Rheinhessens glänzt in rosé – Weinmacher und große Roséweine

Roséweine werden gerade in Rheinhessen mit besonderer Sensibilität und sorgsamer Hand gekeltert. Ihre elegant-verführerischen Duftnoten sind nicht nur im Sommer Ausdruck für lebensfrohe Leichtigkeit. 

So habe ich mich wieder einmal aufgemacht um dieses laissez-faire, diese Leichtigkeit und die charmanten Genusslandschaften in Rheinhessen, mit all meinen Sinnen, einzufangen. Gerade hier, zwischen Donnersberg und Rhein, bieten die klimatischen Bedingungen optimale Voraussetzungen für Weine, die durch eine klare Frucht und Mineralität auffallen. Und bitteschön! Gleich vorweg möchte ich doch bekennen, wenn die Welt untergeht, gehe ich nach Rheinhessen, denn dort geht sie 30 beste Jahrgänge später unter.

Ja auch hier… ist Rosé in! Rosé ist Verführung! Rosé ist ein lustvoller Genuss zu jeder Speise. Ob exotisch, ob Pasta oder Fleisch. Rosé passt letztlich ausgezeichnet zu sommerlichen Gerichten wie Gemüse, Salaten, Fisch oder auch zu Aufläufen. 

Rosé ist frisch und jung, Rosé ist Genuss und natürlich unkompliziert im Farbenspiel von Aromen facettenreicher Speisen. Und ganz sicher ist Rosé nicht nur Sommerwein. Rosé ist auch im Winter ein besonderer Genuss in lebenslustiger Gesellschaft mit Freunden und bei gutem Essen.

Vergessen wir bitte die altklugen Schubladenmeinungen von ach so klugen Schicki-Sommeliers oder Weinpäpsten. Vertrauen wir auf unsere eigenen Sinne. Rosé ist längst kein Verlegenheitswein oder Abfallprodukt aus der Rotweinproduktion mehr. Er ist zunehmend zum Standardrepertoire selbstbewusster Winzer geworden und gewinnt mittlerweile auch so manchen Vergleich gegen die bedeutenden Produzenten der Provence, welche seit Jahrzehnten die Stilvorgaben von höchster Qualität lieferten.

Die Farbe des Roséweines sitzt in der Schale der Traube. Statt wie beim Rotwein den Saft lange mit den Schalen in einem Tank zu belassen, wo er Gerbstoffe aufnimmt, belässt man den Saft nur kurz bei den Schalen. So wird auch vermieden, dass der Wein einen tiefen Ton annimmt. Die im Most enthaltenen Anthocyane genannte Farbstoffe geben dem Wein die zart-feine kirschrote bis lachsrosa Farbe. Bei der Methode der direkten Pressung werden die Trauben sofort leicht angequetscht und die Schalen einige Stunden bis maximal drei Tage im Mostbad belassen, bevor das Abpressen erfolgt. Bei der sogenannten Saignée-Methode füllt der Winzer die Trauben nach dem Mahlen in den Gär-Tank. Nach 12 bis 48 Stunden wird etwa ein Achtel des Mostes vom Bad in der Maische abgezogen und getrennt vergoren, während der Rest zu Rotwein wird. Somit erreicht der Rosé bei dieser Methode mehr Konzentration und Struktur.

Und ohnehin… „das ganz besondere Geheimnis eines beachtlichen Rosés ist Demut und Liebe gepaart mit viel Leidenschaft und einem Touch Hingabe. Dazu fügt der kultiviert-fühlende Weinmacher wachsame Aufmerksamkeit und reichlich Sorgfalt um Boden, Rebe und Traube. Mit diesem Anspruch behaftet habe ich viele Weinkreateure zwischen den „Hiwwel“ in Rheinhessen besucht, eine außerordentliche Auswahl an Rosé-Weinen eingefangen und mich wieder einmal zum Tasting nach Heidelberg aufgemacht.

Meine ganz besonderen Rosé-Empfehlungen aus Rheinhessen sind:

2018 Johanninger Spätburgunder & Frühburgunder Rosé Kreuznacher Junker, Weingut Johanninger, Biebelsheim

Die Macher von Johanninger gehören sicherlich zu den großen Weinmachern ihrer Zunft. Unbändige Kraft und Fülle bei gleichzeitig höchster Eleganz, das sind die Charakterzüge der Johanninger Weine. Ihre Weine lassen ihre persönliche, individuelle und unverwechselbare Handschrift erkennen. Ihrem Anspruch „herausragende Qualität für den anspruchsvollen Weingenießer“ werden sie auch bei diesem opulenten Rosé gerecht. Pinot Noir (Spätburgunder) und Pinot Noir Précoce (Frühburgunder) wurden perfekt vereint und zaubern in die Nase eine brachial-schöne Aromenfülle von rot-satten Beerenfrüchten gefolgt von kräutrig-würziger Note. Am Gaumen macht er sich angenehm-zart, etwas schmelzig und leicht rauchig breit. Weit weg von gewöhnlich und nie erwartet. Fast genial.

https://www.johanninger.de

2019 Rosé, Bioland-Weingut Baeder, Wendelsheim

Unermüdlich und mit ganz viel Hingabe kreieren Katja und Jens Baeder bereits im Weinberg große Weine. Im Keller werden ihre Weine aufwändig und schonend verarbeitet. 

Der vollmundig-stoffige Rosé verführt die Nase und den Gaumen durch ein schönes Spiel von reifen Früchten wie Pflaume und Erdbeeren in sanfter Begleitung von Koriander, Thymian und einer zarten Cognacnote. Im Abgang ist er frisch und saftig. Ein Wein mit Persönlichkeit, welcher das facettenreiche und demütige Handwerk mit einem Touch Mut für Herausforderungen der Baeders erkennen lässt.

http://www.weingutbaeder.de

2019 Spätburgunder Blanc de Noir – trocken,  VDP-Weingut Fritz Groebe, Westhofen

Ja! Man muss ihn lieben, diesen Fritz Groebe und seinen Wein. Bodenständig, ehrlich und dennoch VDP. Fritz Groebe arbeitet sehr sorgfältig und innovativ am Spannungsbogen zwischen Tradition und Moderne. Hier wird wahre Bioweinkultur gelebt und gepflegt. Kein großes Trara, kein Schickimicki. Fritz Groebe, ein poetischer „Wein-Kunsthandwerker”, setzt auf umweltschonende Bewirtschaftung und schonende Lese.

Für den Blanc de Noir wurde der Saft von nicht gequetschten Spätburgunder-Trauben abgepresst. So können keine Farbstoffe aus den Beerenhäuten in den Most übergehen, was die feine orange-gelbe Färbung des Weins erklärt. Der Spätburgunder Blanc de Noir trocken ist ein genial-feiner Weißwein mit feinen Fruchtaromen und einer eleganten Mineralität.

https://www.weingut-k-f-groebe.de

2019 Rosé trocken „Juliane“, Weingut Milch, Monsheim

Der spannend-klare Cuvée aus Spätburgunder, Cabernet Sauvignon und Frühburgunder leuchtet rosa mit einem Touch Kupfer. Das Bouquet duftet nach Himbeeren, Erdbeeren, saftigen Pfirsich und einem Touch Cassis. Am Gaumen fasziniert dieser Rosé herrlich saftig, würzig und angenehm weich. Ein ehrlich-klarer Rosè mit viel Harmonie!

Mit viel Augenmerk und Sensibilität gestaltet Karl-Hermann Milch Weine, welche sehr ehrlich und in einer feinen Stilistik daherkommen . Beim Ausbau der Weine wird darauf geachtet, dass sie nur das haben, was ihnen die Natur auch geschenkt hat: man verzichtet freiwillig auf Chaptalisation und es wird auch nicht entsäuert. Das Ergebnis spricht für sich.

https://www.weingut-milch.de

2019 Pinot Rosé, Christopher Barth, Alzey-Weinheim

Christopher Barth ist ein sanft-wilder Bastler. Aus seinen Händen entstehen famose Weine, die mit unseren Sinnen spielen. Sein Sortiment ist eingeteilt in 3 Linien: Stier, Steinbock und Widder. Sein Rose` ist im Zeichen des Stiers kreiert. Stier steht für gradlinig und animierend, einfach unkompliziert. 

Der Rosé für volle Gelassenheit und in seiner Einfachheit beeindruckend. Leuchtendes Pink brilliert im Glas, fruchtig-würzige Düfte bereichern die Nase nach Erdbeeren, Himbeeren, Stachelbeeren und etwas Paprika. Sehr trinkanimierend und beschwingt, dabei stets ernsthaft gleitet dieser Spaßmacher über die Zunge.

Chris Barth ist ein kreativer Querdenker mit brachialer Leidenschaft für die große Handwerkskunst der Weingestaltung. Im Weinberg arbeitet er nicht gegen die Natur, sondern demütig mit ihr. Die Natur, mit all ihren Extremen gibt die Taktung vor, fordert viel Aufmerksamkeit und zwingt zum Umdenken, fernab vieler Lehrbücher. 

https://www.barthwein-alzey.de

Gysler Funkenflug Spätburgunder Rosé 2019, Weingut Gysler, Weinheim

Gysler arbeitet nicht nur im Weinberg, sondern auch im Keller mit viel Feingefühl für hohe Qualität ohne die Herkunft, Struktur und Substanz zu vernachlässigen. In seinem Wirken und seiner Methodik strebt er zu jeder Zeit und ohne Kompromisse nach Reinheit und verleiht somit seinen Weinen eine authentische Seele. So ist es weit entfernt von verwunderlich, dass er auch Naturweine in seiner Kollektion führt.

Wenn Säure und Struktur stimmen, hat der Wein Feinheit und ein zartes Mundgefühl. Gerade beim Rosé merkt man sofort, dass Alexander Gysler, eine leidenschaftlich-ehrliche Fronatur, die Traube ernst nimmt. Das Weingut baut seine Weine mit viel Handarbeit im Einklang mit der Natur aus.

Ganz ohne Funken aber zart-rosa bis zu leuchtendem Pink liegt dieser Rose im Glas. Die Nase wird sofort von einer betörenden, beerigen Frucht umschmeichelt. Feine Fruchtaromatik, schöne Struktur, Kraft und Länge, dabei sommerlich beschwingt. Im Abgang frisch und saftig gepaart mit einem prächtigen Nachhall.

https://alexander-gysler.de

2019 Spätburgunder la vie est Rosé, Weingut Janson, Vendersheim

Bei Oliver Janson ist alles eine Frage des Stils. Komplett durchgegoren und nach reichlich Hefelager werden die Weine auf die Flasche gefüllt. Ausbau im Holzfass gibt es nur, um Tannine abzurunden und die Balance zu finden. Auf keinen Fall sollen Charakter und Komplexität überdeckt werden. Bei den Jansons entstehen mineralische, kräftige Weine von regionaler Prägung, die ihren ganz eigenen Charakter besitzen. Ebenso wie die Jansons selbst, bodenständig, geerdet, voller Leidenschaft und mit ganz viel Lebensfreude. 

Im Glas schimmert ein wunderbar fruchtiger Spätburgunder-Rosè für unvergessliche Momente. Die Nase satt bereichert von reifen Himbeeren und feiner Erdbeere dazu saftiger Weinbergpfirsich. Im Gaumen eine leicht-pikante Säure und eine feine Mineralität. Im Abgang verbleibt ein angenehmer Nachhall.

http://www.weingut-janson.de

2019 Espenhof Rosa Espenblatt, Weingut Espenhof, Flonheim

Lachsfarben mit aufhellenden Reflexen gefällt dieser glanzvolle Cuvée aus Saint Laurent und Spätburgunder im Glas. Die Nase wird überrascht mit kräftigen Fruchtnoten von saftigen Erdbeeren, Himbeeren und einer feinen Note Waldbeeren. Am Gaumen sanft-schmelzig mit zarter Fruchtsüße. Die verführerische Frucht bleibt im Nachhall und lang in Erinnerung. Seine feine Balance sowie der geringe Alkoholgehalt (10,5%) überzeugen. 

Unermüdlich und mit viel Hingabe kreiert Nico bereits im Weinberg große Weine. Mal eigensinnig und unkonventionell, mal ursprünglich und voller Ehrfurcht vor der Natur, mal laut und lebendig. Aber immer voller Kreativität und Selbstbewusstsein. Schonende Verarbeitung der Trauben, des Mostes und der Weine ist ihm verdammt wichtig. Sein Wein vergärt spontan, meist im großen Holz und bleibt lange auf der Mutterhefe. Keinerlei Schönungsmittel und wenn möglich verzichtet er auf eine Filtration.

 

https://www.espenhof.de

2019 Rosé „COSINUS“ trocken,  Weingut Finkenauer, Budenheim

Ich mag sie, diese paar Ecken und unbehandelten Kanten bei Yvonne Finkenauer. Nicht perfekt sein und nicht im Glanz stehen. Aber immer Aufmerksam und jedesmal aufs Neue eine satte Portion mehr an Qualität und Charakter. So sind ihre Weine. 

Der Rosécuvée funkelt im Wettbewerb der Sterne. Zartes lachsrosa, delikat-zartes Aromenspiel. Die Nase ist gefangen im Fruchtkörbchen: Cassis, Kirschen, Himbeeeren, Erdbeeren, Granatapfel, Pfirsich und ganz fein Holunder.  Leicht mineralische Spuren sorgen für einen ausgewogenen, facettenreichen Charakter. Nicht perfekt… aber launisch und vielfältig zugleich. Ganz so wie es Yvonne Finkenauer mag. 

https://www.finkenauer.de

Mel Hubach! Fotografin im Flow von Typen, Inspiration und Träume

Wer über die Weinlandschaften der Pfalz schreiben will, sagen die Pfälzer auf den Märkten und in den Dörfern, die ich durchfahren habe, der muss die „Typen“ der Pfalz kennenlernen. Der muss die Landschaften einfangen und in all ihren bunten Facetten verstehen. Aus Mangel an Zeit habe ich Bücher gewälzt und Typen getroffen.

Doch letztlich fasziniert und natürlich auch für meine Arbeit inspiriert hat mich die spannend-schöne Handwerkskunst einer Pfälzer Fotografin: Melanie Hubach.

Die „Götter“ der Fotografie vermitteln in der Lehre die Kenntnis:

Fotografie ist ein Handwerk! Für mich ist und bleibt das Können und Spiel mit den Objektiven jedoch auch Kunst. Fotografen sind Handwerker mit einer feinen Nuance Kunst und dem sensiblen Gespür für Momente, die ihre Arbeit gut machen müssen.

Melanie Hubach pflegt diese Art der Kunst aus Berufung und Leidenschaft. Sie ist jedoch auch ganz und gar leidenschaftliche Pfälzerin und kennt jede Kante und jede Kerbe der Pfalz und deren Landschaften wie auch alle Facetten der Menschen. In ihrer mittlerweile über 5jährigen Berufstätigkeit konnte sie schon viele namhafte Kunden von ihrer Arbeit und Kreativität überzeugen.
Als visuell sehr anspruchsvoller Mensch arbeitet Melanie Hubach in den verschiedensten Aufgabenbereichen. Ob in der Landschaftsfotografie oder im Studio, stets sucht sie nach ästhetischer und aussagekräftiger Perfektion. Sie hat sich inzwischen vor allem als Portraitfotografin und Projektfotografin einen Namen machen können. Emotionale und stimmungsvolle Bilder sind ihr Markenzeichen – gerne setzt Melanie Hubach sie mit ein.

Immer der Nase nach durch die Pfalz, das heißt von Dorf zu Dorf die Farben der Pfalz und ihre Faszination entdecken. Wer die Bilder von Melanie Hubach sieht weiß, wie die Pfalz riecht. Der hört den Wind in den Wiesen und das Rauschen allerlei bunten Blattwerkes.

https://www.melhubach.de

Heidelberg! Genussperformance im sagenhaften Neckartal. Restaurant Wolfsbrunnen

Dem Alltag entkommen. Ankommen. Eintauchen. Das Herz klopft, die Finger kribbeln. In deinem Ohr plätschert der Brunnen. Du hörst das Singspiel der Vögel und ihre Flugspiele nimmt Dich gefangen.… en passant fallen die Widerstände des bekennenden Großstadtmenschen gegen das Leben und diese ach so romantische Genusslandschaft unweit des Neckars nimmt gefangen. Einatmen. Ausatmen. Abschalten. Loslassen. Wenige Stunden, einen Abend, nur ein paar Momente. Einatmen. Ausatmen. Abschalten.

Ankommen in der Wohlfühllandschaft Wolfsbrunnen.

Mit der Eröffnung des Restaurants „Wolfsbrunnen“ im Mai 2015 ist die gastronomische Landschaft Rhein-Neckar um eine Attraktion reicher. Schon von außen setzt sich das unter Denkmalschutz stehende Gasthaus von 1822 mit seinem modernen Anbau verdammt chic gepaart mit dem Charme einer sagenreichen Geschichte in Szene.
Seine Tradition, seine Sagen und allerlei Geschichten stehen dem herrlich-romantischen Gastronomieensemble recht gut zu Gesicht. Der Name Wolfsbrunnen geht übrigens zurück auf eine Geschichte nach der im Mittelalter hier die Wahrsagerin Jetta gelebt haben soll. Als sie im Wald bei den Quellen unterwegs war, wurde sie von Wölfen angegriffen und getötet. Seither tragen die romantischen Quellen vorm Haus den Namen Wolfsbrunnen. Heute werden die Gäste im Restaurant von allerlei Genüsslichkeiten angegriffen und genüsslich bereichert.

Das eingespielte Team im Service zeigt sich ebenso wohlgeübt in der Kunst, den Aufenthalt zum Erlebnis für alle Sinne zu gestalten wie das perfekt eingespielte Kreativteam um Küchenchef Hostenkamp. Genussfreudige Gäste dürfen sich auf eine saisonale und internationale Frischeküche freuen, welche sich stets aktuell auch an dem regionalen Gemüsegarten Rhein-Neckar orientiert. Das Ganze in gleichbleibend hervorragender Qualität. Die gutsortierte Weinkarte listet feine Weinspezialitäten für jeden Geschmack. Mich nimmt gefangen ein frischer „2015 Sauvignon Blanc“ der Gebrüder Knipser aus der Pfalz begleitet vom jungen Gemüse mit Ziegenkäseschaum und Kräutersalat als Vorspeise. Die Hauptspeise ist eine wahre Genussperformance an Aromen: Grenzhöfer Stangenspargel mit jungen Kartoffeln. Dazu rosa gebratenes Filetsteak vom Weideochsen. Die Köpfchen zart, die Stangen mit Biss: So schmeckt Spargel perfekt! Das Steak medium genau auf den Punkt gegart. Zartfein im Biss, ohne Fettrand und fein-würzig im Geschmack.

Zahlreiche Berichte, Briefe und Tagebuchnotizen des Gasthauses Wolfsbrunnen sind Zeugnis berühmter Besucher seit 1589. Zar Alexander, Kaiser Franz von Österreich und auch Kaiserin „Sissi“ waren Gast… und auch ich war ungeniert und unberühmt gern Gast, welcher mit ganz viel Servicefreundlichkeit gekrönt wurde.

Restaurant Wolfsbrunnen
Wolfsbrunnensteige 15
69118 Heidelberg  / 06221 37 37 92

http://www.restaurant-wolfsbrunnen.de

 

Bretten! Ein schönes Stück Genussphilosophie. Hotel Krone

Es gehört zu einem der erfolgreichsten inhabergeführten Hotels Baden-Württembergs – wer vom Hotel Krone in Bretten spricht, spricht von einem charaktervollen Hotel gepaart mit ganz viel Gemütlichkeit. 

Das Hotel von Familie Weishäupl verbindet ganz charmant Moderne mit Tradition und chices Design mit Heimatverbundenheit. Dabei haben sie geschickt und mit viel Gefühl Gegensätze wie luxuriös und rustikal, traditionell und modern, Bio und Genuss zu einem harmonisch-sinnigen Ganzen vereint. Es war ihnen wichtig, verantwortungsbewusst mit der Umwelt umzugehen und die zur Verfügung stehenden Ressourcen sinnvoll einzusetzen. 

Bereits beim lukullischen Start in den Tag werden die Sinne neu justiert: Mit Blick auf die Altstadtgassen von Bretten und den charmanten Marktplatz verführt das liebevoll angerichtete Frühstücksbüffet. Es spiegelt die nachhaltige Philosophie des Hauses wider, sind doch fast 80 Prozent der angebotenen Leckereien, von der umfangreichen Kaffeeauswahl bis zum Obst, vom facettenreichen Müsli bis zum Käse, sind Bioprodukte, und vieles wird in der Küche, aus fein ausgewählten Produkten der Region, selbst hergestellt, das gilt für die leckeren Smoothies ebenso wie die gigantisch-leckere Marmelade.

Die Zimmer wurden mit viel Feingefühl und mit wohliger Atmosphäre sowie einem kräftigen Touch charmantem Design gestaltet, ohne die Tradition zu verdrängen. Ein Spagat, welcher ausgezeichnet gelungen ist. Chapeau! Großzügig, lichtdurchflutet und in natürlichen Farben gehalten kommen sie daher. Alle Zimmer bieten viel Platz und Freiraum, sogar für die ganze Familie. Ein Teil der Zimmer hat Zugang zur Dachterrasse, den Logen des Hotels, mit herrlichen Blickachsen über die Altstadt.

Diesen liebenswerten Ort wieder zu verlassen ist geradezu tragisch! Was bleibt: Der angenehme Geschmack von Sehnsucht.

Hotel Krone / Marktplatz 2, 75015 Bretten / 07252 9789-0

https://www.krone-bretten.de

Rheinhessen! Lebensglücklich und ganz nah am Hohlweg

Ein Weingut! Ein Gästehaus! Eine brachial-schöne Lebenswelt!

„Von der Sonne verwöhnt“… sind nicht nur die prächtig-schönen Landschaften rund um Wörrstadt, sondern ganz besonders die Menschen, die hier leben. Und es sind gerade diese Menschen, handfeste Charaktere, welche solch harmonisch anmutender Landschaft eine tiefe Prägung geben. Und letztlich sind es die Winzer, welche die Hänge urbar und gleichzeitig fruchtbar-edel machen. Und es sind die Jansons, welche mit ihrem Handwerk Weinbau auf höchstem Niveau betreiben und einen vorzüglich-gütlichen Wein produzieren.

Bereits bei meiner ersten Begegnung mit den Jansons fiel mir die schier brachial-schöne Lebensfreude auf, an welcher sie dich teilhaben lassen. Nicht die Sonne blendet, sondern die Herzlichkeit von Uschi, Olli und Companie und gern fing ich mir hier einen Sonnenbrand auf der Seele ein.
Jansons Weingut und Gästehaus ist mehr als nur Weingut. Es ist ein sattes Lebensgefühl, was hier im Herzen von Vendersheim pocht. Während Uschi ganz nonchalante das Büro, das liebenswerte Gästehaus und die drei Kids managt, toben sich die charakterstarken Jungs draußen in den Weinbergen oder im Keller aus, denn auch Weine mit Charakter lassen das Weingut beben.

Im kultiviert-quirligen Familienbetrieb der Jansons hat jeder seine Aufgabe, die jeder für sich mit Hingabe täglich aufs Neue löst. Ne, ne… Verzweiflung gibt es hier keine, denn jegliche Herausforderung des Tages wird mit einem Augenschmeichler gelöst. Vier Generationen, vier Blickwinkel und ab und an eine lebhafte Diskussion am Abend beim Wein draußen auf der lauschigen Terrasse. Und letztlich gibt Opa Wolfgang demütig-zufrieden bei, denn letztlich ist es Oliver Janson, der 2001 in den Betrieb einstieg, den Familienbetrieb wieder in die Spur brachte und erfolgreich mit einem Touch neuer Ideen, ohne die Tradition zu vernachlässigen, in die nächste Zukunft steuert. Und der 10-jährige Julius lässt immer wieder aufblitzen, dass er ohne jegliche Zweifel recht bald noch mehr im Betrieb steuert als nur den Gabelstapler.

Der Boden prägt den Charakter des Weins, sagt Oliver Janson. Der Untergrund, auf dem die Rebe wächst, liefert den Charakter des späteren Weins, daher hat er sich schon früh auf die besten Böden rund um Vendersheim festgelegt. Insbesondere die mineralische Zusammensetzung prägt den Stil seiner Weine. In der von der Sonne verwöhnten Weinlage „Hohlweg“ – geprägt von Kalkmergel- und Muschelkalkböden – bereichern sich die Trauben ganz besonders von der kräftigen Sonne und bringen eine charakterstarke Vielfalt besonderer Weine hervor.

Ausgestattet mit einer satten Portion an Erfahrung vieler Jahrzehnte weiß Oliver sehr genau, welche Weinberge am wertvollsten sind. Mit viel Augenmerk, sensibler Handarbeit und einer selektiven Ernte entstehen einzigartige Lagenweine mit großem Potential.

Im Glas schimmert nun ein „2015 Weißer Burgunder“ aus der Lage Hohlweg. Die Nase wird bereichert von frischen Mandeln und Apfelblüte. Sanft umschmeichelnd spielt er mit dem Gaumen mit feinen Blütenaromen, ganz so als wolle er hier noch lange verweilen.

Unweit vom Hohlweg macht es sich die Lage Güldenloch, trotz seiner sehr heißen und trockenen Böden auf Muschelkalk bei 30 Grad Neigung recht gemütlich. Hier reifen sehr gehaltvolle Trauben heran und verleihen auch dem Spätburgunder 2015 trocken satte Aromen. In der Nase tänzeln feine Röstaromen gepaart mit einem Touch Mocca und feiner Vanillenote. Im Gaumen tummeln sich Gesellen mit kräftigen Tanninen und einer intensiven Mineralik dazu. Ein außergewöhnlicher Wein mit Stil, welcher gern solo im Genuss bleiben möchte.

 

Beim Oliver Janson ist alles eine Frage des Stils. Komplett durchgegoren und nach reichlich Hefelager werden die Weine auf die Flasche gefüllt. Ausbau im Holzfass gibt es nur, um Tannine abzurunden und die Balance zu finden. Auf keinen Fall sollen Charakter und Komplexität überdeckt werden. Bei den Jansons entstehen mineralische, kräftige Weine von regionaler Prägung, die ihren ganz eigenen Charakter besitzen. Ebenso wie die Jansons selbst, bodenständig, geerdet, voller Leidenschaft und mit ganz viel Lebensfreude.

Weingut & Gästehaus Janson / Hauptstraße 7 · D-55578 Vendersheim 

https://www.weingutjanson.de

Rheinhessen. Das Laisser-faire großer Weinkultur – Weingut Johanninger

Dort oben… an der oberen, nördlichen Ecke Rheinhessens schwingen sich die Weinberge zum Paarlauf mit der Nahe. Drehen mal im Sonnenaufgang und mal im Mondschein eine sanfte Pirouette und laden Romantiker wie auch Sinneswandler zum gemütlichen Zusammensein bei bestem Wein in herrliche Naturlandschaften zum Genussschaukeln ein. Fast unbemerkt aber umwerfend eindrucksvoll lohnt ein Stopp bei den Johanninger im nahen Biebelsheim. Das Weingut wie auch das grandios-charmante Restaurant Nickl‘ Speisekammer versprechen ganz sicher mehr als nur ein Stelldichein.

Und nun… sitze ich hier… im Hof der Johanninger. Mal hitzig, gern auch mal leidenschaftlich, meist mit einem Glas charmant entspannt, dem fordernden Alltag abgewandt, ohne die Blicke für das Wesentliche zu verlieren, begegnen mir im Weingut Johanninger drei kreativ-leidenschaftliche Weinkreateure mit einem Sammelsurium von Herz und Verstand abseits der ausgetrampelten Pfade in gemütlich-genüsslicher Tischkultur. Sie sind der lebendige Inbegriff von Freiheit und Laisser-faire großer Weinkultur. Sie bilden ein lebensgewaltiges Trio, das es vorzüglich versteht, großartige Weine zu kreieren ohne sich zu verirren. Sie leben seit mehr als zwanzig Jahren eine innig-schulterharte Freundschaft, eine lebendig-familiäre Hof- und Weinschmiede und sind wahrlich auch jene authentisch-ehrlichen Typen mit dem richtigen Blick auf die Zukunft.
Hemdsärmelig und ach so angenehm offenherzig sorgt Weinkreateur, Gründer und Ideengeber Markus Haas für die Gestaltung der Betriebskultur sowie für die pragmatischen Tonlagen, steht wie ein Fels im Weinberg und verliert … fast nie… den Überblick. Die satte Verantwortung haben sie alle, doch Kellermeister Oliver Herzer trägt sie mit allen Sinnen und viel Engagement auf breiten Schultern, gibt wichtige und zielführende Impulse ohne dabei die Haltung und wichtige Tropfen zu verlieren.
Bescheiden und auch mal gern im Hintergrund verliert Gabriel Schmidt nie den Blick über all das Tun im Gut wie auch im Weinberg. Er ist Kommunikator und Dirigent eines gewaltigen Orchesters und sorgt meist für die richtigen Anschläge und Takte.
Die Liebe zur Natur haben sie gewissenhaft in ihre DNA eingepflegt. Sie ist Verpflichtung und Berufung zugleich. Folglich verzichten die drei Weinmacher konsequent auf Kunstdünger und auf Pestizide und betrachten ihr Tun nicht nur aus der materialistischen naturwissenschaftlichen Sicht der Landwirtschaft sondern wollen auch das Wesen dahinter entdecken. Meist begegnen sie dabei der Philosophie und dem Wesen der Dinge. Jene Dinge, die die Welt im Innersten zusammenhält. Mit diesem anthroposophischen Weltbild will man diese naturwissenschaftliche Sicht ergänzen und daraus Handlungsempfehlungen für das eigene Tun und der Wertschätzung gegenüber der Natur entwickeln. Klar! Die Trauben werden größtenteils sorgsam von Hand gelesen und schonend im Weinkeller verarbeitet und in den imposanten Gewölbekellern trocken ausgebaut.

Und allen gemein… sie sind studierte Weinmacher und haben den satten Sound und die innige Liebe zu Wein, Familie und Gesang … und präsentieren, ganz ungeniert, ihre Lebensphilosophie im Glas. Den Vortritt hat der „Johanninger Pinot Rosé Brut. Wie alle Sekte ist er in der eigenen Sektmanufaktur, im tiefen Gewölbekeller mit langem Hefelager entstanden. Der Rosé tanzt geradezu im Glas. Feine Kupferperlen tummeln sich im lachsfarben-dezenten Schäumchen. In der Nase ein finessereicher Duft nach roten Früchten und Brioche. Das weinige Mousseux und die aromatische Textur führen in ein klares und langanhaltendes Finale. Ein gewaltiger Rosé-Sekt. Vollmundig und betörend zugleich.

Und allen gemein… sie sind Grenzgänger. Ihre Weinberge liegen seitenrichtig an der Nahe und in Rheinhessen, ihre Weine klar an der Grenze jedoch keineswegs abseits. Im Glas glänzt der „Johanninger Biebelsheimer Riesling Stein 2019“. Die Nase wird eingenommen von exotisch-gelben Früchten mit einem Touch Limetten und Aprikose. Eine opulente Fruchtigkeit mit feiner Mango im Vordergrund tapeziert den Gaumen. Ein starker Riesling, welcher hart an den Nerven zerrt. Chapeau!

Die Feinheiten großer Töne

In einer der besten Lagen der Nahe und ganz nah am Himmel wächst ein satter Grauburgunder. Der ausdrucksstarke Lagenwein „Grauburgunder Kreuznacher Himmelgarten“ bereitet, dank seiner fast 50 Jahre alten Reben ein prächtiges Gaumenvergnügen. Mächtig, fleischig, würzig, leicht nussig gepaart mit erdigen Noten, welche klar den kalkhaltigen Mergel widerspiegeln. Die Nase wird umgarnt von feinen Barriquetönen gefolgt von zartfruchtigen Noten, welche an reifes Steinobst erinnern. Auch hier fasziniert und begeistert das Trio zugleich. Es wird klar, das Trio beherrscht fast infernal jede Tonart.

Und… klar! Allen gemein ist das Vertrauen in die Zukunft, das Vertrauen in die nächste Generation, welche bereits kräftig in den Fässern rührt. Lara Haas, die feinfühlige Tochter von Markus erobert für die Familie Johanninger den Gaumen der Dänen. Außer Marketing und Vertrieb ist auch das Weinmachen für sie mehr als nur ein Debüt.

Weingut Johanninger / Hauptstraße 4-6, 55546 Biebelsheim / 06701 8321

https://www.johanninger.de

 

Pfalz. Feelness pur! Wellnesshotel Alte Rebschule, Rhodt 

Süden pur – das Schlendern entlang der denkmalgeschützten Theresienstraße mit den üppigen Rosskastanienbäumen, romantischen Winzerhöfen und dem Südfrüchtegarten vermittelt den Charme des bekannten Winzerortes. Edle Tropfen der Winzer und kulinarische Köstlichkeiten ebenso wie Pfälzer Spezialitäten findet man in den Vinotheken, Straußwirtschaften und Weinstuben. Nicht nur das Schloss Villa Ludwigshöhe und die Sesselbahn zur Rietburg, auch die nahegelegene „Schönste Weinsicht der Pfalz“, bieten außergewöhnliche „Ein- und Rundblicke“ in den Garten Eden. Nur schwer kann man sich dem Zauber dieses romantischen Ortes entziehen. Der älteste Gewürztraminerweinberg der Welt ist hier zu finden.

Wohlfühlhotel „Alte Rebschule“

Hier, vor der prächtigen Kulisse des Naturparks Pfälzer Wald, hat Familie Hafen-Schäfer ein einzigartiges Wellness- und Urlaubsparadies für große und auch kleine Gäste geschaffen. Auf einem weiten, sonnigen Hang hoch oben über den herrlichen Weinberglandschaften hat sich das Hotel „Alte Rebschule“ in den letzten Jahren zu einem der führenden Land- und Wellnesshotels der Pfalz gewandelt. Ein 4-Sterne-Haus mit ganz viel behaglich-familiären Charme. Die Zimmer sind modern, zugleich zeitlos und gemütlich eingerichtet. Warme Farben, Holzelemente und hochwertige Textilien vermitteln Wohlfühl-Atmosphäre.

Genießen

Wer hier logiert, der fühlt sich rasch zu Hause und wird freundlich mit der Wärme pfälzer Gastfreundschaft aufgenommen. Noch mehr Wohlfühlmomente bietet der neugestaltete Wellnessbereich. Vor dem Fenster das unverbaute Naturpanorama, innen klares, elegantes Design mit raffinierter Beleuchtung als stimmiger Rahmen für liebenswerte Servicekultur. Die harmonisch-charmante Poollandschaft wie auch die Sauna bieten einen sensationellen Blick übers Rebenmeer sowie Zugang zur hoteleigenen Liegewiese. Der Innen-Pool verfügt über eine Gegenstromanlage und Massagedüsen sowie eine Wohlfühlinsel.

Essen

Im feinen Restaurant der Alten Rebschule ergänzen sich Gourmetfreuden und Weinkultur: Die Küchencrew orientiert sich an Saison und Region, sie komponiert lecker-leichte Kreationen auf höchstem Niveau. Die Weinauswahl ist erstklassig, die Beratung fachkundig. 

Im urigem Gasthaus Sesel wurde vollgenüsslich die Pfälzer Tradition bewahrt. Das Gasthaus ist eine beliebte Einkehr, die sowohl von unseren Hotelgästen als auch von Wanderern und Radlern geschätzt wird. Von typisch pfälzisch bis ausgewogen-gesund verwöhnt Sie das Sesel-Team in gemütlicher Atmosphäre – je nach Wetter drinnen in der Stube oder auch draußen unter der Pergola.

Die Genießerpension beginnt mit einem reichhaltigen Frühstücksbuffet. Nachmittags werden die Gäste mit einer kleinen Winzerjause verwöhnt. Am Abend ist das Highlight ein 4-Gänge-Menü, das auch Fischfreunden und Vegetariern eine leckere Wahl lässt.

Pfalz. Unverfälscht! Nie vollkommen! Querdenker! – Gerhard Schwarztrauber

Ein kräftiges Wolkenband hat Einsehen und überlässt der Sonne den morgendlichen Auftritt in den Weinbergen bei Mußbach. Noch bevor die ersten Sonnenstrahlen das süße Leben in seinen Trauben erwecken, hat sie Gerhard Schwarztrauber bereits in Augenschein genommen und horcht demütig in den Weinberg hinein.

Es ist sechs Uhr früh… die erste Lichterkette zieht Richtung Autobahn und hinten am Horizont bekommen die Berglandschaften ihre ersten Konturen. Die Feuchtigkeit der Nacht verlässt den Boden… Regenwürmer schlängeln sich über die kleinen Erdhügel und machen das Biotop Weinberg lebendig. Es ist der Respekt für das mannigfach-komplexe Ökosystem Weinberg und das Streben nach gütlich-höchster Qualität, ganz weit weg von sesselgemütlich, was Gerhard Schwarztrauber täglich in den Weinberg treibt. Für ihn sind die facettenreichen Bakterien- und Insektenwelten in seinen Weinbergen keine Störenfriede, sondern herzlich gern gesehene Gäste und Mitgestalter für ein stabil-gesundes Ökosystem und für großartige Bioweine.

Nein Biowein ist kein Verlegenheitswein oder eine Modeerscheinung für Gesundjünger!

Biowein ist eine Wertschätzung gegenüber unseren Natur- und Kulturlandschaften und ein Versprechen für mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Bereits vor 35 Jahren hat sich Gerhard dem Biolandverband angeschlossen und seither konsequent, den Bio-Richlinien folgend, die Bodenqualität seiner Natur- und Kulturlandschaften verbessert. In den Gassen von Mußbach haben sie ihn laut und verquer belächelt. Gerhard Schwarztrauber ist sich jedoch, allen Unkenrufen zum Trotz, seiner wahren Passion gefolgt, hat mit harter, zukunftsgerichteter Pionierarbeit den konventionellen Weinbau revolutioniert, beflügelt und sich in Folge an die Spitze der Biowinzer gesetzt und letztlich, nimmermüde in tiefster Überzeugung, sich für eine friedlich-gesunde Koexistenz mit der Natur eingesetzt. Mit Erfolg, denn heute wird sein Wirken in der gesamten Branche wertgeschätzt und gutiert. Er verzichtet konsequent auf chemisch-synthetische Düngemittel, weil er das komplex-lebensnotwendige Wirkungsgefüge der Naturlandschaften nicht zerstören will. Während er draußen im Weinberg hart arbeitet und seinen Reben verdammt viel Aufmerksamkeit gönnt, herrscht im Keller „konsequentes und kontrolliertes Nichtstun“. Die Weine werden schonend vergoren und erhalten all jene göttliche Reifezeit, die sie benötigen um später nachhaltig und in höchster Qualität zu glänzen. All sein Tun wird immer wieder neu überdacht und ständig weiterentwickelt. Seine Weine sind stilistisch sauber und fein gestaltet. Klar! So liegt auch gleich lebendig und lebensfroh ein „Riesling trocken 2019er Mußbacher Eselshaut“ im Glas. Die Nase taucht in eine facettenreich-gelbe Frucht mit Anklängen von Weinbergpfirsich, Zitrus und Maracuja ein. Ein Wein, der am Gaumen mit seiner großen Finesse gepaart mit einer dezenten Frische spielt und sich dort recht wohl fühlt. Ein Riesling der Spitzenklasse.

Der „2019 Chardonnay Edition Papillon trocken“ kommt mit einer dezenten Holznote daher und glänz zart-golden im Glas. Die Nase wird erfasst von frisch-fruchtigen Aromen, welche an Ananas und Papaya sowie in Nuancen an Haselnuss und Vanille erinnern. Leicht cremiger erfasst er den Gaumen und begeistert mit viel Tiefgang und Frische. Ein großartiger Chardonnay mit viel Lust auf mehr.

Bei all seinen Weinen und der Begegnung mit ihm wird klar: Gerhard Schwarztrauber ist ein Weinkreateur, ein sehr charmanter Visionär, Querdenker und ein Charakterkopf ohne Starallüren. Ein Typ, der nie aufhört zu denken, zu philosophieren und zu probieren. Er steht und überzeugt für unverfälscht vollkommen natürliche Weine mit unvergleichbarer Lebendigkeit. Ganz besonders für die Rieslinge, die das Terroir perfekt wiederspiegeln. Die Frucht und Säure seiner Weine sind nahezu perfekt ausbalanciert. Die vielfältigen Aromen jedes Weins lassen sehr authentisch ihre Herkunft und sein Terroir erkennen.

Gerhard Schwarztrauber / Lauterbachstraße 20, 67435 Neustadt/W.-Mußbach / 06321 968561

https://www.schwarztrauber.com

 

Pfalz. Weine mit Ecken und Kanten – Caro Bergdolt

Jede Begegnung mit Caro Bergdolt fasziniert und nimmt sogleich gefangen. Eine bodenständig-kreative Winzerin, fürsorglich-engagierte Mutter, ein Bauchmensch mit viel Empathie, freundlich und sympathisch, klar und strukturiert, tonangebend ohne zu strapazieren, liebt leichte Perfektion anstatt leichte Kost und ist… eine von zahlreichen Frauen in einer Männerdomäne, noch dazu eine, die ein erstklassiges Weingut führen und Zukunft gestalten kann.

Zunächst bewegte sie sich ganz weit weg von nett, weg vom Familienbetrieb. Machte eine kaufmännisch-fundierte Ausbildung, ging raus in die weite Welt und durfte große wie auch kleine Luftzüge schnuppern. Konnte mit allen Sinnen die Weiten von Neuseeland erspüren und auf deren Weingütern hantieren. War in Berlin Regieassistentin und arbeitete zugleich auch im Weinhandel. Es folgte ein Weinbau-Studium in Geisenheim – und die Rückkehr nach Duttweiler. Hier ist Familie, Heimat und ganz viel Tradition, welche bis ins Jahr 1754 reicht. Es ist gerade diese Tradition, die verzweifeln lässt aber auch Herausforderungen schafft. Tradition bietet auch ein wertvolles und tief verwurzeltes Fundament. Caro Bergdolt kann gut umgehen mit dieser Tradition und bekennt, dass man daraus lernen kann ohne stur daran festzuhalten. Das Leben ist eben immer in Bewegung und bietet doch auch viel Neues.
Caro Bergdolt und ihre Familie stehen für puristische, geradlinige Weine und Sekte mit Ecken und Kanten. Sie setzen vollumfänglich auf biologischen Anbau und ökologische Bewirtschaftung. Die Burgunder, die Leidenschaft von Caro, liegen meist unter einem Gramm Restzucker und dürfen sich Zeit für ihre Entwicklung und Entfaltung nehmen.

Caro Bergdolt, 2018 zur „Aufsteiger-Winzerin des Jahres“ gekürt, zählt definitiv auch zur deutschen Sekt-Avantgarde. Seit Jahren stehen die feinperlig-eleganten Sekte vom Weingut Klostergut St. Lamprecht konsequent an der Spitze der deutschen Sekt-Erzeuger. Auch die Weißburgunder und Rieslinge sind reich an Finesse und Reifepotenzial. Klar! Die charakterstarken Weine und Sekte aus dem Weingut sind nichts für zwischendurch, sondern immer für die großen und bedeutenden Momente des Lebens.
Überzeugend wie seine Kreateurin ist der starke, sehr komplexe „2012 Fluxus extra brut“. Fünf Jahre Hefelager geben dem Sekt eine feine Perlage. In der Nase kitzelt es in allen Facetten nach gelben Früchten gepaart mit Aprikose. Und dann die Spur mehr… einen leicht cremigen Touch von Brioche.
Die Weißburgunder sind ganz geradlinig, konsequent und trocken ausgebaut. Ein vorzüglicher Tropfen ist das große Gewächs „2017 Kirrweiler Mandelberg Weißburgunder“. Die Nase wird bereichert von Aromen nach Steinobst, Zitrusfrüchten und Kräutern. Am Gaumen tänzelt die saftige Frucht, zarte Mineralität und ein guter Schmelz. Chapeau!


Es war ein spannend-schönes Erlebnis, einer Winzerin zu begegnen, die der Tradition neue Farben hinzufügt ohne sich zu verbiegen. Die ihren Weinen jene Zeit gönnt, die sie zur Entwicklung brauchen. Sie sind eben zum Genießen. Es sind Weine mit Ecken und Kanten.

Weingut Bergdolt / Dudostraße 17, 67435 Neustadt an der Weinstraße / 06327 5027

Pfalz! Ganz viel Genussmomente – Weinhaus Henninger

Wo die Sonne einen Liegestuhl im Weinberg stehen hat, der Mond sich gern im Rotwein spiegelt und die Wolken sich gern ganz schnell hinter den Bergen verziehen, vergisst man die Zeit.

Diese Region tickt anders. Wer die Autobahn bei Grünstadt oder Neustadt verlässt, um einzutauchen in die prächtigen Weinberglandschaften, dem bleiben bereits nach wenigen Kilometern die Sorgen am Gartentor der Pfalz hängen und der findet ganz rasch eine unbekannte Ruhe, als habe die Uhr die Handbremse gezogen. Eine sonnenvergnügte Region ohne Eile und mit ganz viel Genussseele. Weite Reblandschaften, hohe Wälder, beschauliche Ortschaften, die sich ganz viel Liebesmüh geben weiterhin in zarter Romantik zu glänzen. Die Pfalz ist das Land, das uns immer wieder eine Herzlichkeit einhaucht, die uns hektischen Stadtmenschen häufig abhanden kommt. Hier ist Entschleunigung kein Modebegriff. Nein: Die Pfalz heimelig und ach so gerne gelassen.

Und mittendrin, begegnet mir völlig gelassen Tommy Walter „dehähm in de Kisch“ im Henninger. Dabei sind Köche doch laut, schrill und höchst eigenwillig – eine weit verbreitete Meinung, die Kreativität und sensible Kochkunst in tiefe Schubladen steckt. Tommy Walter gehört eher zu der Kategorie „leise, gelassen aber aussagekräftig“ mit einem Touch ehrlicher Bodenhaftung. Seine vielfältigen Ausbildungswege durch die besten „Kochtöpfe“ Dresdens und Österreich drücken sich in seinen raffiniert-spannenden Kreationen aus, die sich je nach Saison und regionalen Feinheiten feinster Kochkunst gepaart mit Originalrezepten der legendären Weinhaus-Wirtin Luise Henninger genüsslich auf den Tellern des ehrwürdigen Wirtshauses präsentieren.

Hier fühlt er sich sauwohl. Schließlich gehört das Haus Henninger in Kallstadt seit vielen Jahrzehnten zu den Traditionslokalen an der Weinstraße. Vor einigen Jahren wurde das Haus vorbildlich wie unauffällig aufgefrischt, neu und charmant interpretiert und mit einem modernen wie auch stilsicheren Hotelneubau bereichert.

Das historische Restaurant im chic-charmanten Design ohne die alte Tradition zu verbergen ist so vorbildlich wie unauffällig aufgefrischt. Offenes Fachwerkgebälk, ein großer Kamin und auch der prächtige Kachelofen lässt ein wohliges Gefühl aufkommen. Hier ist der Gast willkommen und nichts stört die Harmonie.
Seit 5 Jahren beweist Tommy Walter im Weinhaus, dass er kein großer Künstler jedoch ein kreativer Koch aus Leidenschaft und ganz sicher aus Berufung ist. Bodenständig und weltoffen, das heißt beste, wenn möglich regionale Produkte, offen für neue Küchenentwicklungen, aber solide in der Tradition wurzelnd.

Bereits bei der Vorspeise wird klar: Walter arbeitet mit regionalen Spitzenproduzenten Hand in Hand und integriert traditionell-regionale Rezepte in eine moderne Küchenkultur.

Das „Carpaccio vom Rinderfilet mit Schalottenvinaigrette und Kartoffel-Trüffelsalat“ umschmeichelt den Gaumen mit einer feinsinnigen Reise durch eine authentische Aromenwelt: Der kräftige Anklang des Carpaccios wird charmant vom mild-feinen Geschmack der Schalotten eingefangen. Natürlich klare Aromen ohne Schnickschnack. Vorzüglich köstlich geraten ist der Hauptgang: Kotelett vom Odinstaler Rind. Perfekt auf den Punkt zubereitet zergeht das Fleisch von hervorragender Qualität förmlich schmackhaft auf der Zunge. Regionales und frisches Gemüse mit Thymian und einer Polenta – Schnitte harmonieren dazu perfekt. Es bleibt die Erkenntnis: „Wer Fleisch isst, sollte sich immer bewusst sein, dass er gerade ein wertvolles tierisches Lebensmittel zu sich nimmt.“

Zum Abschluss betritt eine Diva die köstliche Bühne „Heidelbeer – Cheese – Cake, leicht umschmeichelt mit Himbeersorbet und einer Spur Balsamico.

Freude macht der Blick auf die Weinkarte. Erlesene Tropfen von exzellenten Weingütern der Region Pfalz, natürlich das Beste was die Weingüter zu bieten haben, legendäre Weinlagen Deutschlands und Besonderheiten des Bordeaux. Alle Weine sind freundlich kalkuliert.
Der Service im Restaurant wie auch im Hotel agiert smart und professionell, fast in der gleichen charmant-perfekten Art wie es die Crew am Herd zelebriert. Alle sind sie authentisch und etwas charmant undiszipliniert in der Öffentlichkeit aber letztlich überzeugend in ihrer unvergleichlichen Art und ihrer außergewöhnlichen Handwerkskunst.

Und wer Tommy mal machen lässt…wird überrascht von Pfälzer Leibspeisen und beliebte Küchenklassiker aus vielen Henninger-Jahrzehnten. Legendär das Wiener Schnitzel mit lauwarmem Kartoffelsalat oder Kalbsnieren in Cognacrahm. Und ganz sicher nur die besten Produkte meist regionaler Herkunft.

Auch die Gestaltung des Hotelbereiches erfolgte mit viel Fingerspitzengefühl. Ich glaube, dass es eine Psychologie von Raumgestaltung gibt und dass Räume etwas mit uns machen. Und ich glaube, hier wurden solche Räume geschaffen, die etwas Positives erreichenfür die Menschen, die sie nutzen, beleben wie auch erleben. Jedes Zimmer ist anders gestaltet. Tradition mit ganz viel Baugeschichte vereinigt sich selbstergebend mit der Moderne. Die Böden mit prächtigen Eichendielen sind nicht verborgen unter ungeschicktem Schnickschnack sondern lassen atmen. Die Betten großzügig und ach so kuschelig liebevoll gestaltet. Die großzügigen Bäder mit teils verglasten Öffnungen zwischen Bett und Wanne machen offen für allerlei charmantes Gedankengut.

Ach ja… man muss es einfach lieben… das Henninger und sein Team.

Weinhaus Henninger / Weinstraße 93, 67169 Kallstadt / 06322.2277

https://www.weinhaus-henninger.de