, unfiltriert und trüb, eine brillante Pirouette hin. Aus Portugieser-Trauben gekeltert und ohne Vorklärung in zwei kleinen Holzfässern spontan vergoren. Zielgerichtet umgarnen Aromen von Rhabarber, Himbeeren, Kirschen und feuchtem Gestein. Auch der Gaumen wird von viel Frucht gepaart mit einer feinen Säure verwöhnt.

Die Begegnung mit dem Weinmacher ist ungezwungen und charmant. In seiner kleinen, unspektakulären, meist offenen Hofreite, mit Scheune und Natursteinkeller, inmitten von Weinheim kreiert er Weine ohne überflüssige Technik und Firlefanz. Das traditionsgeprägte Gebäude mit ein wenig mehr als zwei Zimmern und Küche bietet ganz viel Barth und Lebenslust. So wie seine Weine eben.

Schnell wird klar: Christopher Barth ist kein Blender oder Übertöner. Er ist ehrlich, naturverrückt und weinverquer. Er geht auch mal über Grenzen hinaus und gestaltet mit viel Selbstbewusstsein Weine die anders sind als jene, die durch die breiten Gassen des Mainstreams poltern. Seine Weine sind weder laut noch leise, noch burschikos oder schüchtern. Es sind Weine mit starker Persönlichkeit und ganz viel Potential auf eine große Zukunft. So wie sein „Handwerk Sauvignon Blanc 2018“ ! Ein maischevergorener Natural mit deutlichem Sortencharakter. Die Trauben in der Alzeyer Lage Rotenfels werden per Hand gelesen und dann 14 Tage auf der Maische mit eigenen Hefen in Holzfässern vergoren. Weder filtriert noch geschönt kommt er dann auch daher. Leicht trüb im Glas schickt der Sauvignon Blanc ein kräftiges Aromenspiel von roter Chili, Mango und feinen Anklängen von Stachelbeere in die Nase. Am Gaumen bleibt dieses Aroma in Begleitung einer frischen, lebendigen Säure haften. Dieser Sauvignon ist mehr als Handwerk. Er ist ein puristisches Kunstwerk. Chapeau!

Christopher Barth ist ein Zufallswinzer. Nach dem plötzlichen Tod seines Onkels krempelte er seine Ärmel hoch und begann das kleine Weingut neu zu entdecken und zu gestalten. Tradition ist eine liebenswerte Lebenserscheinung, jedoch keine Lebenspflicht. Sein Job in der IT-Branche hängte er hinten links an den rostigen Nagel und holte sich sein geballtes knowhow verknüpft mit ganz viel Neugier an der Hochschule in Geisenheim.

Seine Rebflächen rings um Alzey und Weinheim ruhen auf Melaphyr, einem feinkörnigen, vulkanischen Gestein. Es ist die Grundlage für puristische, expressive Weine, insbesondere für Rieslinge, die das Terroir klar, ungeschminkt und ehrlich wiederspiegeln.

Weingut Christopher Barth /  Am Mandelberg 23, 55232 Alzey /  06731 4714118

Herzlichen Dank an Andreas Durst für die lebendigen Fotos.

 

Griechenland! Das Segel der Seele in bizarr-schönen Natur. Eagles Palace

„Lerne vor allem Dich zu freuen!“

Mit dieser griechischen Weisheit im Gepäck begann meine Reise aus dem herbstlich-grauen Regen in die prächtig-schöne Sonne der griechischen Halbinsel Chalkidiki. Der Anflug auf den Flughafen Thessaloniki ist ein faszinierend schönes Erlebnis. Die herrlich-bizarren Landschaften des Thermaischen Golfs haben heute ihre schönsten Kleider angezogen und liegen den ankommenden Gästen in all ihrer Pracht zu Füßen. Kristallklares, türkisfarbenes Wasser umspielt im Glitzerspiel der Sonne in rhythmischer Abfolge die schroffen Felsklippen und breitet dann sein prächtiges Tuch auf dem gelben Sandstrand aus. Für so viel Bühnenshow bin ich sehr dankbar. Ganz rasch wird klar: Das Land ist wahnsinnig reich an Naturschönheiten und allerlei Genussfarben, welche meine Sinne neu einjustieren. Es war Aristoteles, der schrieb: „In jedem Geschöpf der Natur lebt das Wunderbare.“

Ein liebenswerter Taxifahrer, gepaart mit ganz viel Humor, entzieht mich dem hektisch-staubigen Gewimmel des in die Jahre gekommenen Flughafens von Thessaloniki und chauffiert mich in aller Seelenruhe, gespickt mit mannigfachen Anekdoten über Land und Mensch, zur Küste der Halbinsel Chalkidiki. Der Weg über die Gebirgs- und Waldlandschaften und dann entlang einer Küstenstraße, die eine so prächtige Aussicht bietet, dass ich den Fahrer kurz vor dem Ziel beinahe darum bitte, umzukehren, damit wir die gesamten Schönheiten entlang der Strecke noch einmal fahren können. Doch die aufblitzende Freude auf das prächtige Resort Eagles Palace und seine Strände hat das Steuer meiner Gedanken übernommen.

Auf dem östlichen, dritten Finger der griechischen Halbinsel Chalkidiki liegt nicht nur die autonome Mönchsrepublik Athos – benannt nach dem imposanten Berg – sondern auch das einzigartig leicht versteckte Paradies inmitten einer herrlichen Gartenlandschaft und an sanft-karibikgleichen Stränden. Ja! Hier hat die Sonne ihren Liegestuhl stehen und tänzelt völlig ungeniert im herrlichen Wasser der Ägäis. Ganz gleich, ob es am heiligen Boden des Berg Athos, der sinnlichen Ausstrahlung der Natur oder einer Kombination beider liegt, dieses atemberaubende Wellnesshotel bietet ein wahrhaft spirituelles Erlebnis und nimmt bereits bei der Ankunft gefangen.

Schon Gäste wie Maria Callas wussten die großzügige Anlage, den goldenen Sandstrand und die modern-mediterranen Interieurs zu schätzen. Eingebettet in das kleine Örtchen Ouranoupolis fasziniert das Eagles Palace Hotel unweit des heiligen Bergs Athos mit facettenreich-wunderschönen mediterranen Gärten und einem Kiefernwald. Hier wird makellos-zurückhaltender Service vor einer atemberaubenden Kulisse offeriert. Hier ist der Gast ein Geschöpf der Götter. Hier ist der Gast das Maß aller Genüsslichkeit. Rhamnous schrieb vor mehr als 2000 Jahren: „Die Umgebung, in der der Mensch sich den größten Teil des Tages aufhält, bestimmt seinen Charakter.“

Konstantinos Tornivoukas führt mit sorgsam-sensibler Hand bereits in dritter Generation die feine Luxushotellerie mit Sinn für typisch griechische Gastlichkeit im Einklang mit Natur und Region. Sein Großvater, ein Tabakhändler aus Dresden, eröffnete übrigens 1925 sein erstes Hotel in Thessaloniki. Das Eagles Palace Resort & Spa in Ouranopolis ist das dritte 5*-Haus der kleinen Dynastie.

Auch die Zimmer vermitteln ein liebenswertes Zuhause. Lichtdurchflutet und perfekt in geschmackvoller Ausstattung und Farben abgestimmt. Hier lässt es sich ungemein entspannt aufwachen, den Ausblick und das griechische Laissez-faire genießen.

Nicht nur im üppig ausgestatteten Spa, sondern auch in der Gastronomie versteht es das Team perfekt, den Gast zu verzaubern und seiner Seele einen Strauß von Glücksmomenten zu offerieren. Die entspannte Atmosphäre und die köstliche Fusion unterschiedlichster mediterraner Geschmacksrichtungen im Restaurant Melathron laden dazu ein, zahlreiche lokale Spezialitäten zu kosten. Das Restaurant Kamares ist ein Gourmetrestaurant in einzigartiger Lage mit Blick auf die atemberaubenden Sonnenuntergänge und international bekannter Cuisine. Das À-la-carte-Restaurant Armuyra legt den Schwerpunkt auf Seafood und frisch zubereitete Fischspezialitäten der griechischen Küche.

So schrieb der griechische Philosoph Epiktet: „Lebe heute, vergiss die Sorgen der Vergangenheit.“

Unbedingt zu empfehlen: In liebenswert-genüsslicher Zusammenarbeit mit dem Pater des benachbarten Klosters Mylopotamos veranstaltet der Küchenchef des Eagles Palace über offenem Feuer ein Showkochen. Seine Rezepte haben als Kloster-Kochbuch weit über die Grenzen Griechenlands hinaus Berühmtheit erlangt.

Und täglich gleich finde ich das Segel meiner Seele am gütlich-arrangierten Sandstrand. Spaziergänge wie auch Wasserskifahren, Schnorcheln oder auch ein Segeltrip durch das glasklare Wasser bereichern meine Bewegungslust und Begegnung mit der bizarr-schönen Natur.

https://www.eaglespalace.gr/de/

Der große Weinskandal: Einschneidendes Ereignis in der Geschichte des Weins

Der Weinskandal bekam seine „volle Reife”, als es den Ermittlungsbehörden gelang, deutschen Firmen nachzuweisen, dass der Betrug mit gepanschtem Wein mit Hilfe von …

Die übersteigerte Profitgier eines einzelnen Winzers und der nüchterne Blickwinkel eines Steuerbeamten führten 1985 zum großen Weinskandal. Obwohl der Winzer nur einen kleinen Traktor als Betriebsmittels in seiner Buchhaltung führte, machte er eine auffällig große Menge an Frostschutzmittel steuerlich geltend.Nicht nur in Österreich, sondern auch in Deutschland wurde von einigen Winzern, hierunter auch der damalige CDU-Politiker und Unternehmer Elmar Pieroth, mit Diethylenglykol versüßter Qualitätswein produziert. Durch die Zusetzung von Diethylenglykol (kurz: Glykol) schmeckte der Wein süßer, ohne dabei die von den Weinbauverbänden durchgeführten Zuckertests zu beeinflussen. Insbesondere in Österreich ist das “Nachzuckern” von Qualitätswein verboten.

Weinskandal von großen Firmen motiviert

Der Weinskandal bekam jedoch erst seine “volle Reife”, als es den Ermittlungsbehörden gelang, deutschen Firmen nachzuweisen, dass dieser Betrug mit Hilfe von Landesministerien forciert wurde. Im Mittelpunkt der Ermittlungen stand dabei das Unternehmen des ehemaligen Wirtschaftssenators von Berlin, Elmar Pieroth.Der Glykolwein-Skandal fügte der Weinwirtschaft in Österreich und auch in Deutschland schweren Schaden zu. Der Weinexport aus Österreich brach fast komplett ein. In Deutschland wurden vier Millionen Liter mit Glykol gepanschten Weines von den Behörden beschlagnahmt und vernichtet. In einigen europäischen Nachbarstaaten wurde die Einfuhr und auch der Handel von österreichischem Wein verboten. Vor deutschen Weinen wurde gewarnt. Kleine, unbeteiligte Weingüter gerieten in wirtschaftliche Nöte und verloren teilweise ihre Existenz.Diese Tiefen des deutschen Weinbaus im letzten Jahrhundert haben schlussendlich auch dazu beigetragen, dass “der Most in Deutschland sich klären konnte”. In Deutschland und in Österreich entstand so eines der strengsten Weingesetze der Welt. Die heutigen Grundzüge des europäischen Weinrechts durch das österreichische Weingesetz. Die kontrollierte Herkunft, die Qualitätsstufen, die Hektarertragsbeschränkung und die staatliche Qualitätskontrolle wurde Dank eines einzelnen Winzers somit in Europa deutlich verschärft. Die Qualitätsmaßstäbe der Vereinigung Deutscher Prädikatswinzer (VDP) wie auch der Bio-Weinbau wurden zum Vorbild für eine ganze Winzergeneration.

Bessere Kontrolle durch den Skandal

Die VDP-Weingüter begegnen heute wie vor 101 Jahren den Fehlentwicklungen im deutschen Weinbau durch strenge, selbst auferlegte Qualitätsmaßstäbe.Bereits aus dem Lagenchaos von 1971, als alle Weinbergsflächen in Deutschland zu Qualitätsflächen erklärt wurden, entstand die Motivation der Prädikatsweingüter, die Wertigkeit der besten Lagen Deutschlands durch die Erzeugung von terroirgeprägten Weinen nach strengen Qualitätskriterien zu restituieren. Und auch die süße Welle, die im Weinskandal gipfelte, hervorgerufen durch inflationäre Prädikatsweinerzeugung und neue technische Möglichkeiten in der Weinbereitung, resultierte bei den Prädikatsweingütern im Bestreben, den Stellenwert für den großen trockenen Wein aus Deutschland zurückzugewinnen und die Prädikatsbegriffe wieder mit eindeutigen Geschmacksprofilen im traditionellen Sinn zu etablieren. In die Klassifikationspyramide der Prädikatsweingüter sind alle diese Zielsetzungen eingeflossen.

Biodynamischer Weinbau

Bei der Biodynamie führen und kontrollieren Winzer auch im Keller bei der Pressung der Trauben, dem Vergären der Maische oder des Saftes sowie beim Ausbau des Weins den Werdegang des Weins mit viel Handwerkskunst, Achtsamkeit und Sensibilität. Physikalische oder chemische Eingriffe sind dabei nicht erlaubt. Reinzuchthefen, welche die Gärung beschleunigen oder geschmacklich in den Wein eingreifen, sind ebenfalls verboten. Gerade hier erweist sich der Mehraufwand im Weinberg als Gewinn. Je gesünder die Rebstöcke, desto besser sind die geernteten Trauben und desto weniger Arbeit im Keller ist nötig, um einen Qualitätswein zu erzeugen. Tiefe, komplexe, vom Terroir geprägte Weine sind hochwertige Weine, die ihren Ursprung nicht in hochtechnisierten Weinlaboren haben. Solche unverfälschten Weine, in denen man den Boden, auf dem sie wachsen, riechen und schmecken kann, werden im Weinberg gemacht – und zwar im Einklang mit der Natur.

In der Welt genießt der deutsche Wein wieder einen exzellenten Ruf. Deutsche Weine und Weingüter werden gerade wegen ihrer Qualität und ihrer Lagentreue weltweit geschätzt und erzielen höchste Auszeichnungen.

Gerne erinnere ich mich an die Worte des deutschen Lyrikers Friedrich Hebbel  “Der Wein ist die edelste Verkörperung des Naturgeistes”.

Münster. Ein genüssliches Gesamtkunstwerk – Parkhotel Schloss Hohenfeld

Seit nunmehr 20 Jahren genieße ich jede Begegnung mit dem Parkhotel Hohenfeld, welches sich ach so herrlich in Harmonie hüllt und manchmal auch ganz schön verträumt daherkommt. Und hier wie da auch prächtig gemütlich und unbedingt so gern wunderbar.

Also… mannigfache Gründe, warum mich dieses Haus am Rande von Münster in Griffweite zum Aarsee immer wieder anzieht. Hier ist es eine liebenswerte Kunst, den Gast in seiner Gesamtheit zu erfassen und seine Wünsche als gegebene Selbstverständlichkeit zu würdigen. Diesen Grundsatz hat Familie Miebach und ihr Team kultiviert und lassen es die Gäste immer wieder spüren.

Maximilian Reichsfreiherr Kerckerinck zur Borg erbaute das Hotel-Restaurant, wo einst das Haupthaus des Schlosses gestanden hatte. Vorfahren seiner Gattin hatten dieses 1830 errichtet, und es war im Krieg zerstört worden. Doch neben dem Giebel zur Parkseite überlebte der gesamte Seitenflügel inklusive der besterhaltenen Neo-Barockkapelle Westfalens.

In den letzten Jahren hat sich das Parkhotel immer wieder gewandelt ohne seinen ursprünglichen Charakter aufzugeben. Nimmermüde hat Familie Miebach behutsam und mit fein-sensibler Hand das Haus renoviert und fit für die zeitlose Zukunft gemacht. Die großzügigen Zimmer und Appartments wie auch die Rezeption und die Gastronomiebereiche schmücken sich im neuen Design. 

Geblieben ist die bodenständig-regionale Küche von Chefkoch Albert Forsting. Bereits der Blick in die Speisekarte lässt erkennen, dass hier deutlich Überdurchschnittliches zu erwarten ist.

Das Geheimnis von Forsting liegt zum einen in der beachtlichen Produktqualität aller „Lebens“mittel, zum anderen aber ganz beachtlich in der bewundernswerten Sorgfalt und Detailgenauigkeit, mit der hier alles zubereitet wird. Die große Vielfalt für Gesundheit und Gaumen direkt aus der Natur und frisch auf den Tisch – das hat sich Küchenchef Albert Forsting und sein Team zur Aufgabe für seine Gäste gemacht. Folgerichtig und mit viel Gespür für regionale Qualität hat sich Albert Forsting, in jahrelanger Zugehörigkeit, ein vorbildlich funktionierendes Netzwerk an Erzeugern aus dem unmittelbaren Umfeld geschaffen. Er weiß, wann und wo es die besten Produkte der Gegend gibt. Von jedem Erzeuger einzeln einzukaufen, kann man wie er nur mit viel gewachsenem Insider-Wissen, sehr klarer Planung und Absprache organisieren. Forsting gibt diesen wertvollen Erfahrungsschatz an seine Azubis weiter, sie begleiten ihn täglich zu seinen Quellen. So ist sichergestellt, dass auch die kommende Generation ihren Gästen vermittelt, wie der Landadel genießt. Ein wundervoller Platz im Restaurant ist jener vorm historischen Kaminofen im atmosphärischen Kaminzimmer bei Kerzenschein. Und wenn es die Sonne besonders gut meint, dann sollte man unbedingt auf der herrlichen Terrasse die vorzügliche Küche genießen.

Ich tat es gern, habe ich doch eine angenehme Gastfreundschaft geschenkt bekommen. Hier waren die Sorgen und das alltäglich Gewimmel abgereist und die Dramen im Nirvana der Stille versunken. Ich war 20 Jahre Gast und habe ganz viel gewinnende Freundlichkeit empfangen. Herzlichen Dank dafür.

Parkhotel Hohenfeld / Dingbängerweg 400, 48161 Münster / 02534 8080