Bergstraße! Naturschützer, Weinmacher und ein gewaltig-cooler Typ – Jörg Clauer

Die Sonne löscht gerade die letzten morgendlichen Nebelschwaden in den Hängen des Königstuhls über Heidelberg und setzt das Schloss in Szene. Die herbstlich bunte Naturlandschaft breitet kunstvoll ihr buntes Gefieder aus und ein leichter Duft von Herbstlaub zieht durch das Neckartal… Glück hat… wer hier lebt und mit der Natur arbeiten darf.

Glück hat auch, wer dem leidenschaftlichen Weinmacher Jörg Clauer begegnet. Ganz schnell wird man eingenommen von Jörgs lebensfrohem, offenherzigem Temperament. Der warm-herzliche Händedruck vermittelt Vertrauen und ganz schnell wird klar: Jörg Clauer ist ein geerdeter, authentischer Charakter. Ohne Chichi, ohne Wenn und Aber, weit weg von Schickimicki. Ein cooler Typ eben!

Ebenso ehrlich wie auch demütig führt er gemeinsam mit seiner Frau das Weingut in herrlicher Lage im südlichen Heidelberg. Und wenn dann die Sonne wieder einmal ihre quecksilbernen Schlieren in den Morgentau malt, lässt es sich vorzüglich über Glück und über Reichtum philosophieren. Manchmal natürlich auch verzweifeln. Doch beides macht eben das Leben aus. Beides hat Jörg Clauer für sich kultiviert und beide Seiten braucht er, um das Leben zu spüren. Mit herzlicher Leidenschaftlich setzt er sich mit Menschen ebenso wie mit der Kultur des Weinbaus und des Naturschutzes auseinander. Sein Charme, sein Witz, sein Menschsein, seine schiere Lebensfreude gepaart mit einer brillanten Portion Zuversicht stehen ihm gut und lassen sich vortrefflich als Reichtum verbuchen. 

„Ein fettes Stück vom Glück“

Auch seine Weinberge, in besten Lagen der Universitätsstadt Heidelberg, lassen sich als großer Posten auf der Habenseite verbuchen. Seine schönste Reblage liegt auf der brachial-schönen Sonnenseite mit Blick auf das Heidelberger Schloss und über der vom vornehmen Reichtum gespickten Villenlage am Neckar. Doch auch Goethe, welcher diesen Weinberg als den schönsten Weinberg in Deutschland bezeichnete, konnte nachempfinden, dass Reichtum auch verpflichtet und auch harte Arbeit bedeutet. Reichtum wie auch Glück braucht letztlich viel Aufmerksamkeit, will gepflegt und kultiviert sein und kann auch ganz schnell den Philosophenweg hinunter in den Neckar laufen und dort versinken. Folglich beginnt bei Jörg Clauer die Weinqualität im Weinberg und erfordert sensible Aufmerksamkeit, intensive sowie sorgsame Pflege der Weinberge bis hin zur selektiven Lese. Ein schonender Kellerausbau bringt Weine mit großem Reifungspotential und ganz viel Charakter und Authentizität hervor.

Jörg Clauer weiß sehr genau, was er gut kann, und setzt gezielt seine Schwerpunkte: Riesling, Grauburgunder, Chardonnay und vor allem Sauvignon Blanc. In seinem Sortiment ist für jede Vorliebe etwas dabei. Mal fruchtig-knackig, mal laut, mal fein und leise, auch mal dezent schmelzig mit einer satten Holzfass-Reife. Klar! Seine Weine zeigen einen kraftvollen, aromatisch sehr authentischen Sortenausdruck und ganz viel Charakter.

Im Glas glänzt nun zart-gold der „2018 Riesling Spätlese“ aus der sonnenverwöhnten Lage „ob der Bruck“ gegenüber vom Heidelberger Schloss. In der Nase vereinen sich Nuancen von gelber Frucht mit leichten Anklängen von leicht cremiger Vanille sowie einem Touch Zitrone. Ein Riesling welcher weit weg ist von typisch. So wie Jörg Clauer. 

Beim „2018 Riesling Kabinett“ aus der Lage Dormenacker wird die Nase von einem frischen Duft reifer Früchte wie Mandarine, Orange und Zitrus eingenommen. Der Gaumen wird verwöhnt von einer stoffig-eleganten Dichte und einem langanhaltenden-fruchtigen Schmelz. 

Die wahre Größe eines Weinmachers spiegelt sich ohne Zweifel auch in der roten Eleganz, im Glas der „2016 Spätburgunder trocken, Alte Reben“. Ab der ersten Sekunde während des Einschenkens strömen wunderbare Duftaromen von roten Beeren, saftig-tiefdunkle Kirschen und einem Touch Holzwürze. Im Gaumen eine angenehme Würze und viel Frucht, welche ein gutes, langes Finale einleitet. Dieser Spätburgunder ohne Kompromisse ist ein absoluter Genuss.

Allen Weinen gleich sind ihre Ursprünglichkeit und die bärige Lust aufs nächste Glas und ein Gefühl für die glückselige Leidenschaft der Clauers.

Weingut Clauer / Dormenackerhof 1, 69126 Heidelberg / 06221 382439

Pfalz. Die Geister der Tradition – Oliver Gabel pflegt sie

„Die Welt ist bisweilen ein überraschender Ort und auch mal zwiegespalten“. Diese Stille im Schlossgarten dort oben in Herxheim am Berg ist befremdlich. Selbst der Himmel verneigt sich und zeichnet ein blaues Band in den morgendlichen Nebel. Von hier die Welt betrachten heißt das Leben betrachten. Die prächtigen Blickachsen über die Weinberge bis zum Odenwald und Schwarzwald sind einfach phantastisch. Auch die Weinwelt ist hier zwiegespalten und bietet allerlei Überraschungen. Einige große Namen aus vergangenen Tagen tragen bereits Patina oder sind längst verschwunden. Neue, innovativ-verrückte Weinkreateure polieren bereits kräftig an einer vielversprechenden Zukunft.

Zu ihnen gehört definitiv Oliver Gabel, welcher sich mit all seinem Tun der Tradition des Familienweingutes erinnert und diese mit viel charmantem Enthusiasmus mit Raffinesse und biologischen Feinheiten bereichert. Die ersten Begegnungen mit seinen Weinen lassen eine schier unglaubliche innere Dichte und Energie erkennen. Sie verändern die Klänge in den Sinnen und berühren die Seele.

Tradition wird in Herxheim bereits seit 1200 Jahren gepflegt. So ist es auch eine liebenswerte Tradition, dass man hier oben mit Stolz auf Freinsheim und die Pfalz blickt. Idyllisch lässt sich die Welt mit einem guten Glas Wein auf einer Bank im Schatten kräftiger Kastanienbäume im Schlossgarten genießen. Zu jeder Jahreszeit breitet hier die Landschaft ihre neuesten Patchworkteppiche aus und zaubert neue Farben und Genüsse in unsere Sinne. Ein genüsslicher Höhepunkt ist sicherlich das Herxheimer Sektsymposium „Kurpfalzblick“ im Sommer. Eingefangen zwischen fantastischer Kulisse der 1200 Jahre alten Herxheimer Kirche St. Jakob und der Aussicht über die Rheinebene lässt es sich hier vorzüglich genießen: Sekte, aber auch Weine der regionalen Erzeuger gepaart mit kulinarischen Genüssen. Auch Oliver Gabel präsentiert samt Familie beste Weine und vorzügliche Sekte mit einer fetten Portion Fern- wie auch einem fantastischen Tiefblick. Auch Sekt ist bei den Gabels ein Seelenthema. Mittlerweile haben nicht nur Weinkenner erkannt, dass Sekt aus der Hand Pfälzer Sektkreateure den Vergleich mit Champagner nicht scheuen muss. Im Gegenteil: Champagner kennt jeder, er gilt weltweit als das Luxusgetränk schlechthin. Sekt lässt im Leben besondere Momente erleben. Sekt heißt: Vielfalt, Sekt ist nicht gleich Sekt. Wer nur Supermarkt-Sekt kennt, der mag vielleicht glauben, dass Sekt immer recht ähnlich schmeckt. Wer aber eintaucht in die Welt des Sektes und hinaufsteigt zu den Gabels nach Herxheim, wird schnell mit all seinen Sinnen erspüren, dass es nicht den Sekt gibt, sondern wie auch in vielen anderen Regionen der Pfalz – eine faszinierend-lebensgenüssliche Vielfalt an unterschiedlichen Typen und Stilen. Sekt ist auch frisch und leicht, aber auch füllig und kraftvoll, so wie hier bei Oliver Gabel. „Blanc de Blancs Nature, Sekt Brut“! sorgt für herrliche Sinneswehen. Ein feiner Weißburgunder-Sekt wie aus dem Bilderbuch. Die Stilistik ist näher am Champagner als am klassischen Sekt. Dies wird schon allein durch die Feinheit und Dauerhaftigkeit des Mousseux klar. Das 3-Jährige Hefelager sorgt für eine ausgewogene Ruhe im komplexen wie lebhaft-rassigen Geschmacksbild. Zweifelsohne gehört diesem Sekt, angesichts der hervorragenden Qualität, eine große Bühne und ein besonderer Moment. Eines aber stimmt ohne Einschränkung: Ein großer Sekt passt immer. Ein solcher Sekt ist zeitgemäß, denn der Alkohol ist moderat, liegt meist bei zwölf Volumenprozent. Morgens, mittags, abends! Und… er ist ein ausgezeichneter Essensbegleiter nicht nur für Meeresfrüchte und Fisch. Und… er ist ein ausgezeichneter Aperitif zum Gespräch mit Oliver Gabel über Familie und Tradition.

Oliver Gabel und seine Familie pflegen mit Stolz ihre lange Tradition. Seit über 350 Jahren ist das Handwerk Wein ihr tägliches Thema. Beim Blick in den Keller fällt in den Blick, dass manche der edlen Weine in bis zu 130 Jahre alten Holzfässern reifen. Aber auch kleine neue Fässer werden zur Lagerung für die edleren Weine genutzt, bis der Wein seine vollendete Form erlangt hat. Klar! Die Mikrooxidation, die in den Fässern stattfindet, erfordert viel Übung, eine gesunde Portion Aufmerksamkeit, reichlich Erfahrung sowie eine sorgsame Handlese mit ganz viel Familieneinsatz, schließlich kann großer Wein nur entstehen, wenn alle anpacken.

Oliver Gabel setzt auf Spontanvergärung der natürlichen Weinkeller- und Fasshefen und nicht auf künstlich gezüchtete Hefe. Wein gibt es seit Jahrtausenden, Zuchthefen seit etwa 50 Jahren. Sein Weg führt zurück zu dem, was Tradition im besten Sinne bedeutet. Das Gebinde aus Eichenholz und ein langes Hefelager hat für ihn eine hohe Wertigkeit. Schließlich akzeptiert er den Charakter eines Weins von Anbeginn und gibt ihm viel Raum und Zeit bei seiner Entwicklung. Auch bei der Technik hat er einen sensiblen Geist. Klar! Technik bringt Vorteile, führt mitunter jedoch auch zur geschmacklichen Eindimensionalität. „Man könne nämlich aus schlechten Trauben keinen guten Wein machen – wohl aber aus guten Trauben schlechten“.

Ganz sicher ist die von Gabels kultivierter Rebsorte Lagrein eine gute Traube. Der Urgründer des Weingutes „Caspar Gabel“ war ursprünglich ein Auswanderer aus Tirol, der mit dem Ende des 30-jährigen Krieges seine damalige Heimat verließ. Caspar Gabel suchte im Jahr 1655 sein Glück in der Pfalz und sorgte 13 Generationen später für ein prächtiges Erbe, das noch heute sorgsam gepflegt wird: Olivers Vater legte die Südtiroler Rebsorte Lagrein im Andecken an den Urvater an! Die Trauben wurden behutsam auf traditionelle Weise, nach dem Entrappen eine Kaltmazeration bis sie spontan anfangen zu gären, verarbeitet. Danach durfte sich der charaktervolle Rotwein für 12 Monate in alten großen Barriques aus französischer Eiche entwickeln, bevor er unfiltriert auf die Flasche kam. Im Glas gefällt der 2015er Lagrein durch seine tiefdunkle Farbe mit granatroten Reflexen. Er kitzelt die Nase mit würzig-pfeffriger Note und feinen Aromen von dunklen Beeren und Waldfrüchten. Im Gaumen tänzeln die rustikalen Tannine mit dem fülligen, samtigen Stoff zu einem kräftigen Rotwein, der durch seine elegante Säurestruktur eine faszinierend-schöne Länge gefangen nimmt. Ein Wein mit viel Tiefsinn und hohem Niveau. Ganz so wie sein Macher, jedoch ohne gefällig zu sein. Ich habe enormen Respekt vor Menschen, die solch guten, ungeschönten, Wein machen. Letztlich ist es von großer Wertigkeit, den Charakter der eigenen Weine zu stärken und diesen auch zu akzeptieren. Ich bin mir sicher, dass sich sein Vater wie auch sein Großvater entspannt zurücklehnen und mit Stolz die Weine von Oliver genießen. Ausdrucksstarke Weine vertragen ganz gut einen Typen mit Charakter, einen Typen wie Oliver.

Ach ja… letztlich liegt nun der „2018er Weißburgunder Tradition“ im Glas. Der Stoff aus dem der formidable Sekt gemacht wird und ein Wein, der die Leidenschaft, seines Machers für Burgunderweine erkennen lässt. Die besten Lagen rund um Herxheim, geprägt von kalkhaltigen, teilweise mit Lehm und Ton vermischten Böden sind nahezu perfekt für große Burgunderweine. Elegant schmeicheln die mineralischen Noten. Die Nase erspürt ganz fein Noten von Aprikose und Pfirsich mit einem Touch Zitrus und einer leichten Holzwürze. Der Gaumen spürt die fein-große Eleganz und hält fest, was einfach auf die große Bühne gehört. Chapeau! Chapeau! So muss ein großer Weißburgunder sein.

Die tiefgründigen und kalkhaltigen, Böden rund um Herxheim bilden die Grundlage der leidenschaftlichen Arbeit von Familie Gabel. Entstanden sind diese Böden vor rund 25 Millionen Jahren durch das Vordringen des tropischen Meeres in den Rheingraben. Heute verleihen sie allen Rieslingen und Burgundern Spannung und Mineralität. Es ist eben Tradition und Vitalität die Oliver Gabel lebt, es ist Familiensinn und Lebensfreude die ihn prägt und es sind die Geister der langen Tradition, welche ihn in sich ruhen lassen und ihm viel Raum geben für Neues.

Weingut Gabel / Weinstraße 45, 67273 Herxheim am Berg / 06353 7462

https://www.weingut-gabel.de

Rheinhessen! In der Hängematte der Seele – Yvonne Finkenauer

Ich mag sie, diese paar Ecken und unbehandelten Kanten. Nicht perfekt sein und nicht im Glanz stehen. Auch mal anders denken und nicht auf dem Pfad des Mainstreams wandeln. Auch mal stolpern und dann mit großer Finesse wieder aufstehen. Auch mal nach der Hand des Vaters greifen und dann hierüber sinnieren ohne zu verzweifeln. Die Sehnsucht nach dem Bruder im Sinn und dann wieder dem Leben die Kante zeigen… launisch ohne kompliziert zu werden, das ist Yvonne Finkenauer.

Ja…und manchmal schleckt sie auch mal gern am Honig, steht oben auf dem Bubenheimer Honigberg, genießt den weitreichenden Blick in das Selztal, schneidet das Frühjahr aus den Reben und gibt ihnen so mehr Kraft und den Charakter für das Leben ohne den Blick für das Wesentliche zu verlieren. Sie ist eben Multitalent mit herzlich viel Leidenschaft. Heraus kommt ein formidabler Meilenstein… der 2018 »Meilensteine« Bubenheim Honigberg Chardonnay trocken, dessen Duft eine klare Note von Honigmelone, gerösteten Nüssen und einer feinen Spur Rosmarin die Nase umgarnt. Am Gaumen saftig und final harmonisch mit kerniger Restsüße überzeugt. Dieser Chardonnay hat eine klare Kante. Ohne wenn und wie auch immer.

Ihre Hängematte der Seele hat Yvonne Finkenauer am Schlossberg in Schwabenheim aufgespannt. Hier fühlt sie sich geborgen. Hier fühlt sie sich mit ihrem Bruder verbunden, der 2008 das Leben verließ und ihr, unvermittelt, die Verantwortung für das Weingut übergab. Geborgen im Schutz der Bergkuppe und die frühe Morgensonne prägt das Mikroklima dieser Weinlage. Der 2018 »Meilensteine« Schwabenheim Schlossberg Riesling trocken hat gewaltig viel Aufmerksamkeit erfahren. So spült er in die Nase ein spannendes Aromenspiel: Pfirsich, Aprikose mit einer feinen Nuance Grapefruit und leicht mineralische Anklänge. Am Gaumen präsentiert er mit Stolz seine reife und präsente Säure. Die, fast unauffällige, Restsüße ist mit entsprechender Sensibilität eingearbeitet. Leicht mineralische Spuren sorgen für einen ausgewogenen, facettenreichen Charakter. Nicht perfekt… aber launisch und vielfältig zugleich. Ganz so wie es Yvonne Finkenauer mag.

Und zur Klarheit! Yvonne, dreifache Mutter mit viel Herzblut, ist keine Weinmacherin aber eine fette Portion Macherin mit guten Weinkreateuren im Hintergrund. Sie ist Frontfrau und auch mal gern die „Rampensau“. Sie ist dann mal on tour als leidenschaftliche Bühnenkünstlerin in Sachen Wein und auch mal gern kuschelig und demütig daheim. Sie hat die Nase für die richtigen Weine zur richtigen Zeit, aber auch Standing weit weg vom Verbogensein. Als ausgebildete Bürokauffrau kennt sie die Bedeutung von Zahlen. Als dreifache Mutter die Bedeutung von Wimmelbum und klar auch alle Facetten vom Leben drumherum. Wenn sie Wein erklärt zaubert sie Bilder in die Köpfe und lässt den Charakteren ihrer Weine freien Lauf.

Früh übernahm sie, im vollen Bewusstsein für Familie und Verantwortung das Weingut und fand recht früh den Weg für das Familienweingut. Die Fragen nach Anpassung, übernehmen, aufbegehren oder neu erfinden wurden nie gestellt… denn das Leben lief bereits im fünften Gang nah an der Leitplanke. Jede Generation geht mit dem Erbe der Gesellschaft anders um. Jede Generation mit Aufmerksamkeit begegnen heißt, von deren Geschichte ein Stück mitnehmen und ihm in der Zukunft einen würdigen Platz geben. Yvonne Finkenauer hatte nicht viel Zeit, aber das Zutrauen vom Vater und zugleich hartgesottenen Winzer Wilfried, der streitbar wie gar so gern tochtergeschmeidig das Weingut mitgestaltet. Er treibt sie an und gibt ihr eine Fülle seines Geistes. Er lässt ihr Freiheit, Träume und gibt ihr Haltepunkte. Hat nie losgelassen, hat immer behütet.

Ja! Bei Finkenauers, außerhalb von Bubenheim, ist verdammt viel Leben. So wie die Weine eben: nicht perfekt. Mit Ecken und Kanten eben. Laune zeigen und diese einfach fein kultivieren.

Weingut Finkenauer / Ausserhalb 7, (Friedhofstraße), 55270 Bubenheim / 06130 944206

https://www.finkenauer.de

Pfalz! Die Leichtigkeit… der Wein… ein guter Charakter! Weinmacher Michael Ziegler

So ist es, mit dieser Leichtigkeit der Pfalz, die ganz gern einnimmt und auch mal im Hintergrund mit so manchen Seelen spielt, sich im Wein und manchmal auch in den Menschen spiegelt.

Es sind jene Menschen, wie Michael Ziegler, welchem die Leichtigkeit in die DNA geflochten wurde, damit sie diese sichtlichen Charakterzüge der Pfalz weiter tragen…in die Welt und in die Köpfe jener Menschen, die offen sind für die kunterbunte Lebensfreude der Pfalz.

Aufmerksam und sichtlich erkennbar behandelt er nicht nur Freunde und Gäste sondern auch jene, von denen er nichts zu erwarten hat. Das zeichnet einen besonderen, sonnig-gemütlichen Charakter von Michael Ziegler aus. Er nimmt sich wirklich Zeit für die Menschen. In einem Weingut dieser Größe ist das natürlich nicht immer möglich, aber für Michael ist gerade diese Art wichtig, ist sie doch auch eine Wertschätzung.
Mit gleicher Aufmerksamkeit und Wertschätzung begegnet er seinen Rebstöcken im Weinberg. Die hohe Qualität seiner Weine findet im Weinberg ihren Ursprung. Sensibel und mit besonderem Augenmerk schneidet er die Reben, führt schon früh die qualitätsfördernde Teilentblätterung durch und schafft somit eine verbesserte Gesunderhaltung der Trauben. Außerdem baut sich durch die Belichtung der Sonne die Säure in der Beere besser ab. Prinzipiell greift er möglichst wenig in die natürliche Entwicklung seiner Rebstöcke ein, denn beste Weine kann man besonders im Einklang mit der Natur erzeugen und nicht im Labor. So bleibt die Natur in einem gesunden Gleichgewicht, und reguliert sich in vielem selbst.
Recht analytisch und mit viel Handarbeit setzt er sein Streben nach bester Qualität im Weinkeller fort. Er möchte authentische Weine erzeugen, die ihr Terroir perfekt widerspiegeln, die individuell und charakterstark sind. Weit weg von Chichi, weit weg vom überbordeten Mainstream. Klar! Michael Ziegler kann auch Bioweinbau. Und dies mit jener Disziplin und Feinfühligkeit, die die Natur von ihm erwartet.
Seine ganz besondere Leidenschaft… ja gar Liebe gilt dem Spätburgunder. Seine 2017 Spätburgunder Spätlese trocken durfte 18 Monate im Eichenfass reifen und überzeugt bereits bei der ersten Begegnung mit kräftigem Charakter und einer feinen Tanninstruktur. Die Nase wird umworben mit feinen Röstaromen, zarten Mandeln und reifen, roten Früchten. Der Gaumen wird langanhaltend tapeziert. Formvollendet, aber zwanglos. Nicht aufdringlich aber einnehmend. Ein Wein für schöne Momente. Überzeugend für Spitzenmomente ist der 2017 Riesling Sekt brut. Feine Kupferperlen tummeln sich im gold-dezenten Schäumchen. In der Nase ein finessereicher Duft nach Aromen von frischem Limettenabrieb, frischen Äpfeln, sympathischer Frische. Das weinige Mousseux und die lebendige Säure führen in ein klares und langanhaltendes Finale.

Sein Lächeln vermittelt Wärme, Sympathie und letztlich auch ein Zeichen der Wertschätzung. Klar! Der kürzeste Weg zwischen zwei Menschen ist nun mal ein Lächeln. Der direkte Weg zum Genuss in den herrlichen Terrassengärten mit Blick über die Südpfalz führt über Michael Ziegler. Ein Genussentrepeneur mit Blick auf die Leichtigkeit der Pfalz.

Bergstraße. Die Selbstverständlichkeit besonderer Weine – Barbara Amthor

Bescheiden und dennoch großzügig. Jung, kreativ, dynamisch… ja es gibt noch eine Fülle weiterer positiver Adjektive, die Barbara Amthor recht gut zuzuordnen sind. Sie ist als Familienmensch, Mutter, Winzerin und Macherin ein Ausnahmetalent.

All dies bringt sie geschickt-charmant in Einklang ohne zu verzweifeln. Sie macht den Wein, das Management und den Vertrieb ohne den Überblick wie auch Durchblick zu verlieren. Kein Geschwätz über große Errungenschaften und ganz weit weg vom Chi chi der großen Weinwelt überzeugt Barbara Amthor mit einer feinen Auswahl gelungener Weine. Hier wird spürbar, dass guter Wein keine Glücksache ist, sondern großes und facettenreiches Handwerk mit einem Touch Kultur und auch Impulsgeber für so viele gute Begegnungen.

Die gebürtige Bensheimerin gehört zu jener Winzergeneration, welche den Weinbau als kreative Angelegenheit verstehen. Sie möchte… und sie kann gradlinige, sortentypische und charakterstarke Weine gestalten ohne mit radikalen Innovationen und Neuinterpretationen den Markt aufzumischen. Barbara setzt auf Tradition und verfeinert all dies, was ihr Großvater und Vater ihr in die Wiege legten. Klar… war dies nicht die große Weinbühne, jedoch hat die Geisenheim-Absolventin früh verstanden, dass die hohe Kunst der Qualität über viel präzisere Handarbeit, ökologischer Bewirtschaftung und ganz viel Aufmerksamkeit gepaart mit hoher Bodenqualität geht.

Eleganz und Ehrlichkeit, aber ohne expressive Frucht und Schwere, das sind charakteristische Eigenschaften und Leitplanken aller Amthor-Weine. Dass hier authentisch und in großer Demut gegenüber der Natur gearbeitet wird, verdichtet sich von Schluck zu Schluck. Im Glas schimmert zart-golden der Amthor Heppenheimer Eckweg Goldmuskateller trocken 2019. In der Nase verfangen sich typische Muskataromen und Aromen, etwas Grapefrucht mit einem Touch feiner Süße. Ein zarter Schmelz tapeziert den Gaumen leicht aus und mag ganz gern noch verweilen. Die sorgsam herausgearbeitete Säurestruktur macht diesen Wein sehr lebendig.

Neben Spätburgunder, Chardonay oder Cabernet Sauvignon gehört allzu natürlich auch Riesling zu ihrem Repertoir. Mich hat besonders der Amthor Heppenheimer Eckweg Weißer Riesling, trocken 2019 mit seinen typischen Riesling-Aromen überzeugt. In der Nase tänzeln grüne Äpfel und gelber Pfirsisch und mögen sich gar nicht mehr beruhigen. Satte Fruchtsäure mit einer dezenten Süße, leidenschaftlich und lebendig zugleich. Ein großartiger Wein!

„Love! Laught! Riesling! „ 

Von Ihren Lagen im Heppenheimer Maiberg und Eckweg blickt sie rüber zum Staatsweingut oder hinüber in die Pfalz. Nein… schummrig wird es ihr bei so viel großen, wie auch berühmten Weingütern nicht, denn sie weiß um ihr Talent, um ihre Kreationen und blickt viel lieber in ihre eigene Zukunft. Es bleibt die Erkenntnis, dass letztlich doch jeder einen Top-Wein für Unsummen kaufen kann!

Abseits großer Namen mal so nebenbei eine echt gute Entdeckung machen und für wenig Euro eine volle Ladung Genusskultur in die Sinne zu packen, ist bei Barbara Amthor eine schöne Selbstverständlichkeit.

Weingut Amthor / Bürgermeister-Kunz-Straße 101, 64646 Heppenheim / 0177 4569512

https://www.weingut-amthor.de

Alexander Heer! Der den Naturgeist in die Amphore packt!

Kreativ, innovativ und so herzlich geistreich-verrückt. So begegnet mir Alexander Heer. Weder verändert er noch spielt er mit dem Geist des Weines. Er gibt ihm Raum, schenkt ihm Aufmerksamkeit und kreiert mit viel Sensibilität einen neuen Geschmackskörper. Ja! Es klingt widersprüchlich und irritiert. Zunächst! Bereits der deutsche Lyriker Friedrich Hebbel erkannte:

„Der Wein ist die edelste Verkörperung des Naturgeistes“.

Vor knapp 15 Jahren begann der diplomierte Önologe Alexander Herr im Rheingau mit dem Aufkauf und der Anpachtung bester Weinlagen im Rheingau um weinbauliche Schätze zu heben und alte Klone mit geringen Erträgen zu selektionieren. Es gehört zu seinen Grundprinzipien mit der Natur und nicht gegen sie zu arbeiten. Er beobachtet sorgfältig und fördert artenreiche Begrünung sowie ein lebendig-facettenreiches Bodenleben. Letztlich kann sich nur in Freiräumen eine Wildflora entwickeln, die ein gutes Umfeld für Nützlinge bietet. Ein wachstumsarmes Gefüge mit schwacher Fruchtbarkeit und einer einzigartigen Mineralienzusammensetzung spiegelt den Charakter eines Weines am besten wieder. Somit gewinnt er bereits bei der Arbeit im Weinberg die Grundlagen für gesunde, aromenreiche Trauben, aus denen im Keller hochwertige Weine entstehen.

Es sind diese alten Reben mit einem Alter von 25 bis über 60 Jahren, denen Alexander Heer viel Handwerkskunst gönnt. Es sind jene dicke Reben, die ganz viele Geheimnisse der Vergangenheit in sich eingefangen haben und denen er nun sorgsam zu Leibe rückt. Glücklicherweise wurden die Rebzeilen durch seine Vorgänger als Dichtpflanzung angelegt und sind verantwortlich dafür, dass nur ein geringes Ertragsniveau und hohe natürliche Mostkonzentration möglich sind.
Solche robuste Gewächse mit einem hohen Holzanteil und vitalen Rebköpfen sind so gut wie unsterblich. Deren Wurzeln graben sich tief in den Boden und finden dort den mineralischen Unterbau für tiefgründig-ehrliche Weine.

Und… Alexander Heer liebt das Wechselspiel aus spezifischem Boden und alten Reben, sind sie doch das Fundament für individuelle und aussagekräftige Weine, welche zusammen mit dem Ausbau in Tongefäßen über größtmögliche Personalität verfügen.
Es entstehen Weine, die fernab vom Massenphänomen, nötigerweise nicht jedem gefallen müssen, sondern dem Connaisseur, der nach der einen oder anderen Varianz Ausschau hält und es sind Weine, die an eine große, dramatische, Oper mit mannigfachen Klängen erinnern lassen.

Aus den Lagen „Hallgarter Würzgarten“ mit seinen, prächtigen, 40 Jahre alte Reben entstand der „Müller-Thurgau 19 Grad“. Dieser Weinberg verfügt über einen besonderen Charakter. Merkwürdig geformte Stämme, die trotz ihres Alters nach wie vor über hohe Vitalität verfügen.
In diesem Weinberg sind es die Wildschweine, die Alexander Heer die wenigen Haare raufen lassen jedoch alljährlich als Reifeindikatoren dienen, denn wenn die Trauben über die moderate Süße verfügen und die Säure nicht mehr zu hoch ist, beginnen die Wildschweinrotten ihre Raubzüge und erfordern von Heer und seinem Team eine sehr rasche Reaktion.
Zeitgleich wurde meistens der Spätlesecharakter erreicht. Ein Level an erhöhtem Extraktwert und die beste Basis für hohen natürlichen Alkohol.
Im Keller ist die „19°“ sehr gut geeignet als Wein für ein ausgedehntes Fasslager. Noch besitzt dieser Wein eine enorme Fruchtigkeit. Banane dominiert. Das Lange Hefelager „sur lie“ und die alternierende Folge der Battonage schaffen ein noch komplexeres und volleres Geschmacksprofil.

Langer Hefekontakt und der Prozess des Aufrührens ist die klassischste Technik den Wein vor Oxidation zu schützen.

Zusätzlich erreicht Alexander Heer dadurch eine unschlagbare Dichte.  Wie auch immer, die Technik des Vin Orange ist hierbei angewendet. Offene Maischegärung und malolaktischer Säureabbau reduzieren die Primärfruchtaromen komplett und so entwickelt sich
zusätzlich diese würzige Dichte aus der einstmaligen fragilen Struktur. Eine friedliche 24-monatige Barriquelagerung hilft dem Wein sein Hefedepot optimal absetzen zu lassen und muss somit in Folge nur reduziert filtriert werden. Zwanzig Monate zusätzliche Flaschenlagerung stehen ihm prächtig zu Gesicht und dem Genießer prächtig im Gaumen und Geist.

Seit 2017 tanzt und rackert Alexander auf Thassos 

Hier kann er seine Ideale ausleben. Die Wiederbelebung alter Kultivierung und des antiken Ausbaus (Amphoren), vergessener, von ihm wieder entdeckter Rebsorten und Klone auf lebendigen Böden wurde seine neusinnige Lebensaufgabe. Hieraus entstand das Weingut Kthma Kazaviti. Seine stilistisch burgundischen, sauberen Vin Naturel bietet er nun auch in Deutschland exklusiv an.

Es werden völlig vergessene, unbekannte, aber auch einige bekanntere Rebsorten – zum Teil Klone davon – angebaut:
Agriostaphila, Agoridis, Assyrtiko, Dopia, Kokinadia, Limnio, Limnio Weiß, Matriaki, Mavroudi, Muscat d´Alexandria, Roditis, Rosaiki und einige mehr.

Schritt für Schritt werden daraus exzellente Weine, die ausschließlich als Vin Naturel und in thasischen Amphoren (Kioupi) produziert werden. Mehr Natur geht wohl nicht. „Nature in the Bottle“ eben!

https://www.griechenland-weine.de/winzer-portraits/kazavitis-alexander-heer/

Pfalz. Die Genusszauberer der Natur – Felix Mayer-Themel & Ralph Gelbert

Wenn der Mayer mit dem Gelbert in den Farbtopf der Natur greift, dann könnte …?! Es wurde verdammt viel daraus. Das sind wahre Lebensschätze, die der leicht-verrückte aber unbedingt charmant-kreative Jungwinzer Felix Mayer-Themel meinen Sinnen präsentiert und sogleich beginnen wir über das Leben und gute Weine zu sinnieren. Was ist denn das Leben im Wein? Kann man es auf ein Glas fokussieren? Ach und überhaupt… wie ist das mit der hohen Kunst der Weinkultur? Hier an der nördlichen Kante der Pfalz hat sich der junge Weinmacher aufgemacht, die wahre Weinkultur gepaart mit ganz tiefer Tradition neu zu definieren ohne der alten Tradition des Weinbaus zu widersprechen. Die neuen Weinkreationen vom Mayerhof in Asselheim sind ganz weit weg vom Weichei- und Chichi-Wein. Ganz nah dran am Ehrlich-bodenständigen und markant. Ganz eng verzahnt mit der brachial aber auch liebevoll anmutenden Natur. Letztlich soll der Geist im Gaumen wieder erkennen, was einen Wein mit Charakter und das regionale Terroir auszeichnet.

Irgendwann stand er dann mal im Mayerhof… der vom Erfolg verwöhnte Künstler Ralph Gelbert, welcher mit verdammt viel Liebe zu dem Farbenspiel herrlicher Naturlandschaften der Pfalz auch die Nähe zur harten Handwerkskunst des Weinbaus suchte. So haben sie sich gefunden… die beiden Naturwandler.

Ralph Gelbert ist ein neugieriger Sucher und Genusssammler zugleich. Mit ganz viel Leidenschaft geht er hinein in Naturlandschaften und füllt seine Sinne mit facettenreich-bunten Eindrücken.

In seinem Atelier, unweit vom Mayerhof, in einer prächtigen Mühle am dramatisch-romantischen Bachlauf der Eis. Hier forscht, addiert, zerstört und interpretiert er seine Liebe zur Natur. Er liebt das Spiel mit Nuancen und setzt Farben verdammt gern ins Konträre. Inszeniert sie auf eine große Seelenbühne und lässt sie auch mal ganz gern lebensbejahend glänzen.

In all seiner Gier nach mehr an Weinkultur, seiner nimmermüden Arbeit im Weinberg sucht Felix Mayer-Themel immer wieder eine neue Herausforderung, eine neue Interpretation seiner Weine. Ganz gern wandelt er dann auch mal entlang am Extremen und probiert sich aus. Und ganz gern tauscht er sich hierüber aus. Mit Kollegen und mit dem Maler Ralph Gelbert.

Und sie haben Großes geschaffen. Felix und Ralph haben ihre Kunst miteinander vereint. Felix interpretierte ausgezeichnete Weine in nicht alltäglichem Flaschengewand. Ralph packt Farbwelten darauf, die ganz weit weg sind von einer abstrakten Malerei, sondern völlig ungegenständlich, nicht-abbildhaft sind und damit ihren eigenen künstlerischen Gesetzen gehorchen. Wie auf der Flasche… eine großartiger Geist der Natur und dessen Kunst.

Drei Weine bilden nun das Sortiment des Duos: Der 2017 CABERNET SAUVIGNON – ROSÉ kommt herrlich frisch, fruchtig-süffiger daher und präsentiert sich als rassiger Sommerwein, der Maßstäbe setzt. Die Nase wird umflirtet von Aromen mit Erdbeeren und Cassis, flankiert von grüner Paprika und Stachelbeere. Im Mund die volle Ladung Erdbeer-Johannisbeer-Sorbet mit unheimlich dichter und langanhaltender Struktur. Wie der schlanke und unkomplizierte Bruder eines Cabernet Sauvignon. Ein brachial-wunderbarer Rosé!

Der 2017 CHARDONNAY 500 Lagenwein gefällt sich ganz gut und stolziert etwas überreif aber nicht zu aufdringlich auf der großen Bühne der Sinne. Banane, Papaya Honigmelone, dazu eine feine Note Joghurt, frisches Brot, und dezente Holz – und Ledernoten vom Fassausbau. Extrem niedrige Erträge, Handlese, im 500 l Tonneau vergoren, mit wöchentlicher Bâtonnage versehen und unfiltriert gefüllt. Ja! Es ist ein ungewöhnlicher, eigenständiger Chardonnay, den man gut und gerne auch an langen Winterabenden vor dem Kamin genießen sollte.

Recht flott kommt der MÜLLER-Thurgau Gutswein daher und bringt gleich einen vollen Korb an exotischen Früchten mit. Die Nase erspürt auch eine frisch gemähte Wiese unter einem blühenden weißen Fliederbusch. Hell, mit grünen Reflexen schimmert er im Glas…. Und dann, der erste Schluck. Stachelbeere und grüne Paprika garniert mit einem Spritzer Grapefruit, tummeln sich auf der Zunge. Entspannung, gute Laune. Der Felix kann eben mehr als nur Müller – Thurgau. Hier wie bei all seinen, zuvor beschriebenen Weine, gibt er dem Wein ganz viel Charakter.

Ganz ehrlich!! Ich finde die zwei Naturkünstler genial-liebenswert. Es sind starke Charaktere die Kunst, jeder auf seine Art und dennoch so vergnüglich miteinander, dem Weintrinker in die Sinne schreiben.
Letztlich entscheidet der Weintrinker, welchen Wein er liebt und mit welchem er einen Teil seines Lebens teilt. Ich teile diese Weine nicht, aber herzlich gern meine Erinnerungen.

Ralph Gelbert / Deidesheimer Str. 16, 67435 Neustadt-Königsbach

http://www.gelbert.com